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Ostprignitz-Ruppin Vom Verdacht der Hehlerei freigesprochen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Vom Verdacht der Hehlerei freigesprochen
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00:31 02.04.2018
Das Amtsgericht verurteilte den Dossower zu einer Geldstrafe. Quelle: dpa
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Neuruppin

Ein 39-jähriger aus Dossow musste sich am Donnerstag wegen Vorwurfs der gewerblichen Hehlerei vor dem Amtsgericht Neuruppin verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, wissentlich in der Zeit vom 8. Dezember 2014 bis zum 15. April 2015 gestohlene Dinge wie Laptops, Beamer, Kameras und Werkzeuge von einer Diebesbande angekauft und gewerbsmäßig weiterverkauft zu haben.

Hausmeister auf 450-Euro-Basis

In der Verhandlung schilderte der Angeklagte seine persönlichen Verhältnisse. Er wohnt mit seinen Eltern in einem Zweifamilienhaus, hat zwei Söhne und arbeitet als Hausmeister auf 450-Euro-Basis.

Er kümmert sich auch um die Kinder seiner neuen Partnerin. Der Angeklagte berichtete, er habe im Jahr 2014 einen der Diebe in Wittstock kennengelernt und ihm 50 Euro geborgt. Nach drei Monaten habe er sein Geld zurückhaben wollen, bekam jedoch als Ersatz nur eine Spielkonsole. In der Folgezeit bot ihm die Diebesbande immer öfter Dinge an – der Wert der Ware steigend.

Drei Bandenmitglieder vor seiner Tür

Die Bande stand nun manchmal zu dritt vor seiner Tür. Zuerst seien seine Eltern skeptisch geworden, schildert der 39-Jährige. Doch erst, als ihm zwei Bohrhämmer und später zwei noch hochwertigere Baumaschinen angeboten worden waren, sei auch er stutzig geworden. Dass es sich um Diebesgut handeln könnte – davon sei er zu diesem Zeitpunkt noch immer nicht ausgegangen. Deshalb habe er die Hämmer für 500 Euro an- und später für 800 Euro verkauft.

Zeuge S., ein Polizist aus Oranienburg, schilderte die Ermittlungen gegen die Diebesbande. Dabei stellte sich heraus, dass das Diebesgut zum großen Teil beim Angeklagten gelandet ist. Bei der Vernehmung habe er dies auch zugegeben, die Sachen herausgegeben und sich einsichtig gezeigt. Die Mitglieder der Bande sind bereits verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten keine Bandenzugehörigkeit vor. Allerdings geht sie auf Grund der Häufigkeit – insgesamt fünf Fälle – davon aus, dass ein gewerbsmäßiges und vorsätzliches Handeln vorliegt. Sie beantragt daher neben einer Geldstrafe von 650 Euro ein Jahr und neun Monate Freiheitsentzug, ausgesetzt zu drei Jahren auf Bewährung.

Den Tränen nahe

Sichtlich bestürzt ist der Angeklagte den Tränen nahe. Die Verteidigung stellt nochmals klar, dass sein Mandant die Diebe vorher nicht gekannt hat. Alles habe völlig harmlos mit den geborgten 50 Euro begonnen. Ein bedingter Vorsatz kann ihm erst mit dem Geschäft der Bohrhämmer vorgeworfen werden. Es liegt keine gewerbsmäßige Verdienstabsicht vor, begründet die Verteidigung den geforderten Freispruch.

Der Richter spricht den Angeklagten vom Verdacht des Bestellungsauslösers und der Hehlerei frei. Er habe darauf vertrauen können, dass die ihm angebotenen Dinge sauberer Herkunft seien. Bei den Bohrhämmern und den Baumaschinen hätte er jedoch skeptisch werden müssen.

Gewinn gewittert

Der Angeklagte habe hier Gewinn gewittert und dies ausgenutzt. Wegen der Einmaligkeit liegt jedoch keine Gewerbsmäßigkeit vor. Positiv wird seine Zusammenarbeit mit der Polizei bewertet. Auch bemühe er sich um eine qualifizierte Tätigkeit und trage Verantwortung für vier Kinder. Der Richter verurteilte den Angeklagten „mit Augenmaß“ zu einer Geldstrafe von 800 Euro.

Von Bernd Dörner

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