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Ostprignitz-Ruppin Andreas Hahn sammelt Ansichtskarten
Lokales Ostprignitz-Ruppin Andreas Hahn sammelt Ansichtskarten
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00:17 30.06.2016
Andreas Hahn heftet sich an die Spuren der Geschichte und sammelt Ansichtskarten von Heiligengrabe. Quelle: Ruch
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Heiligengrabe

Die blanken Zahlen beeindrucken: Andreas Hahn aus Heiligengrabe trug in den letzten 22 Jahren 240 verschiedene historische und aktuelle Ansichtskarten vom Kloster Stift zum Heiligengrabe zusammen. Weitere 60 Exemplare zeigen Ansichten vom Dorf Techow, das seit 1928 Heiligengrabe heißt.

Doch die Zahlen sind die eine Seite. Vielmehr wird im Gespräch mit dem Sammler Andreas Hahn deutlich, wie sehr er hinter die Karten schaut. „Ich interessiere mich für Geschichte“, sagt der 47-Jährige. Wie bei einem Puzzlespiel ergründet er Details und ordnet sie dann in den zeitlichen Rahmen ein. Dabei holt er eine Ansichtskarte von der Stiftskirche aus der Sammelmappe heraus. Die Aufnahme aus dem Jahre 1913 zeigt noch einen Turm an der Kirche. „Der war baufällig, wurde 1915 abgerissen und später als freistehender Holzturm gebaut“, so Hahn. Und: „Für Zisterzienserklöster wie hier in Heiligengrabe ist es charakteristisch, dass der Kirchturm extra steht.“

Exponat der Sammlung: Ansichtskarte von Heiligengrabe. Quelle: Ruch

Wenn eine Ansichtskarte gelaufen ist, kann der Sammler leicht erkennen, aus welcher Zeit sie stammt. Denn mit dem Begriff „Gelaufen“ wird gemeint, dass sie abgestempelt wurde und dann im Postverkehr unterwegs war. „Der Poststempel besagt das Mindestalter der Ansichtskarte“, so Hahn. Hält er hingegen eine Karte ohne diese zeitlichen Hinweise in der Hand, sucht er nach anderen Details, um dann das Alter dieses Exemplars zu ergründen. Die älteste Ansichtskarte vom Kloster Stift stammt von 1897. Andreas Hahns erste Karte von Techow ist auf das Jahr 1900 datiert, denn der Poststempel zeigt den 10. Juni 1900 an.

Jede Karte steckt in einer Folie, die dann in die Sammeltasche in den Alben einsortiert wird. Egal ob schwarz-weiß, nachkoloriert oder als echte Farbfotografie – das ist Nebensache, denn Andreas Hahn sammelt sie alle. In den 1920er Jahren wurden die Ansichtskarten zunehmender düster. „Damals herrschte die Wirtschaftskrise“; so Hahn. Lieblingsmotive hat er nicht. „Im Vordergrund steht der Inhalt und die Suche nach bestimmten Aufnahmen.“ Von der Abtei des Klosters befinden sich allein 36 verschiedene Karten in der Sammlung. Auch der Bahnhof in Heiligengrabe steckt als Motiv in seiner Sammlung. „Bahnhofskarten sind besonders begehrt, weil sich einzelne Sammler nur auf diese Motive konzentrieren“, sagt er. Sogar das Haus von Andreas Hahn ist Teil einer Ansichtskarte um 1910. Auch wenn die ehemalige Wassermühle in der Nähe vom Kloster längst verschwunden ist - als Ansichtskarte bleibt sie in Erinnerung.

Ein schönes Motiv von Techow.. Quelle: Ruch

Eher zufällig entdeckte Andreas Hahn in den Ansichtskarten sein Hobby. 1992 begann der Maurer, Münzen zu sammeln und trat dann zwei Jahre später den Numismatikern in Wittstock bei. So werden Münzsammler genannt. „Ein Vereinskollege bat mich, auf einer Auktion in Berlin nach Ansichtskarten aus Wittstock Ausschau zu halten“, erinnert er sich. Dort blätterte er 1994 in den Sammlungen und entdeckte eine Karte von Techow. Diese schwarz-weiße Aufnahme zeigt die Dorfstraße, das Pfarrhaus und die Kirche. „Ansichtskarten sind nahe liegender als Münzen“, so Hahn. Denn in ihnen findet er einen größeren regionalen Bezug als in den Geldstücken. Langsam aber zielgerichtet suchte und fand er immer mehr Ansichtskarten mit Motiven seines Heimatortes. Im gleichen Zuge fuhr er das Münzsammeln zurück und konzentriert sich schon lange ausschließlich auf die handlichen Ansichtskarten. „Die ersten einhundert Ansichtskarten habe ich innerhalb von drei Jahren gefunden, doch die nächsten einhundert dauerten gut zehn Jahre“, so Hahn. Vor einem Jahr kam die vorerst letzte Karte hinzu. „Die Suche nach weiteren Motiven vom Kloster und vom Dorf ist fast erschöpft, denn es fehlen nur noch wenige Exemplare in meiner Sammlung.“ Daher weitet er mittlerweile die Motivjagd auf die Ortsteile von Heiligengrabe aus.

Von Christamaria Ruch

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