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Amt Temnitz Temnitzer Feuerwehr fordert mehr Hilfe vom Land
Lokales Ostprignitz-Ruppin Amt Temnitz Temnitzer Feuerwehr fordert mehr Hilfe vom Land
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00:21 17.04.2019
Joachim Scheel (91) gehört seit 75 Jahren zur Feuerwehr. Burkhard Gammelin als Vorsitzender des Amtsausschusses dankte ihm dafür vielmals. Quelle: Reyk Grunow
Netzeband

Der Applaus will kaum enden, als Joachim Scheel am Samstagabend in der Netzebander Temnitzkirche nach vorne tritt. Kaum einer im Amt Temnitz hat so viel für die freiwillige Feuerwehr geleistet, wie der Mann aus Küdow-Lüchfeld.

Mit 16 ist er in die Feuerwehr eingetreten, bis heute ist er ihr treu geblieben: 75 Jahre lang. Mit stehenden Ovationen dankten die Feuerwehrleute dem 91-Jährigen, auch wenn er natürlich schon längst nicht mehr aktiv in den Einsatz fährt.

Das Amt hatte seine freiwilligen Feuerwehrleute nach Netzeband eingeladen, um ihnen allen zu danken. Amtswehrführer Sebastian Giesert und Amtsdirektor Thomas Kresse überreichten nicht nur die üblichen Urkunden und kleinen Präsente. Sie verbanden die Auszeichnungsveranstaltung für treue Dienste gleich mit einem Feuerwehrball.

Das Amt hatte zum Feuerwehrball in die Temnitzkirche eingeladen. Die Feuerwehrleute wurden auch von Mitarbeitern der Verwaltung bedient. Quelle: Reyk Grunow

Rund 200 Aktive hat die Feuerwehr im Amt Temnitz. „Die Zahl stagniert seit Jahren“, sagt Amtswehrführer Giesert. Das ist auf keinen Fall negativ gemeint. Seit Jahren sinkt die Zahl aktiver Feuerwehrleute fast überall im Land. Die Temnitzer Wehr kann ihre Stärke trotzdem halten.

Das Amt tut, was es kann, um den freiwilligen Dienst attraktiv zu machen, sagt Sebastian Giesert. Aber das ist nicht leicht. Technik und Gebäude sind teuer. In Rägelin soll ein neues Gerätehaus gebaut werden, am 26. April wird der Grundstein gelegt.

Jeder dritte Feuerwehreinsatz führt auf die Autobahn

Für das Gebäude bekommt das Amt Temnitz Geld aus einem Förderprogramm des Landes Brandenburg. „Da können wir uns nicht beklagen“, sagt Giesert. An anderer Stelle aber schon.

Im Durchschnitt rücken die Temnitzer Feuerwehrleute im Jahr zu etwa 90 Einsätze aus. „Ein Drittel davon auf der Autobahn“, schätzt der Amtswehrführer. Die A 24 hat ganz klar überregionale Bedeutung. Trotzdem muss die Feuerwehr vor Ort alleine sehen, wie sie es schafft, dort für Sicherheit zu sorgen. Und woher sie die Technik dafür bekommt.

Für Fahrzeuge gibt es keinen Zuschuss vom Land

Die Temnitzer Feuerwehr hat nicht den Status einer Stützpunktwehr. Nur solche damit bekäme sie aber Fördermittel für neue Fahrzeuge. Die Temnitzer fühlen sich im Stich gelassen.

Die Geehrter der Feuerwehr im Amt Temnitz

für 10 Jahre treue Dienste bei der Feuerwehr: Andy Schneider (Temnitztal Nord), Klara Lehmann (Kränzlin), David Erfurth (Walsleben), Matthias Kusch (Gottberg), Ines Matyschik (Werder), Tobias Ritzrow (Walsleben), Kay Kallauke (Werder)

für 20 Jahre treue Dienste: Mario Wontorra (Werder), Jürgen Hampel (Walsleben)

für 30 Jahre treue Dienste: Jens Steffin (Storbeck), Marco Plötz (Temnitztal Nord), Frank Krämer (Küdow-Lüchfeld)

für 40 Jahre treue Dienste: Bernd Paustag (Werder), Detlef Jennrich (Temnitztal Nord), Uwe Graf (Temnitztal Nord), Dirk Born (Walsleben), Wolfgang Hurtig (Storbeck), Ulrich Krämer (Küdow-Lüchfeld), Uwe-Karsten Rehfeld (Küdow-Lüchfeld)

für 50 Jahre treue Dienste: Hans-Joachim Wiese (Temnitztal Nord), Dieter Vollroth (Katerbow-Netzeband), Reimar Pöhls (Werder), Wolfgang Richter (Werder), Klaus Krusemark (Katerbow-Netzeband), Burkhardt Kramer (Katerbow-Netzeband), Harry Graf (Katerbow-Netzeband)

für 60 Jahre treue Dienste: Hans-Joachim Pöhl (Gottberg)

für 75 Jahre treue Dienste: Joachim Scheel (Küdow-Lüchfeld)

Gerade hat der Landtag auf den Weg gebracht, dass Feuerwehrleute künftigPrämien für ihren Dienst bekommen sollen. „Das ist auch schön“, findet Giesert. Für ihn ist es aber vor allem Wahlkampf. Wenn die Landtagswahlen im Herbst vorbei sind, werde die Feuerwehr wieder vergessen.

„Die tatsächlichen Probleme vor Ort werden in Potsdam nicht gesehen“, sagt Thomas Kresse. Woher soll das Amt das Geld nehmen, um alleine neue Löschfahrzeuge für die Feuerwehr zu kaufen? Eines kostet rund 400.000 Euro.

Kresse: „Man hat den Eindruck, dass in der brandenburgischen Landesregierung lieber über die Rettung des Wolfes diskutiert wird, als über die Förderung des Ehrenamtes.“

Von Reyk Grunow

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