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Andreas Theurer stellt im Kunstraum aus

Neuruppin Andreas Theurer stellt im Kunstraum aus

Figur steht bei ihm immer im Raum: Andreas Theurer stellt seit Sonntag in der Neuruppiner Galerie Kunstraum aus. Die dort gezeigten Werke sind aus Holz, Bronze oder Wellpappe, Theurer legt Wert darauf, den Dingen durch neue Perspektiven die Schwere zu nehmen. 40 Besucher kamen am Sonntag zur Vernissage.

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Andreas Theurer vor Vernissage-Besuchern und drei Bronzen mit dem Titel „Verhüllt“.

Quelle: Regine Buddeke

Neuruppin. Die Materialien könnten unterschiedlicher kaum sein: Neben Bronzen stehen da Skulpturen aus Sandstein, etliche aus Kiefer und Eiche, aber auch aus bemalter Wellpappe. Was ihn denn an solch verschiedenen Materialien reize, fragt Galerist Johannes Bunk Andreas Theurer, dessen Werke er seit Sonntag in seiner Neuruppiner Galerie Kunstraum ausstellt. „Ich freue mich an Dingen, deren Fläche den Raumbezug aufnehmen“, antwortet der Bildhauer, der seine Arbeiten schwerpunktmäßig immer in Kontext zum umgebenden Raum stellt. Bei der Wellpappe seien es die Linien, die ihr Quäntchen zur Perspektive beisteuern, die Theurer so wichtig ist. Wie bei „Zeitfalten“, einer Art quadratischem Tunnel mit Durchblick. Die Perspektive verwirrt, da, wo sie sich verjüngen sollte, wird sie breiter. Die Seitenwände scheinen aus bedruckten Zeitungsseiten zu bestehen – all das ist mit märkischem Sand überzuckert. „Oberflächen sind ganz wichtig für mich“, so der Künstler, der einst zum Studium der klassischen Malerei aufbrach, um dann stracks die Bildhauerei für sich zu entdecken. „Ich habe Arbeiten von Alfred Hrdlicka, meinem späteren Lehrer, gesehen. Das hat mich so umgehauen, dass ich gesagt habe: Das mach ich jetzt“, erzählt er den 40 Vernissage-Besuchern.

Viele Besucher sind gekommen

Viele Besucher sind gekommen.

Quelle: Regine Buddeke

Schnell sei er von der klassischen Skulptur weitergegangen. „Als ich anfing, war eine Skulptur für mich eine Skulptur. Nur Körper – kein Raum“, erinnert er sich. Immer mehr sei aber die Umgebung in seinen Fokus gerutscht. „Wie bei Giacometti – da interagieren die Statuen auch stets mit dem Raum“, hat er beobachtet. „Jetzt mache ich Raum-Skulpturen.“

Galerist Johannes Bunk entlockt dem Künstler, der als Professor für Grundlagen der Gestaltung an der Hochschule Anhalt in Dessau lehrt, etliche Informationen über seine künstlerische Arbeit. Ob denn die verschiedenen geografischen Stationen – Braunschweig, Berlin, Dessau – den aus Schwaben stammenden Künstler geprägt hätten. Selbstredend haben sie das, so Theurer. „Der Geist der Landschaften und die Erfahrungen haben mich sehr verändert.“ All das sei in sein Werk eingeflossen. Vor allem der Aufenthalt in der afghanischen Hauptstadt Kabul 2002/03 sei sehr eindrücklich gewesen. „Ich war dort eine Art Türöffner der Kunst“, sagt er. Anfangs fand er das eine „blöde Idee“ angesichts der politischen Umstände. Die Bevölkerung habe andere Sorgen, so dachte er. Schnell habe er indes gemerkt, dass die Leute selig waren über die neu eröffnete Ausstellung. „Wo es zivilisierte Menschen gibt, gibt es auch Kultur“, fasst Theurer die beglückende Erfahrung zusammen.

Johannes Bunk (l) stellt den Künstler (r) vor

Johannes Bunk (l.) stellt den Künstler (r.) vor.

Quelle: Regine Buddeke

Nur eine einzige Zeichnung hängt an einer Wand des Neuruppiner Kunstraums: „Traum und Träumer“, eine Bleistiftzeichnung, filigran wie bei den alten Meistern. In ihrer Plastizität erscheinen die liegenden Körper indes auch wie Skulpturen. Ich habe im Stein nie die Form gesehen, sondern sie immer bei der Arbeit gesucht.

„Wunderbar“, sagt der Neuruppiner Künstler Bernd Weimar angesichts zweier gegenübergestellter Skulpturen: Die kleinere Bronze in antiker Manier wird von der anderen überragt – fast drohend schaut sie hinunter auf den nackten, fast verschämt nach unten schauenden muskulösen Mann. „Schwäche und Stärke“ heißt er, und ist ein schöner Antagonismus im Dialog mit der großen Figur aus Holz namens „Kleines Requiem“.

„Ich versuche immer, meinen Körpern Schwere und Bodenständigkeit zu nehmen – einfach durch Perspektive“, erklärt Theurer, dessen Werke sich je nach Blickwinkel, Licht und Raum verändern. „Das ist mir wichtig: Es gibt so viele gültige Perspektiven, die Welt zu sehen.“

Von Regine Buddeke

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