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Ostprignitz-Ruppin Amt plant höhere Internatsgebühren
Lokales Ostprignitz-Ruppin Amt plant höhere Internatsgebühren
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00:17 17.11.2016
Das kommunale Reitschülerinternat in Neustadt erwirtschaftet derzeit regelmäßig Defizite. Quelle: André Reichel
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Neustadt

Es ist das Vorzeigeprojekt des Amtes Neustadt und sorgt jetzt für Diskussionsstoff in den beteiligten Gemeinden: das „Reiten in der Schule“. Kinder aus nah und fern sollen in der Neustädter Schule nicht nur bis zum Abitur unterrichtet werden, sondern zugleich auch noch hochkarätigen Reitsport betreiben können.

Schüler von außerhalb sind dabei auf eine Unterbringung im Internat angewiesen. Mit Millionenaufwand erwarb das Amt 2006 die einstige Spiegelberger Mühle und ließ sie bis 2010 zum Schülerwohnheim umbauen. Die Auslastung war von Anfang an ein Problem. Es entschärfte sich zwar mit der Schließung des privat betriebenen Internats im benachbarten Schloss Spiegelberg etwas, doch noch immer decken die Elternbeiträge die Kosten für Betrieb und Betreuung nicht. Denn kalkuliert wurde bisher mit der Belegung von 65 Plätzen. Aktuell wohnen jedoch nur 55 Kinder im Haus.

Und so stehen nun bei der nächsten Sitzung des Neustädter Amtsausschusses die Elternbeiträge auf dem Prüfstand. Im Moment sieht alles danach aus, als würden die Gebühren für die Unterbringung im Internat kommendes Jahr deutlich steigen. Die Verwaltung schlägt zur Deckung des Defizites jedenfalls eine gut zehnprozentige Steigerung vor: von 590 auf 650 Euro im Monat. Brandenburger Kinder zahlen dank Landeszuschüssen zwar deutlich weniger, aber auch für sie würden die Gebühren von aktuell 170 auf 200 Euro monatlich erhöht.

Es steht zu erwarten, dass die im Amtsausschuss vertretenen Kommunen diesem Schritt zustimmen. Die im Hauptausschuss vertretenen Bürgermeister waren sich darin bei ihrer Sitzung vor vier Wochen jedenfalls weitgehend einig. Ihre Bereitschaft, die Unterbringung von auswärtigen Reitschülern mit Zuschüssen aus den sowieso schon arg belasteten Gemeindehaushalten zu unterstützen, war gering. „Wir müssen davon weg, dass wir da jedes einzelne Kind noch sponsern. Das Internat ist ein Fass ohne Boden. Das geht so nicht weiter“, brachte der Dreetzer Bürgermeister Bernd Schindler die allgemeine Stimmung auf den Punkt. Außerdem mahnten die versammelten Amtsträger eine regelmäßigere Berichterstattung der Verwaltung über die Kostenentwicklung an.

Bei der Amtsausschusssitzung am kommenden Montag steht nun zu allem Überfluss auch noch eine weitere außerplanmäßige Ausgabe für das Internat zur Entscheidung: Das Finanzamt hat Neustadt aufgefordert, Körperschaftssteuererklärungen, Gewerbesteuererklärungen sowie Bilanzen des Internatsbetriebes für die Jahre 2010 bis 2015 vorzulegen. Ein Steuerbüro soll damit beauftragt werden. Kostenpunkt: rund 10 000 Euro plus künftige jährliche Aufwendungen.

Der Amtsausschuss trifft sich am Montag, 21. November, um 18 Uhr in „Olafs Werkstatt“ in der Neustädter Koch-Straße 47. Weitere Themen dann sind der Bahnverkehr zwischen Neustadt, Kyritz, Pritzwalk und Meyenburg sowie die Satzung für Auftritte des Fanfarenzuges.

Von Alexander Beckmann

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