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Ostprignitz-Ruppin Anerkennung nach 100 Jahren
Lokales Ostprignitz-Ruppin Anerkennung nach 100 Jahren
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11:03 22.10.2013
Noch sind die Fassadenarbeiten an der Kyritzer Goetheschule nicht ganz abgeschlossen. Die Auszeichnung gibt's trotzdem. Quelle: Reichel
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Kyritz

Kyritz feierte in diesem Jahr das 100-jährige Bestehen seiner Goetheschule. 1910 hatten die Stadtväter ausgehend von den unbefriedigenden Verhältnissen im damaligen Bildungswesen den Bau einer neuen städtischen Schule beschlossen. Am südlichen Rand der Altstadt begannen 1912 schließlich die Bauarbeiten an dem Gebäude mit Souterrain und Mansarddach sowie drei Vollgeschossen. Die Turnhalle schloss sich als Anbau an. In historisierendem Stil errichtet, zeigt das Ensemble auch Anklänge an den Jugendstil.

Am 5.August 1913 wurden in dem damals als Volks- und Mittelschule genutzten Gebäude 489Kinder eingeschult. Ein Lehrer unterrichtete durchschnittlich 47Mädchen und Jungen in getrennten Klassen. Die damals sechsjährige Schulzeit wurde Mitte der 1930er Jahre von einem siebenklassigen und etwa ein Jahrzehnt später vom achtklassigen Schulsystem abgelöst.

Von 1942 bis 1945 wurde das Schulhaus als Lazarett genutzt. Im August 1945 begann wieder der Schulbetrieb. Zum 200.Geburtstag Johann Wolfgang Goethes erhielt das Haus 1949 den Namen "Goetheschule" und wurde zehn Jahre später zur zehnklassigen "Allgemeinbildenden Polytechnischen Oberschule".

1991 erfolgte die Aufteilung in einen Realschul- und einen Grundschulteil. Letzterer zog 1999 in die Ammerländer Straße um. 2006 verließen auch die Realschüler das Haus. Dafür kehrten zwei Jahre später die Grundschüler zurück. Sie erfüllen die Goetheschule bis heute mit Leben.

Im Laufe der Jahrzehnte erfolgten mehrfach Umbauten am Gebäudekomplex. Seit 2010 läuft die schrittweise Sanierung. Ergänzend erhielt die Schule endlich einen eigenen Sportplatz. Zuletzt wurde an Dach und Fassade des Gebäudes gearbeitet. Die Investition beläuft sich alles in allem auf rund drei Millionen Euro. 1,2 Millionen davon übernehmen Bund und Land über das Städtebauförderprogramm. Im kommenden Jahr wird die Gestaltung der Außenanlagen fortgesetzt.

Nach Auffassung der Arbeitsgemeinschaft "Städte mit historischen Stadtkernen" macht die Goethschule als "Denkmal des Monats" "in besonderer Weise die Vielfalt unserer kulturellen Tradition erlebbar" und stärke zudem die Verbundenheit der Bürger mit ihrer Stadt. Zur offiziellen Auszeichnung am 20. Oktober wird es natürlich würdigende Worte und einen Exkurs in die Schulgeschichte geben. Außerdem sorgen die Grundschüler bei der Veranstaltung mit eigenen Beiträgen für Farbe und Abwechslung.

Von Alexander Beckmann

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