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00:28 31.03.2018
Die Blumenthaler Angler halten ihre Vereinsfahnen von 1954 (l.) und 2013 in Ehren. Quelle: Christamaria Ruch
Blumenthal

Einen seltenen Fang holten die Angler aus Blumenthal vor fünf Jahren aus der Versenkung. Damals tauchten Unterlagen aus dem Jahre 1958 auf. Sie sind der Beweis, dass die Angler zu diesem Zeitpunkt ihr zehnjähriges Jubiläum vorbereiteten. Damit verdrängte das Jahr 1948 das bisher bekannte Gründungsdatum 1950.

Der heutige Anglerverein Blumenthal mit seinen 48 Mitgliedern gehört zu den ältesten Vereinen im Kreisangelverband (KAV) Kyritz. 2017 waren dort 19 Vereine Mitglied. Das Durchschnittsalter im Blumenthaler Verein liegt bei 45 Jahren. Der Blumenthaler Paul Stender und der Angelsport gehören eng zusammen: Er ist seit 1976 Mitglied bei den Anglern, übernahm 1978 den Posten des Schriftführers und wurde 1980 zum ersten Vorsitzenden gewählt. Damals trat er die Nachfolge von Ernst Schneider an.

Jugendwart Hartmut Paries mit einem präparierten Hechtkopf. Quelle: Christamaria Ruch

Zu den Höhepunkten der Feier zum zehnjährigen Bestehen im Jahre 1958 gehörte das Aalgreifen. „Die Aale befanden sich in einer Wanne, mit dem Fahrrad sind die Leute daran vorbei gefahren und haben nach den Fischen gegriffen. Heute wäre das undenkbar, weil das gegen den Tierschutz verstößt“, sagt der 67-jährige Paul Stender.

Wer in die Geschichte des Anglervereins Blumenthal sieht, erlebt eine Zeitreise. Seit 1948 konnten in der damals sowjetisch besetzten Zone Deutschlands wieder Sportsektionen aktiv werden. Fünf namentlich nicht mehr bekannte Blumenthaler riefen 1948 eine Sektion Angeln in ihrem Heimatort ins Leben. Sie war unter dem Dach der Betriebssportgemeinschaft (BSG) Fußball aktiv. Schon zehn Jahre später reihten sich 78 Mitglieder aus den umliegenden Dörfern bis hin nach Lellichow ein.

Angeln galt damals als wesentlicher Bestandteil der Versorgung. „Alle Handwerker waren dort Mitglied“, so Paul Stender. Fisch kam vor allem auf den Tisch, um ausreichend Nahrung zu erhalten. Heute ist es einfach ein schönes Hobby. Wenn dann noch kapitale Fische an der Angel landen, schlägt das Anglerherz höher.

Zusammenarbeit mit dem Berufsfischer vom Kattenstiegsee

„Damals arbeitete jede Angelsektion mit einem Berufsfischer zusammen“, sagt Paul Stender. In Falle der Blumenthaler war das Fischer Rappel vom Kattenstiegsee in Königsberg. „Dieser See lag den Anglern sehr am Herzen“, so Stender. „Es kamen immer mehr Angler aus der Umgebung von Blumenthal und Königsberg“, sagt Paul Stender.

Der 24. Mai 1954 ist die Gründungsstunde des Deutschen Anglerverbandes (DAV). Nur fünf Monate später, am 14. Oktober 1954, trat die „Verordnung der Förderung des Angelsports“ in Kraft. Damit verlor auch die Zusammenarbeit mit den Berufsfischern ihre Gültigkeit. Aus der Blumenthaler Sektion Angeln ging im November 1954 die Ortsgruppe Blumenthal/Königsberg hervor. Aus dieser Zeit stammt die Fahne, die die Angler bis heute in Ehren halten.

Angler verhinderten die Trockenlegung des Sees

Nach der politischen Wende 1989 zogen sich die Blumenthaler Angler aus dem Kattenstiegsee zurück. Dass der See noch existiert, gehört zu den größten Verdiensten der Ortsgruppe Blumenthal/Königsberg. „1961 strebte die LPG Königberg die Trockenlegung an“, so Paul Stender. Das Gewässer sollte zu einer Wiese umgewandelt werden. „Das war damals nicht selbstverständlich, dass sich eine Anglerortsgruppe gegen die Regierenden in Potsdam stellte“, sagt er. Doch die Angler konnten den Erfolg für sich verbuchen. Hecht, Karpfen, oder Schlei sind im Kattenstiegsee zu Hause.

1966 folgte wegen der hohen Mitgliederanzahl die Trennung der OG Blumenthal/Königsberg in zwei separate Ortsgruppen. 1968 pachteten die Blumenthaler Angler zunächst einen Teich im Ort, später kam noch ein zweiter hinzu. 2015 endete das Pachtverhältnis. Buntfische wie Barsche, Rotfedern oder Plötze sind dort zu Hause. „Das war vor allem für die Nachwuchsgewinnung wichtig, einen Angelteich nutzen zu können“, sagt der Vereinsvorsitzende. Seit Oktober 1991 sind die Blumenthaler im örtlichen Anglerverein organisiert.

Ein großes Problem ist die Privatisierung von Gewässern

Das größte Problem heutzutage ist die Privatisierung der Gewässer. „Das nimmt weiter zu“, sagt Stender. Bis zu fünfmal im Jahr zieht er heute mit der Angel los. „Der Sonnenaufgang ist wunderbar“, sagt er. Vor allem die Ruhe in und die Liebe zur Natur ziehen Paul Stender magisch an.

Hartmut Paries ist der zweite Vorsitzende im Verein und fischt erfolgreich in der Jugendarbeit. „Da bleibe ich jung, wenn ich mit dem Nachwuchs unterwegs bin“, sagt der 64-Jährige. Acht Kinder und Jugendliche sind im Anglerverein organisiert. Jährlich organisiert er Feriencamps. „Plätze zu finden, wo wir als Gruppe Platz haben, ist immer eine Herausforderung“, sagt er. Am liebsten ist er mit den Junganglern am Obersee unterwegs.

Das 70-jährige Bestehen des Anglervereins Blumenthal wird im Rahmen des Dorffestes und der 755-Jahr-Feier am Sonnabend, 9. Juni, gefeiert.

Von Christamaria Ruch

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