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Ostprignitz-Ruppin Angler räumen am Katerbower See auf
Lokales Ostprignitz-Ruppin Angler räumen am Katerbower See auf
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13:13 11.03.2018
Aufräumen am Katerbower See – um die vom Sturm beschädigten Bäume zu beseitigen, ist starke Technik gefragt. Quelle: Cornelia Felsch
Neuruppin

Ein Traktor kämpft sich durch das Gestrüpp und die herumliegenden Baumteile am Ufer des Katerbower Sees. Die Stürme haben auch hier im vergangenen Jahr gewütet – nun ist Aufräumen angesagt. Beschädigte Bäume, die Angler oder Spaziergänger gefährden könnten, werden abgesägt und abtransportiert.

Am zentralen Hegetag des Landesanglerverbands (LAVB), der traditionell am zweiten Februarwochenende stattfindet, sind auch die Petrijünger des Landkreises Ostprignitz-Ruppin zeitig aufgestanden, um an den Angelgewässern aufzuräumen. Der Hegetag, der bereits zum 17. Mal stattfand, war einst ins Leben gerufen worden, um zu zeigen, dass die Angler nicht nur am Fischfang interessiert sind, sondern sich auch intensiv dem Naturschutz widmen.

Auch viele Jugendliche des Kreises angeln gern. Quelle: Kreisanglerverband Ruppin

Bei Minusgraden sind an diesem Morgen rund 30 Ehrenamtler an den See bei Katerbow gekommen. Allzu dick haben sie sich nicht angezogen, sie arbeiten sich warm. Rund um das 64 Hektar große Gewässer sammeln sie Müll und befreien die Angelstellen von Gestrüpp und herum liegenden Ästen. „Hier haben wir das erste Schild aufgestellt, das auf den neu eingerichteten Anglerparkplatz hinweist“, sagt der Vorsitzende des Kreisanglerverbands Ruppin, Thomas Walter. In Rheinsberg, Fehrbellin, Langen, Wustrau und Neuruppin ist er an diesem Morgen unterwegs, um nach dem Rechten zu schauen. Bis zum frühen Nachmittag waren im Landkreis rund 180 Angler an den Gewässern unterwegs.

Drei mit Müll gefüllte Autoanhänger waren das Ergebnis der Reinigungsaktionen – darunter Autoreifen, Autobatterie und eine mit Müll gefüllte Kühlbox. Baumaterialien, Toilettenbecken oder Einkaufswagen waren diesmal nicht dabei – sind aber keine Seltenheit: Müll, den wohl kaum die Angler an den Seen hinterlassen. Am Rheinsberger Rhin haben die Angler im vergangenen Jahr auch etliche Windelpakete eingesammelt. Thomas Walter gesteht, dass es auch unter den Petrijüngern sicher schwarze Schafe gibt, doch Windeln und Zahnbürsten gehören wohl eher selten zur Angelausrüstung.

Der Angelplatz muss sauber hinterlassen werden

„Das Umweltbewusstsein ist bei den Anglern deutlich gestiegen“, sagt er und verweist auf die Gewässerordnung des Landesanglerverbands. Darin wird klar und deutlich gefordert, dass der Angler seinen Platz nicht nur sauber verlassen soll, sondern ihn auch von Müll und Abfällen zu befreien hat, bevor er mit dem Angeln beginnt. Unterlässt er dies, sind die Fischereiaufseher berechtigt, ihm gegenüber so zu verfahren, als hätte er selbst als Letzter diesen Platz benutzt.

„Der Parkplatz hier am Katerbower See wurde eingerichtet, damit die Angler nicht überall mit dem Auto ranfahren“, sagt der Kreisanglerverbandschef und weist auf das Schild. „Das haben wir selbst entworfen.“ Nur eine kurze Frühstückspause gönnen sich die Männer, dann geht es weiter. „Wir haben nicht viel Zeit, denn bis Ende Februar müssen wir fertig sein“, sagt Thomas Walter. Laut Bundesnaturschutzgesetz, das am 1. März 2010 in Kraft getreten ist, dürfen Baum- und Gehölzpflegemaßnahmen nicht in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September durchgeführt werden. Wer in diesem Zeitraum Gehölze beschneiden, fällen oder roden möchte, sollte sich zuvor mit den gesetzlichen Regelungen vertraut machen.

Die Angler haben auch einen Hegeauftrag

Am Landeshegetag wird aber nicht nur Unrat entfernt, es werden auch wichtige Hegemaßnahmen zur Erhaltung und Verbesserung der Fischbestände durchgeführt. Karpfen, Schleie, Zander, Aale und Forellen setzen die jeweiligen Bewirtschaftungskollektive regelmäßig in die Gewässer des LAVB ein. Das ist notwendig, um die Bestände vieler einheimischer Fischarten zu sichern.

„Rund 30 Gewässer bewirtschaftet unser Kreisanglerverband“, sagt der Vorsitzende. Über die Fischbestände wird eine genaue Statistik geführt. Jeder Angler ist verpflichtet, ein Fangbuch zu führen, in das jeder Fisch eingetragen werden muss, der geangelt und verwertet wird. Diese Bücher werden einmal im Jahr ausgewertet. Der Verband kontrolliert jährlich fünf bis acht Gewässer, so dass recht genaue Aussagen über den Bestand getroffen werden können.

Mitglieder des Landesanglerverband dürfen viele Gewässer beangeln

Wer im Landesanglerverband Mitglied ist, kann all diese Gewässer nutzen. Auch mit den Berufsfischern und anderen Landesverbänden gibt es Vereinbarungen, die es den Anglern ermöglichen, deren Gewässer zu günstigen Bedingungen zu nutzen. Vorteile, die Angler in den alten Bundesländern nicht haben. „Jeder Verein hat dort seine eigenen Gewässer für die der Angler getrennte Genehmigungen benötigt“, sagt Thomas Walter.

Doch Angeln ist nicht nur etwas für Erwachsene. Im Kreisanglerverband Ruppin kümmert sich Frank Adelmann um die Nachwuchsarbeit. „Jeder unserer Vereine hat einen eigenen Jugendwart“, sagt er. Kinder- und Jugendtage, Feriencamps und Landesanglertreffen für Kinder und Jugendliche finden regelmäßig statt, so dass neben dem Angelerfolg auch Weiterbildung und Abenteuer nicht zu kurz kommen.

Angelvereine und Zahlen in Brandenburg

In Brandenburg und Berlin hat der Landesanglerverband Brandenburg (LAVB) 76 000 Mitglieder, die in 1400 Vereinen organisiert sind.

Die Gewässerfläche des Verbandes beträgt rund 14 500 Hektar, in denen es rund 20 Hauptfischarten gibt. Der LAVB sichert den jährlichen Fischbesatz für circa 650 000 Euro sowie die fachliche Bewirtschaftung der Gewässer.

Im Landkreis Ostprignitz-Ruppin gibt es drei Kreisanglerverbände (Ruppin, Kyritz, Wittstock), in der Prignitz zwei (Perleberg und Prignitz).

Der Kreisanglerverband Ruppin hat 1600 Mitglieder. Ihm gehören 48 Vereine an.

Knapp 12 000 Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre sind im LAVB organisiert. Rund 200 Nachwuchsangler sind im Kreisanglerverband Ruppin aktiv.

Seit dem Jahr 2008 ist Thomas Walter Vorsitzender des Ruppiner Verbands. Das Büro des Kreisanglerverbands Ruppin befindet sich in der Neuruppiner Trenckmannstraße 35. Es ist an den Sprechtagen unter der Nummer 03391/77 11 77 zu erreichen. (Bis März am 1. und 3. Mittwoch und ab April am 3. Mittwoch). cof

Von Cornelia Felsch

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