Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Amt Temnitz Schwere Vorwürfe gegen das Jobcenter
Lokales Ostprignitz-Ruppin Amt Temnitz Schwere Vorwürfe gegen das Jobcenter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:16 30.06.2018
Andrea Krause aus Garz erhält seit Juni kein Geld vom Amt mehr. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Im Streit zwischen dem Jobcenter des Landkreises und einer zweifachen Mutter, der das Amt ohne Vorwarnung die Bezüge von monatlich 360 Euro gestrichen hat, hat der Anwalt der Frau am Mittwoch schwere Vorwürfe gegen die Behörde erhoben – weil diese nicht erklärt, warum sie kein Geld mehr zahlt. „Das Amt nennt keine Fakten“, kritisierte Rechtsanwalt Klaus-Dieter Miesbauer. Damit habe er keine Möglichkeit, die Erkenntnisse der Behörde zu wiederlegen. „Für das Jobcenter scheinen die Regeln des Rechtsstaates nicht zu gelten“, so Miesbauer.

Behörde: Die Beweispflicht liegt beim Antragsteller

Das sieht die Behörde natürlich anders. Grundsätzlich müsse der Antragsteller beweisen, dass er nicht in einer Bedarfsgemeinschaft lebt, sagte Britta Avantario, die Sprecherin des Landkreises.

Das Jobcenter geht davon aus, dass Andrea Krause (39) auch nach dem Auszug mit ihren zwei Kindern (zwei und zehn Jahre) aus der einst gemeinschaftlichen Wohnung weiterhin eine sogenannte Bedarfsgemeinschaft mit ihrem Ex bildet – obwohl sie seit Jahresbeginn im einstigen Konsumgebäude in Garz auf dem Grundstück ihrer Eltern lebt, während ihr Ex weiter in Wustrau wohnt. „Es wird behauptet, dass meine Mandantin in einer Bedarfsgemeinschaft lebt“, so der Anwalt. Das bestreitet Andrea Krause. Sie habe die kopierten Mietverträge für die Zeit in Wustrau und Garz dem Amt vorgelegt, sagt die einstige Verkäuferin.

Anwalt erhält keine Akteneinsicht

Das scheint dem Jobcenter aber nicht zu genügen. Womöglich liegt das an einer anonymen Anzeige, die der Behörde vorliegt. Oder es liegt daran, was die Detektive des Amtes erfahren haben, als sie die Mutter, unangekündigt, in der neuen Bleibe aufsuchen wollten. Weil Andrea Krause nicht da war, sprachen sie wohl mit dem Vater, der sich auf dem Grundstück befand. Der leidet allerdings an Demenz. Ob das die Detektive wussten, ob sie überhaupt mit dem Vater oder aber mit jemand ganz anderem gesprochen haben, das ist nicht klar. „Ich bekomme keine Akteneinsicht“, sagte Anwalt Miesbauer. Die gebe es erst, wenn der Fall vor dem Sozialgericht verhandelt werde. Dort wird der Fall wohl auch landen. Einen Termin gibt es aber noch nicht.

Von Andreas Vogel

Die Temnitzkirche in Netzeband wird im Oktober eine neue Elektro- und Lichtanlage erhalten. Dazu gehören drei große Kronleuchter, die mit LEDs bestückt sind.

26.06.2018

Johanna Zentgraf sieht Gesichter. Nicht im esoterischen Sinne – sie erkennt in Baumstrukturen Gestalten, wie sie jeder schon einmal in bizarr geformten Ästen und Wurzeln gesehen hat. Jetzt stellt sie rund 70 ihrer Baumgesichter in der Netzebander Temnitzkirche aus.

24.06.2018

Polizei konnte noch nicht ermitteln, warum am Montag Feuer bei der Kränzliner Agrargesellschaft ausgebrochen ist. Der Brand zerstörte einen Stall völlig. Der Schaden wird auf eine Million Euro geschätzt.

21.06.2018