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Apfelzeit auf der Streuobstwiese

Dreetz Apfelzeit auf der Streuobstwiese

Auf der Streuobstwiese des Dreetzer Arboretums können Besucher jetzt viele verschiedene Apfelsorten probieren. Seit sechs Jahren werden auf dem Gelände alte Obstsorten bewahrt. Inzwischen sind es rund 60. Die Erntezeit beginnt schon im späten Frühjahr mit den Kirschen.

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Der Förster Roland Protz schwört vor allem auf die Quitten.

Quelle: Alexander Beckmann

Dreetz. Sie heißen Hasenkopf und Clapps Liebling, Purpurroter Cousinot und Prinz Albrecht von Preußen, Schöner von Nordhausen und Altländer Pfannkuchenapfel, und die Spätsommersonne lässt sie jetzt erstrahlen. Auf der Streuobstwiese des Dreetzer Arboretums ist die Apfelsaison voll im Gange.

Der Förster Roland Protz – er ist Hausherr des Arboretums in der Bartschendorfer Straße – zeigt sich mit dem Obstjahr schon jetzt zufrieden: „Für das Alter der Bäume haben wir ’ne ganze Menge Obst.“ Vor sechs Jahren wurde die Streuobstwiese als Teil der Gehölzsammlung eröffnet. Seit Mitte Juni die ersten Kirschen reif wurden, liefern die Bäume und Sträucher praktisch durchgehend Früchte: Stachel- und Johannisbeeren, Pflaumen und nun eben Birnen und Äpfel. Roland Protz schätzt den Bestand auf rund 60 Sorten. „Grundsätzlich sind es nur alte Sorten – und nur hochstämmige Bäume.“

Der Purpurrote Cousinot wurde schon im 16 Jahrhundert kultiviert

Der Purpurrote Cousinot wurde schon im 16. Jahrhundert kultiviert.

Quelle: Alexander Beckmann

Denn die seien nun einmal typisch für so einen Standort: „Streuobstwiesen sind damals entstanden, weil man das Land gleichzeitig auch als Weide zum Beispiel für Schafe nutzen wollte.“ Aber die sollten natürlich nicht das Obst wegfressen. Auch in Dreetz stehen Weidetiere mit auf der Wiese. Doch die zwei Gotlandschafe dienen eher zu Demonstrationszwecken. „Ich kann nicht so viele Tiere halten, wie ich brauchte, um die Wiese abzuweiden“, erklärt Roland Protz. „Das macht eben sehr viel Arbeit.“

Die Streuobstwiese ist ständig gewachsen. Auch jetzt plant der Förster schon die nächste Erweiterung: eine Art Gnadenhof für Obstbäume. Protz stellt sich das so vor: „Wenn jemand sagt: Mensch, ich hab da so einen schönen alten Baum, weiß aber nicht wie ich ihn erhalten soll, dann könnten wir von Reisern in der Baumschule neue Setzlinge ziehen lassen und die hier einpflanzen.“

Unterstützt werden solche Ideen und das Arboretum insgesamt von der Forstverwaltung, von der Gemeinde Dreetz und vom Förderverein Dreetz. Er sammelt Spenden, die der Anschaffung neuer Pflanzen dienen. „Und wenn wir dann noch Paten dafür finden, ist das natürlich schön.“ Überall auf der Streuobstwiese weisen kleine Schilder auf Unterstützer hin.

Zwei Gotlandschafe demonstrieren die historische Funktion der Streuobstwiese als Obstplantage und Weide

Zwei Gotlandschafe demonstrieren die historische Funktion der Streuobstwiese als Obstplantage und Weide.

Quelle: Alexander Beckmann

Ein gewisses Risiko gibt es dabei. Auch in der Vergangenheit ist nicht jeder Baum gediehen. „Einmal hatten wir ein Problem mit Wühlmäusen. Die haben uns zwei Bäume komplett abgefressen“, erzählt Roland Protz. „Jetzt bauen wir beim Pflanzen immer gleich einen Schutz mit ein.“ Ansonsten müssen die Bäume aber zusehen, wie sie zurechtkommen. „Wir machen grundsätzlich nichts mit Chemie. Wenn die Früchte klein sind, dann ist das eben so.“ Gewässert werde selbstverständlich. Und Reiner Lehmann, Gärtner im Ruhestand aus Wusterhausen, kümmert sich ehrenamtlich um den Gehölzschnitt. „Gute Tipps gibt er uns auch“, sagt Roland Protz.

Er selbst findet die aktuelle Apfelschwemme zwar ganz nett, seine Lieblingsfrucht ist aber die Quitte: „Wenn man die einkocht, ist das superlecker als Chutney – zum Beispiel zu Wild.“ Generell dürfe auf der Wiese jeder Besucher jede Frucht probieren – „aber nicht eimerweise wegtragen“.

Von Alexander Beckmann

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