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Anwohner fürchten den Schatten der Villen

Neuruppin Anwohner fürchten den Schatten der Villen

Investor Ulrich Kaatzsch reagiert auf die Proteste von Anwohnern gegen eine weitere Bebauung am Sportcenter in Neuruppin. Die umstrittene neuen Stadtvillen dort sollen niedriger werden und mehr Abstand zu den Nachbarn bekommen. Noch ist aber gar nicht klar, ob sie überhaupt gebaut werden dürfen.

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Rund um das Sportcenter an der Trenckmannstraße gibt es freie Flächen, die jetzt bebaut werden sollen – zum Ärger von Anwohnern.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Bauherr Ulrich Kaatzsch kommt der Bürgerinitiative gegen die weitere Bebauung rund um das Neuruppiner Sportcenter offenbar entgegen. Aufgrund der Proteste von Anwohnern wurden die Pläne deutlich reduziert, sagt Planer Jörg Lewin.

Investor Kaatzsch würde gern auf freien Flächen unmittelbar am Sportcenter weitere Wohnhäuser bauen. Mehrere Stadtvillen sind im Gespräch. Von bis zu drei Geschossen hatten Anwohner gehört. Etliche von ihnen machen sich Sorgen, was das für sie und ihre Häuser bedeuten wird. In drei Straßen haben sich die Anlieger inzwischen zusammengeschlossen und Unterschriften gegen das Bauvorhaben gesammelt.

Einige Anwohner fürchten offenbar, die neuen Stadtvillen könnten dazu führen, dass ihre Grundstücke nachmittags nur noch im Schatten liegen. Andere fürchten um ihre Ruhe, wenn dort weitere Wohnungen entstehen und damit auch deutlich mehr Verkehr. Sie lehnen eine Änderung des Bebauungsplanes für dieses Areal deshalb ab. Am Donnerstag soll sich der Bauausschuss der Stadt Neuruppin damit befassen.

Schon jetzt hätte dort eine große Halle gebaut werden dürfen

Die Bedenken der Anwohner kann Planer Lewin verstehen – wenn auch nicht immer in vollem Umfang. „Eigentlich könnte wir dort schon seit Jahren bauen“, sagt er. Denn nach dem bisher gültigen Bebaungsplan hätte das Sportcenter eine bis zu zehn Meter hohe Badmintonhalle errichten können, die den Anwohnern erst Recht den Blick genommen hätte. Dass dort eine solche große Halle geplant ist, sei auch schon bekannt gewesen, als sich die heutigen Anwohner damals entschieden haben, dort selbst zu bauen. „Die Leute vergessen, dass es derselbe Bebauungsplan ist, der ihnen den Bau ihrer Häuser ermöglicht hat“, sagt Lewin.

Von der Idee eines Badmintonhalle hat sich Investor Kaatzsch inzwischen verabschiedet. Genau deshalb hat er nun auch beantragt, den Bebauungsplan für das Areal rund um das Sportcenter noch einmal zu überarbeiten. Geplant sind laut Stadtverwaltung mehrere Stadtvillen mit Wohnungen und eine Erweiterung des Hotels im Sportcenter.

Zweigeschossige Stadtvillen sollen weniger Schatten werfen

Entgegen der ersten Planungen soll der Abstand zwischen den neuen Stadtvillen mit jeweils acht Wohnungen und den Einfamilienhäusern an der Bienengräberstraße inzwischen größer sein. „Die Stadtvillen werden erst 25 Meter entfernt vom nächsten Haus entstehen“, sagt Ulrich Kaatzsch. Außerdem sollen die unmittelbar benachbarten Stadtvillen nun nur noch zweigeschossig gebaut werden, sagt Lewin vom Büro Plankontor; ein drittes Vollgeschosse sei dort vom Tisch.

Mit einer Schattensimulation soll außerdem geklärt werden, wie viel Sonne den Nachbarn tatsächlich verloren geht. Er gehe aber davon aus, „dass das Freizeitwohnen nicht wirklich beeinträchtigt wird“, sagt Lewin. Heißt übersetzt: Terrassen, Erdgeschoss und Garten der Nachbarhäuser sollen trotz der Stadtvillen nicht im Schatten liegen.

Gutachten soll klären, ob Schadstoffe im Boden sind

Der Neuruppiner Bauausschuss berät am Donnerstag ab 18.30 Uhr im Rathaus über die Pläne. Erst einmal geht es dort aber nur um die Frage, ob der bisherige Bebauungsplan überhaupt geändert werden soll. Das Verfahren würde sich über Monate hinziehen; Anwohner und Behörden müssten beteiligt werden.

Dabei wird es wohl auch um die mögliche Schadstoffbelastung des Geländes gehen. Um das Areal rundherum wird schließlich genau deshalb seit Jahren gestritten, seitdem der Landkreis die Nutzung des Grundwassers wegen giftiger Stoff im Boden untersagt hat.

Er habe das Areal, das jetzt bebaut werden soll, inzwischen untersuchen lassen, sagt Bauherr Ulrich Kaatzsch: „Die Flächen sind LHKW-frei.“ Die Stadt erwartet dazu ein Gutachten.

Von Reyk Grunow

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