Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
„An der Pauline“: bis zu 120 neue Wohnungen

Neuruppin „An der Pauline“: bis zu 120 neue Wohnungen

Ein Dorf inmitten der Stadt: Die Wohnungsbaugenossenschaft Neuruppin (WBG) will bis zu 120 neue Wohnungen in dem Gemeinschaftswohnprojekt „An der Pauline“ bauen. Neben den Wohnungen soll es auch einen Garten, eine Werkstatt oder ein Gewächshaus geben, in denen die künftigen Bewohner einander treffen und gemeinsam arbeiten können.

Voriger Artikel
Mila kam bei Hausgeburt zur Welt
Nächster Artikel
B-Plan für Bahnhofsquartier beschlossen

Auf den Stufen des alten Bahnhofs: Projektleiter Heiko Weißenfels und WBG-Vorstandsvorsitzender Frank Borchert.

Quelle: Frauke Herweg

Neuruppin. Im besten Falle könnte es vielleicht so aussehen: Der ältere Herr hilft einem Kind beim Reparieren seines Fahrrades. Ein Jugendlicher richtet dem Senior das komplette Internet ein. In „An der Pauline“, dem neuen Projekt der Wohnungsbaugenossenschaft Neuruppin (WBG), sollen künftig Menschen aller Altersstufen zusammenleben. Im kommenden Jahr will die WBG mit dem Bau beginnen. Bis 2022 sollen auf einem alten Bahngelände unweit der Fehrbelliner Straße 100 bis 120 Wohnungen entstehen.

„Es wird kein Wohngebiet im klassischen Sinn sein“, sagt Projektleiter Heiko Weißenfels. „Uns geht es ums Zusammenleben.“ Künftige Bewohner sollen in einem Garten, einem Gewächshaus und einer Werkstatt einander begegnen und zusammen arbeiten können. Zugleich sind in jedem Haus Gemeinschaftsräume geplant, wo Bewohner eigene Ideen verwirklichen oder feiern können. Im Herz der Siedlung soll es zudem ein Gemeinschaftshaus mit Wohnungen, Restaurant und Regionalladen geben. Den Planern schwebt ein dörfliches Miteinander inmitten der Stadt vor.

Frank Borchert: Wir werden die Freizeit nicht organisieren

Wie diese Gemeinschaftsangebote mit Leben gefüllt werden, sei Sache der künftigen Bewohner, sagt WBG-Chef Frank Borchert. „Wir werden die Freizeit nicht organisieren.“ Wichtig ist ihm zudem: Jeder kann, niemand muss an den Gemeinschaftsangeboten teilnehmen. „Alles ist freiwillig.“

Interessenten für das Projekt gibt es längst. Im Juni waren etwa 60 Leute gekommen, um sich vor Ort anzuschauen, wo die neuen Wohnungen entstehen sollen. Ab September will Projektleiter Weißenfels zudem zu regelmäßigen Gesprächsrunden einladen, in denen Interessenten sich über das künftige Zusammenleben austauschen können. Die WBG würde sich über junge Familien freuen, die sich ein gemeinschaftliches Leben im Grünen unweit des Stadtzentrums vorstellen können. Schule und Kita – „alles in der Nähe“, sagt Weißenfels. Auf dem Gelände selbst ist eine weitere Kita geplant.

Projekt mit eigenem ökologischen Anspruch

Ab Ende des Jahres sollen die ersten Wohnungsgrundrisse vorliegen. Noch beraten die Planer, wie die Häuser einmal aussehen sollen und wie das Projekt seinem eigenen ökologischen Anspruch am besten gerecht werden kann. Werden die Dächer einmal begrünt? Mit welchen Baustoffen lassen sich die Ressourcen am meisten schonen? Wie sieht ein nachhaltiges Energiekonzept aus? Das sind Fragen, auf die sie in den kommenden Wochen Antworten finden wollen.

Klar ist: „An der Pauline“ will ein sozial-ökologisches Bauprojekt sein. „Ein Spagat“, sagt Borchert. Trotz aller Begeisterung für ökologisches Bauen geht es ihm auch um bezahlbare Mieten. Eine ursprünglich geplante Tiefgarage fällt deshalb weg. Zu teuer. Ökologisch nicht zu vertreten.

Ein einmaliges Genossenschaftsprojekt

„An der Pauline“ ist ein ambitioniertes Projekt. Nach Einschätzung Borcherts sogar ein einmaliges. Denn Genossenschaften, die Gemeinschaftswohnprojekte bauen, gibt es kaum. Vor einigen Jahren hatte das Institut für Urbanistik Genossenschaften nach Gemeinschaftswohnprojekten befragt. Die WBG verwies damals auf ihre Seeresidenz, die mit ihrem Gemeinschaftsraum und ihren Gästewohnungen entsprechende Angebote macht. Das Projekt landete als eins von dreien im Abschlussbericht des Instituts. Borchert war damals ein wenig stolz. Zugleich dachte er: „Das könnten wir noch ein bisschen besser.“

Mit „An der Pauline“ will die WBG auch auf sich verändernde Familienstrukturen reagieren. „In den nächsten Jahren werden die sozialen Systeme nicht mehr tragen, was sie heute noch tragen können“, sagt Borchert. „Die Nachbarschaft wird an Bedeutung gewinnen.“ Mit Gemeinschaft stiftenden Angeboten wie dem Garten oder der Werkstatt will die WBG deshalb die Nachbarn von morgen zusammen bringen.

WBG hat ehemalige Bahnfläche 2001 erworben

2001 hatte die WBG die ehemalige Bahnfläche erworben. Vor einigen Jahren kaufte sie einen ehemaligen Schrottplatz dazu. Auf dem ehemaligen Bahnareal steht heute noch Neuruppins erster Bahnhof. Das Backsteingebäude soll einmal um einen Anbau erweitert werden, sodass dort dann pflegebedürftige oder Menschen mit Demenzerkrankungen betreut werden können.

Etwa 20 Millionen Euro wird das Projekt nach WBG-Berechnungen kosten. Läuft alles wie Borchert und Weißenfels hoffen, können die Bewohner des ersten Hauses im Sommer 2018 einziehen.

Von Frauke Herweg

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg