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Ostprignitz-Ruppin Ansturm auf Lehrplätze in Kunsterspring
Lokales Ostprignitz-Ruppin Ansturm auf Lehrplätze in Kunsterspring
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00:18 02.04.2016
Deutsche und französische Forstlehrlinge wetteifern um Punkte auf einem Waldparcours in Kunsterspring. Quelle: Mischa Karth
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Kunsterspring

„Ritsch, ratsch, ritsch, ratsch.“ Mit vollem Körpereinsatz geht es auf dem weitläufigen Gelände der Waldarbeitsschule Kunsterspring zur Sache. Zentimeter um Zentimeter frisst sich die lange Schrotsäge in das Holz, nach etwa einer Minute fällt eine Scheibe zu Boden. Viel „handfester“ kann Völkerverständigung kaum aussehen. Es sind angehende Forstwirte aus Deutschland und Frankreich, die hier gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten. Sie wetteifern in gemischten Teams um die Bestzeiten auf einem improvisierten Parcours. An weiteren Stationen geht es darum, das Gewicht eines Holzklotzes zu schätzen oder am schnellsten eine Reihe von senkrecht stehenden Scheiten umzuwerfen. Trotz eines bunten Mischmaschs aus Deutsch, Englisch und Französisch klappt es mit der Kommunikation irgendwie.

Michael Schade steht am Rand und betrachtet zufrieden, wie schnell die Berührungsängste in diesem Jahr verflogen sind. Der Austausch zwischen der Waldarbeitsschule Kunsterspring und der Landwirtschafts- und Forstschule im französischen Mirecourt besteht nun schon über 20 Jahre, diesmal sind 19 junge Franzosen ins Ruppiner Land gekommen. Schade, Ausbildungsleiter beim brandenburgischen Landesbetrieb Forst, kümmert sich um das Programm der Woche, das unter anderem einen Besuch im Furnierwerk in Pritzwalk und einen Ausflug nach Berlin vorsieht.

Bewerber aus Japan, Spanien und der Ukraine

Derzeit hat der 54-Jährige jedoch noch anderes zu koordinieren. Parallel zum Besuch aus Mirecourt laufen in der Waldarbeitsschule gerade die Auswahlgespräche für das neue Ausbildungsjahr, das im September startet. Beim Blick auf die hohen Bewerberzahlen für die Ausbildung zum Forstwirt ist Schade selbst erstaunt. Mehr als 130 Anfragen hat der Landesbetrieb in diesem Jahr registriert – für gerade einmal 35 Ausbildungsplätze. Dass die Zahlen so hoch sind, während andere Betriebe händeringend nach Lehrlingen suchen, führt Schade auf das Besondere an der Arbeit des Forstwirts zurück – und auf den Standort. „Viele der Bewerber haben in den Gesprächen gesagt, dass sie gern in der Natur sind und nicht den ganzen Tag im Büro oder in der Werkstatt arbeiten wollen“, erzählt Schade. Besonders begehrt sei Kuns­terspring als Ausbildungsort, weil die Lehrlinge parallel zur Ausbildung die Fachhochschulreife erlangen können. Im dritten Jahr bietet die Landesforst den besten Auszubildenden zudem an, einen Schein zum Forstmaschinenführer zu machen. Das Konzept kommt offenbar an.

Die meisten Bewerbungen seien aus Berlin und Brandenburg eingetroffen, doch auch andernorts stoße die Ausbildung zum Forstwirt in den märkischen Wäldern auf Interesse. „Wir hatten zwei Bewerber aus Spanien, einen aus Japan und einen aus der Ukraine“, so Schade. Am Ende sei nur ein Spanier zu den Auswahlgesprächen gekommen, aber der Ausbildungsleiter freut sich über die Öffnung des Bewerberkreises. Das erste Jahr verbringen die Neulinge gemeinsam an der Waldarbeitsschule, die berufsschulische Begleitung erhalten sie am Oberstufenzentrum Neuruppin.

Der Gegenbesuch der Lehrlinge aus Kunsterspring in Mirecourt ist für Mitte Juni geplant. Schade wird ebenfalls mit in die Vogesen fahren. Er freut sich schon auf die Fahrt. „Die Waldarbeit im Mittelgebirge sieht ganz anders aus.“

Von Mischa Karth

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