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Ostprignitz-Ruppin Eingesperrt in den eigenen vier Wänden
Lokales Ostprignitz-Ruppin Eingesperrt in den eigenen vier Wänden
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10:01 01.06.2014
Annett Petke mit ihrem Yorkshire-Terrier Eddy. Sie kann sich nur noch mit Hilfe des Rollators in ihrer Wohnung bewegen. Quelle: Andreas Vogel
Neuruppin

Mit der Krankheit, die bei ihr im vergangenen Jahr diagnostiziert wurde und durch die sie kaum noch gehen kann, hat sich die 39-jährige Neuruppinerin inzwischen abgefunden. Doch die dreifache Mutter hatte gehofft, dass sie mit ihrer Familie endlich in eine barrierefreie Altbauwohnung im Erdgeschoss umziehen kann. Denn derzeit lebt sie mit ihrem Mann und den Kindern unterm Dach - und kann die Wohnung ohne fremde Hilfe nicht mehr verlassen. 84 Stufen sind es bis nach draußen. Ins Grüne. Ins normale Leben. Für Annett Petke nur erreichbar, wenn sie jemand runter- und dann auch wieder hochträgt.

"Wir hatten eine Wohnung in unserem Haus in der Rudolf-Breitscheid-Straße frei", sagt Peter Supranowitz. Der Neuruppiner Rechtsanwalt, der das Haus von der Neuruppiner Wohnungsbaugesellschaft (NWG) verwalten lässt, weiß selbst nicht so genau, warum die Wohnung nicht an Annett Petke ging. Immerhin hatte er von Annett Petke und ihrer Krankheit gehört - und von ihren Plänen, die Wohnung mit Zuschüssen rollstuhlgerecht umzubauen. "Das war eine tolle Sache. Aber dann hat wohl die Hartz-Behörde quergeschlagen", sagt Supranowitz.

Denn das Amt muss die Wohnung genehmigen und auch die Kosten tragen. Grund: Nicht allein Annett Petke ist auf Hilfe der Behörden angewiesen, sondern ebenfalls ihr Mann Henrico. Der 40-Jährige ist gelernter Landmaschinenmechaniker und nach zwei Schlaganfällen erwerbsunfähig. Die Wohnung in der Breitscheidstraße war jedoch zu teuer. Überhaupt plädieren Hartz-Amt und NWG dafür, dass Annett Petke mit ihrer Familie in eine Neubauwohnung umzieht. "Wir hatten dort auch schon etwas gefunden", sagt Bernd Lüdemann, Chef der Hartz-Behörde. Diese Wohnung hat Annett Petke abgelehnt. "Was soll ich mit einer 75 Quadratmeter großen Neubauwohnung? Die Küche und das Bad sind zu schmal für einen Rollator und einen Rollstuhl. Die kennen meine Situation nicht", sagt die Neuruppinerin. Sie will schließlich nicht nur im Bett oder auf dem Sofa liegen, sondern sich möglichst weiter im häuslichen Alltag einbringen. Das geht nur mit dem Rollator - und deshalb setzt Annett Petke weiter auf eine Altbauwohnung. Dort sind die Zimmer meist breiter, auch die Türen.

Amtsleiter Lüdemann findet das Schicksal von Annett Petke zwar "beklagenswert", aber "eine neue Wohnung können wir auch nicht besorgen". Gleichwohl wolle die Behörde versuchen, "schnell eine Lösung zu finden", versichert Lüdemann. Dabei will die Behörde ihre Spielräume ausnutzen, was die Mietkosten anbelangt. Derzeit darf der Quadratmeter Kaltmiete nur 4,20 Euro kosten. Aber die Richtlinie wird gerade überarbeitet. Hinzu kommt, dass die Behörde so ein Fall wie der von Familie Petke noch nicht untergekommen ist. Möglicherweise darf die Miete deshalb auch etwas höher sein.

Das ist für Gerd Klier selbstverständlich. "Es geht nicht um die Richtlinie des Kreises, sondern darum, dass überhaupt eine passende Wohnung für die Familie gefunden wird", sagt der Neuruppiner Rechtsanwalt, dessen bevorzugtes Fachgebiet Sozialrecht ist. Annett Petke gibt nicht auf. Sie will den neuesten Arztbericht der Berliner Charité zu ihrer Krankheit an Amtsleiter Lüdemann schicken. "Wir lassen nicht locker."

Von Andreas Vogel

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