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00:18 15.01.2019
Ingeborg Papenbrock erklärt die Herstellung von Alpakawolle. Aus dem Vorgarn entsteht schließlich nach vielen Arbeitsgängen das Endprodukt. Quelle: Cornelia Felsch
Walsleben

Etwas altbacken mutet das Gerät an, mit dem Anika Blei die Wolle in der Wanne bewegt. Durch Stampfbewegungen mit dem Wäschestampfer wird das Reinigungsmittel durch die Alpakawolle gepresst. Der gefederte Einsatz wirkt wie eine Pumpe, die die Flüssigkeit mit Druck durch ein Sieb in die Wolle presst. Das Waschen der Wolle mit einem schonenden pflanzlichen Wollwaschmittel gehört zu den ersten Verarbeitungsschritten der hochwertigen Alpakafasern.

In ihrer Walslebener Bettwaren- und Garnmanufaktur, unweit von Neuruppin, verarbeitet die Familie Papenbrock Rohwolle zu gewünschten Endprodukten. Vor neun Jahren hat die gelernte Schneiderin Ingeborg Papenbrock ihren Beruf wiederentdeckt. In ihrer Werkstatt begann sie Steppstoffe aus Alpakavlies zu fertigen, die dann zu Jacken, Westen, Schlafsäcken, Bettdecken und Kopfkissen verarbeitet werden.

Anika Blei wäscht die Alpakawolle. Die Wäschestampfer sorgt dafür, das das biologische Reinigungsmittel auch alle Fasern erreicht. Quelle: Cornelia Felsch

Begonnen hatte alles mit einer Urlaubsreise nach Peru, wo das Ehepaar die kuschligen Tiere entdeckte – die Leidenschaft zu den Alpakas war augenblicklich entfacht. Mit zwei tragenden Stuten aus Baden-Württemberg startete das Ehepaar Papenbrock 2009 in ihren neuen Alpaka-Lebensabschnitt und begann mit der Zucht von Sunna Alpakas. Ein Schritt, den sie bisher nicht bereut haben.

Mittlerweile leben auf dem Walslebener Hof 36 Tiere. In ihrer Manufaktur verarbeiten die Papenbrocks neben der Wolle ihrer eigenen Tiere, Alpakawolle von Züchtern aus ganz Europa. „Im vergangenen Jahr haben wir allein für die Bettenherstellung achteinhalb Tonnen Wolle verarbeitet“, sagt die Chefin. Ihren Arbeitsplatz an der Nähmaschine hat die 62-jährige Unternehmerin mittlerweile gegen einen Schreibtisch mit Computer eingetauscht. Die praktische Arbeit übernehmen die Angestellten.

Naturfarbene Garne aus Alpakawolle werden in der Manufaktur in verschiedenen Stärken hergestellt. Quelle: Cornelia Felsch

Alpakabetten sind temperaturausgleichend und sorgen so für ein hervorragendes Schlafklima. Alpakafasern haben einen geringen Lanolingehalt, sind geruchsneutral und selbstreinigend. Sie können bis zu 30 Prozent ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen. Durch diese positiven Eigenschaften sind die Betten bestens für Allergiker, Rheuma- und Gichtpatienten geeignet. Individuell je nach Wunsch gefüllt, sind sie als Sommer- Ganzjahresbetten oder auch für kalte Wintermonate geeignet.

Vor drei Jahren ist auch Schwiegersohn Frieder Papenbrock in das Unternehmen eingestiegen. Er kümmert sich seit dem Frühsommer vergangenen Jahres um die Garnproduktion – ein neues Standbein der Manufaktur.„Nachdem immer mehr Alpakazüchter sich erkundigten, ob wir aus der Wolle auch Garne herstellen würden, entschlossen wir uns, diesen Schritt zu wagen“, erzählt Ingeborg Papenbrock. Ein halbes Jahr wartete die Familie auf die Minimill-Maschinen aus Canada, dann konnte es los gehen. Mit der neuen Anlage können auch kleinere Wollmengen sortenrein und individuell verarbeitet werden.

Schneiderin beim Zuschneiden Quelle: Cornelia Felsch

Die Ware wird zunächst sortiert, gewaschen und getrocknet. Dann werden die Fasern auseinander gezupft und im Faserseparator von Schmutzpartikeln und ungeeigneten Haaren getrennt – damit nichts pikt. Der Kardierer kämmt die Fasern. Das Vorgarn wird dann gestreckt und im Spinner weiter verarbeitet. Je nach Bestellung werden die einzelnen Fäden dann verzwirnt. Der fertige Faden besteht schließlich aus mehreren Einzelfäden – je nach Rohmaterial und Endprodukt entsteht zweifach, dreifach oder vierfach verzwirntes Garn.

Mit heißem Wasserdampf wird der Drall fixiert, damit sich die einzelnen Fäden nicht wieder voneinander lösen. Das Alpakagarn wird je nach Kundenwunsch in verschiedenen Stärken hergestellt: Von fein über mittelstark bis hin zu dickem Garn für Nadelstärke fünf bis acht. Je nach Verwendungszweck werden die Alpakafasern auch mit Schurwolle, Seide oder Bambus verarbeitet. Die Garne gibt es in vielen verschiedenen Naturtönen – die Kunden können unter 22 Farben wählen. Ein Angebot, das sich bereits größter Beliebtheit erfreut – kein Wunder, denn Stricken liegt momentan wieder voll im Trend.

Fein wie Spinnweben und leicht wie ein Hauch sind die Alpakafasern, aus denen das Vlies für die künftigen Betten besteht. Quelle: Cornelia Felsch

Dennoch schmiedet Ingeborg Papenbrock bereits schon wieder neue Pläne. Noch etwas versteckt in ihren Lagerräumen warten bereits rund 130 Kilogramm Teppichgarn auf die Weiterverarbeitung. „Ich möchte in diesem Jahr noch eine Weberei einrichten“, sagt die unermüdliche Manufaktur-Betreiberin. Fehlen also nur noch ein Webstuhl und jemand, der dieses Handwerk beherrscht.

Der Hofladen im Walslebener Mühlenweg, in dem es auch die Alpakagarne zu kaufen gibt, ist freitags von 14 bis 18 Uhr und sonnabends von 11 bis 14 Uhr geöffnet.

Von Cornelia Felsch

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