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Amt Temnitz Windräder: 100 Meter höher als der Funkturm
Lokales Ostprignitz-Ruppin Amt Temnitz Windräder: 100 Meter höher als der Funkturm
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01:16 16.07.2018
Ein Windrad im Ruppiner Land. Quelle: Peter Geisler
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Vichel

Für Unruhe in der Gemeinde Temnitztal sorgen die Pläne, im Bereich des sogenannten Eignungsgebietes Manker-Protzen mehr als ein Dutzend Windräder zu bauen, die bis zu 244 Meter hoch sind. Eine dieser Anlagen würde in Nähe von Küdow-Lüchfeld entstehen, sagte dessen Ortsvorsteher Bernd Fülster am Donnerstag entsetzt. Dabei habe sich die Gemeinde deutlich gegen den Bau von neuen Windrädern ausgesprochen.

Vergessen, mit den Nachbarn zu sprechen?

Fülster vermutet, dass das Amt Temnitz vergessen habe, dieses Votum den benachbarten Dörfern Manker und Protzen in der Gemeinde Fehrbellin mitzuteilen. „Man hat vergessen, mit den Nachbarn zu sprechen“, so Fülster. Diesen Vorwurf wies Kerstin Dames, die amtierende Chefin des Amtes Temnitz, zurück. Demnach werden das Amt und die Gemeinde an dem Verfahren noch beteiligt – aber erst, wenn die Gemeinde Fehrbellin einen Bebauungsplan aufgestellt habe.

Hinzu komme, dass derzeit das Landesamt für Umwelt derzeit noch die Anträge zum Bau der Windräder prüfe. Das bestätigte am Freitag ein Sprecher. Demnach sind für das Eignungsgebiet Manker-Protzen von zwei Firmen insgesamt 17 Anlagen beantragt, deren jeweilige Höhe zwischen 241 und 244 Meter beträgt. Zum Vergleich: Der Berliner Funkturm ist lediglich 146 Meter hoch und das Restaurant im Berliner Fernsehturm befindet sich in einer Höhe von 207 Metern.

„Wir lehnen neue Windräder ab“

„Wir lehnen neue Windräder bei uns ab, wir sind schon umzingelt“, sagte Thomas Voigt. Der Bürgermeister der Gemeinde Temnitztal hat das auch im April bei einer Runde im Potsdamer Landtag gesagt und dabei vor allem auf das Problem in Rohrlack verwiesen. Laut Regionalplan sollen dort in einem Abstand von nur 1000 Metern bis zu 23 Windräder errichtet werden – obwohl in sozial-therapeutischen Einrichtungen in Rohrlack seit mehr als 15 Jahren Menschen mit Behinderungen leben und arbeiten.

Weil diese besonders sensibel auf Veränderungen in ihrer Umgebung wie Lautstärke, Bewegungen und Blinklichter reagieren, hatten im Dezember fast 100 Menschen in Rohrlack für einen Mindestabstand von 3000 Metern protestiert. Das wurde im Regionalplan nicht berücksichtigt. Nun will sich der SPD-Landtagsabgeordnete Ralf Holzschuher die Lage vor Ort ansehen. Immerhin wird befürchtet, dass die Menschen in den sozial-therapeutischen Einrichtungen in Rohrlack durch die Windräder gesundheitliche Schäden davon tragen könnten.

Termin mit SPD-Politiker

Wann genau der SPD-Politiker in die Gemeinde Temnitztal kommen wird, das ist noch offen. Bürgermeister Voigt ist gerade dabei, einen passenden Termin für Anfang oder Mitte August zu finden. An diesem sollen auch Gemeindevertreter teilnehmen können. Schließlich gehe es darum zu zeigen, dass die Mehrheit der Einwohner in der Region den Bau neuer Windräder in der Region ablehnt – und nicht nur einige wenige.

Die Regionale Planungsgemeinschaft Prignitz-Oberhavel will den neuen Windplan mit den Eignungsgebieten für Windräder Ende August oder Anfang September verabschieden.

Von Andreas Vogel

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