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Amt Temnitz Johanna Zentgrafs Baumgesichter in der Temnitzkirche
Lokales Ostprignitz-Ruppin Amt Temnitz Johanna Zentgrafs Baumgesichter in der Temnitzkirche
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12:35 24.06.2018
Johanna Zentgraf in der Temnitzkirche mit einem Neugierigen. Quelle: Regine Buddeke
Netzeband

Eine Giraffe, ein Fuchs, ein Panther und ein Einhorn. Viele Fische, ein paar Drachen und jede Menge teuflische Dämonen, Wichtel und Zwerge. Manche sind auf den ersten Blick erkennbar wie der Haubenpinguin – manche muss man erst suchen. Das Drachenbaby könnte auch ein Äffchen sein.

Wer genau hinsieht, kann in der Natur Figuren, Formen, Gesichter erkennen. Johann Zentgraf hat diese Begabung von klein auf. Sie fotografiert sie und lässt sie auf Aluplatten drucken. Schauspielerin Uschi Schneider eröffnet die sehenswerte Ausstellung in der Temnitzkirche.

Nicht jeder hat die Gabe, in verknorzelten Astlöchern, spitzen Ästchen oder rindigen Baumstrukturen Gesichter und Gestalten zu sehen. Johanna Zentgraf ist darauf spezialisiert. Sie sieht in der Natur quasi überall Gesichter. „Baumgesichter“ heißt denn auch ihre neue Ausstellung mit rund 70 Werken, die sie im Lauf vieler Jahre in der Natur abgelichtet hat und die sie seit Freitag in der Netzebander Temnitzkirche zeigt.

„Als ältestes von vier Geschwistern habe ich den Kleineren immer die Angst vor den Schatten genommen“, erzählt die 63-Jährige. Schon damals sah sie die Märchenfiguren in der Natur. 2009 fuhr sie zu einer 1000-jährigen Eiche – und fotografierte ihr erstes Baumgesicht. „Hohler Geist Schnarchnase“ heißt es und war die Initialzündung für ihre Kunst.

Immer wenn ihr Job es zulässt – Zentgraf ist als Garderobiere und Maskenbildnerin für eine Theatertruppe jedes Jahr neun Monate auf Tournee – entwischt sie in die Natur: Auf der Suche nach neuen Gesichtern. Die meisten bekommen Namen, manche sogar eine eigene Geschichte, wie Jockel, der Gockel. Die wird im Rahmen der Vernissage von Netzeband-Schauspieler Andreas Klein wortreich vorgetragen.

2009 fotografierte Johann Zentgraf erstmals ein Baumgesicht

„Einmal hat eine Schauspielerin für eines meiner Baumgesichter ein Lied mit Gitarre gesungen“, freut sich die Berlinerin, die gebürtig aus Thüringen stammt: eine Heimat mit sehr vielen Bäumen.

Die Bilder lässt sie drucken – manche unbearbeitet, manchen verleiht sie mehr Erkennbarkeit, indem sie sie bearbeitet: Schatten um das Gesicht legt, dass es hervortritt oder gar den Hintergrund gänzlich schwärzt. Dass die Drucke so wunderbar leuchten, ist dem Material geschuldet – Johanna Zentgraf verwendet gebürstete Aluminium-Platten. Der silbrige Glanz macht die Bilder märchenhaft. Sie schillern und changieren je nach Lichteinfall und Standpunkt immer anders. Wie in der Natur auch.

Manchmal besucht sie ihre Baumgesichter später wieder, schaut, wie sie sich verändert haben. Manche sind ohnehin nur aus spannenden Licht-Schatten-Verhältnissen entstanden.

„Mein Schwager sagt, seit ich das Hobby habe, fühlt er sich im Wald beobachtet“, lacht Johanna Zentgraf. Dann geht sie in den Wald – wie alle anderen Vernissage-Besucher auch: mit der Ausstellung wurde auch die Theatersommer-Saison eröffnet. Ganz passend mit „Unter dem Milchwald“ und seinen vielen Gesichtern.

Von Regine Buddeke

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