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Ostprignitz-Ruppin Anne Schuldt singt Jugendstil-Lieder
Lokales Ostprignitz-Ruppin Anne Schuldt singt Jugendstil-Lieder
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14:52 05.02.2018
Anne Schuldt überzeugte mit hochemotionalen Vortrag. Quelle: Regine Buddeke
Neuruppin

Wer auf heiteres Volksliedgut gehofft hatte, musste sich ziemlich umstellen. Der Jugendstil-Liederabend der Klassik-Konzertreihe des Musikvereins Neuruppin war ein Sonntagabend in tiefstem Moll und höchster Emotion. Mezzosopranistin Anne Schuldt und Pianist Christopher Lichtenstein machten ihn Dank der dunklen Töne zwischen Sehnsucht und Schmerz, Enttäuschung und Vorahnung, Melancholie und Hoffnung, Furcht und Tod zu einem ganz besonderen Erlebnis, das tief unter die Haut ging.

Gut 120 Zuhörer hatten sich im Foyer der Sparkasse in Neuruppin eingefunden, um der Mezzosopranistin und ihrem Begleiter zu lauschen. Die Sparkasse wurde damit ein weiteres Mal zum Konzertsaal, dessen Akustik für Kammerkonzerte durchaus gut taugt, wie vergangene Auftritte gezeigt haben.

Christopher Lichtenstein am Piano. Quelle: Regine Buddeke

Anne Schuldt beginnt mit Brahms. Im breiten Schaffen des Komponisten nimmt das Kunstlied eine Schlüsselstellung ein – 200 Lieder hat er Zeit seines Lebens geschrieben: vollendet durchkomponiert, jedes ein kleines Kunstwerk für sich. „Sonntag“ und „Vergebliches Ständchen“ bringen eine heiter-beschwingte Note ins Programm – „Verzagen“ und „Immer leiser wird mein Schlummer“ klingen eher bitter-süß, bevor nach einer Atempause, in der Christopher Lichtenstein ein Brahmsches Capriccio aus den Tasten perlen lässt, zu ganz schwerer Kost geht: Gustav Mahlers Kindertotenlieder.

Glanzvolle Uraufführung in Wien

Trotz des düsteren Themas war die Uraufführung 1905 in Wien ein großer Erfolg – die Lieder waren ein Höhepunkt seines Lied-Schaffens. Mahler hat in diesen Liedern Texte von Friedrich Rückert vertont, der zwei seiner Kinder verlor. Jahre später ereilte auch Mahler selbst solch ein Schicksalsschlag – er wollte seit dieser Stunde die Lieder nie wieder selbst aufführen, zu schmerzhaft war sein Verlust.

Anne Schuldt interpretiert die fünf Stücke mit solch emotionaler Ausdruckskraft, dass dem Publikum schier der Atem stockt. Beklemmende Texte, aufwühlende Klagerufe, wirre Gedanken und absolute Verzweiflung brechen sich das gleichermaßen Bahn. Ein Wechselbad der dunkelsten Gefühle, die in jedem Menschen schlummern. Man kann nur hoffen, dass diese Tür nie aufgestoßen wird. „Oft denk’ ich, sie sind nur ausgegangen“ – das geht wie spitze Messer unter die Haut – wer Kinder hat, schaudert innerlich. Und nicht nur der. Es dauert ein paar Sekunden, bis das Publikum nach dem letzten Ton zu applaudieren wagt.

Schwere Kost, die tief berührt

„Das ist schon schwere Kost – und berührt tief im Inneren“, sagt Barbara Stajkoski, die die Lieder zum ersten mal gehört hat. Sie sei eigentlich kein Mahler-Fan: „Aber diese Lieder sind wunderschön. Und wie sie sie singt, das ist so fantastisch. Was für eine perfekte Intonation“, schwärmt sie.

Auch nach der Pause ist Schwermut: „Die drei Schwestern wollten sterben“ oder „Die Mädchen mit den verbundenen Augen“ – allesamt mystisch-verschleierte Themen von weitschweifiger, ornamenthafter Melodik, wie sie der Jugendstil in beispielhafter Weise hervorgebracht hat. Nach drei verträumten Liedern Franz Schrekers über „Rosentod“ und „Unendliche Liebe“ endet dieses besondere Konzert und lässt nachdenklich zurück.

Von Regine Buddeke

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