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Angeklagter erscheint nicht

Neuruppin Angeklagter erscheint nicht

Die Liste der vorgeworfenen Straftaten ist lang. Sieben Fälle von Körperverletzung, sechs wegen Sachbeschädigung, neun wegen Hausfriedensbruch, 39 Verstöße gegen das Gewaltschutzgesetz. Dennoch ist ein 43-Jähriger am Montag nicht zu seinem Prozess am Landgericht Neuruppin erschienen. Dabei will er eine Freiheitsstrafe unbedingt verhindern.

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Das Gericht lehnte die Berufung des Angeklagten am Montag ab.

Quelle: DPA

Neuruppin. Das Urteil war deutlich: Für zweieinhalb Jahre soll ein 43-jähriger Mann ins Gefängnis, weil er seine einstige Lebensgefährtin nach der Trennung nicht nur bedroht, sondern in sieben Fällen auch geschlagen hat. Hinzu kommen sechs Fälle von Sachbeschädigung, neun Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs sowie 39 Fälle, in denen der Mann gegen das „Gewaltschutzgesetz“ verstoßen hat. Dieses gilt seit 2002 in Deutschland und soll vor häuslicher Gewalt und der Belästigung durch Nachstellen, dem sogenannten Stalking schützen. Meist sind Frauen vom Stalking betroffen, deren Partner die Trennung nicht akzeptiert, ständig anruft oder Bitten, sie nicht mehr zu besuchen, ignoriert.

Auch der Verteidiger wusste nichts von der Erkrankung

Das Amtsgericht Prenzlau hatte den 43-Jährigen wegen der vielen Verstöße gegen das Gesetz zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Am Montag nun sollte der Prozess vor dem Landgericht Neuruppin beginnen, denn sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft hatten Berufung gegen den Richterspruch eingelegt. Doch die vierte Strafkammer unter Richter Jörn Kalbow sowie die Staatsanwaltschaft und die Verteidigung warteten vergeblich auf den Angeklagten. Dieser war zwar bereits Mitte Juli zu dem Termin am Landgericht geladen worden, dennoch erschien er nicht. Seinem Anwalt erklärte er nach einem Anruf, dass er seit Donnerstag an einer Bronchitis erkrankt sei. Ein Attest seines Arztes werde dem Gericht demnächst nachgereicht.

Staatsanwalt ist skeptisch

Für das Gericht waren diese Auskünfte wenig überzeugend. Es lehnte die Berufung des Angeklagten gegen die Freiheitsstrafe ab und setzte zugleich das Verfahren aus. Fortgesetzt werden soll es erst, wenn klar ist, ob der 43-Jährige das Ablehnen seiner Berufung durch das Landgericht akzeptiert. Der Grund: Mit einem Attest von einem Arzt könnte er nachweisen, dass er keine Schuld daran hat, dass er am Montag nicht zum Prozessauftakt nach Neuruppin kommen konnte.

Die Staatsanwaltschaft ist skeptisch. Ihr Vertreter wollte bereits beantragen, dass der Angeklagte vorerst in Untersuchungshaft kommt. Immerhin soll er schon bei der Verhandlungsrunde vor dem Amtsgericht mehrfach zu spät gekommen sein.

Von Andreas Vogel

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