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Ostprignitz-Ruppin Appetit auf Gänsenblumen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Appetit auf Gänsenblumen
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00:19 28.08.2017
Stolz hielt jeds Kind am Ende einen Tiegel mit der selbst hergestellten Heilsalbe in den Händen. Quelle: Sandy Kersting
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Kyritz

Mit Leidenschaft und Freude nahmen 20 Kinder und zehn Erwachsene am Mittwoch in Kyritz an der Kräuterwanderung mit Kristin Peters teil. Die Teilnehmer staunten, welch kostbare Wiesen direkt vor der Tür ihre Schätze offenbarten: Heil-, Genuss- und Wildpflanzen im naturheilkundlichen Einsatz, soweit das Auge blicken konnte. Die Gruppe zeigte sich mehr als interessiert, denn nicht nur, dass die Kräuter gesammelt werden sollten, nein – zum Ende der Sammlung sollte eine eigene Salben hergestellt werden. Damit war auch das Interesse der jungen Teilnehmer geweckt.

Kristin Peters beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der modernen Heilpflanzenkunde und mit der Volksheilkunde bis hin zur vorchristlichen Erfahrungsheilkunde.

„Pflanzen sind schon immer meine Leidenschaft gewesen,“ sagt sie und fügt dem hinzu, dass sie selber nie auslerne und täglich neues über die Kräuter erfährt.

Sie führt die Gruppe auf die Wiesen hinter das Mehrgenerationshaus. Als erstes pflügt sie ein Gänseblümchen und präsentiert es der Gruppe in ihrer Hand wie auf einem Festteller – die erste Delikatesse. „Lecker“ das war der Kommentar eines jungen Teilnehmers, als er sich genüsslich das Gänseblümchen schmecken lässt. Frau Peters erklärt, dass das Gänseblümchen sehr reich an Mineralien und ätherischen Ölen ist. Ein Tee aus den Blättern dieses Blümchens regt den Appetit und Stoffwechsel an, fördert die Verdauung und kann durch seine krampfstillenden Fähigkeiten auch Husten lindern. Auch äußerlich angewandt kann Gänseblümchentee Ausschläge lindern, unreine Haut klären und hartnäckige Wunden heilen. Dieses Blümchen sollte die erste Zutat für die Heilsalbe sein.

Auf dem Weg zur zweiten Zutat gab es einen kurzen Stopp, um sich an einem Sauerampfer zu laben. Spitz wie ein Pfeil und unten mit einem Zipfel, das konnte man ja gar nicht verwechseln, knabberten die Besucher an dem säuerlichen Blatt, das durchaus einen angenehmen Geschmack hatte. Kristin Peters warf ein, dass sie gern mal einen Salat aus Sauerampfer zubereitet.

Angekommen an der Schafgarbe weist Kristin Peters darauf hin, dass man sich nicht ohne ein Erkennungsbuch auf die Spuren der Natur begeben sollte. Sie empfiehlt das Buch, Was blüht denn da? Die Schafgarbe erklärt sie, ist eine beliebte klassische Heilpflanze, die für die Verdauungsorgane und Frauenleiden eingesetzt werden kann. Äußerlich kann sie ähnlich wie die Kamille verwendet werden. Sie wirkt beruhigend, blutstillend, krampflösend und gefässtonisierend und wird neben vielen anderen Anwendungsbereichen auch für die Wundheilung eingesetzt. Also hat sie mit ihren Qualifikationen eine absolute Berechtigung, auch zum Bestandteil der Heilsalbe zu werden.

Auf der weiteren Wanderung begegnen der Gruppe Kräuter wie der Rainfarn, die kanadischen Goldrute, die wilden Möhre, das Johanneskraut, die Brennesel, der Beifuß und der blühende Löwenzahn bis schließlich hin zum Spitzwegerich.

Desinfektionsmittel aus der Natur

Kirsten Peters sagt: „Der Spitzwegerich wächst unauffällig an Wegrändern und auf Wiesen. Wer ihn kennt, erkennt ihn an seinen langen schmalen Blättern, die wie Lanzen aus dem Boden schießen.“ Sie nimmt ein Spitzwegerichblatt in die Hand, zerreibt es und erklärt: „ Wenn man sich in der freien Natur verletzt hat, oder von einem Tier gestochen wurde und weder Pflaster noch Desinfektionsmittel dabei hat, hilft es, ein paar Blätter zwischen Daumen und Zeigefinger zu zerreiben und auf die Wunde zu legen.“

Nun hieß es, die Zutaten für die Heilsalbe gemeinsam zu sammeln. die Blüten des Gänseblümchens und der Schafgarbe, dazu die Blätter des Spitzwegerichs. Mit der Beute wanderte die Gruppe zurück ins Mehrgenerationshaus. Auf dem Weg dorthin berichtete Roswitha Leest, die Leiterin des Familienzentrums, dass sie sehr froh darüber ist, dass diese Wanderung speziell für Kinder stattfindet – als Teil des Ferienprogramms. „Für uns stehen die fünf Bs im Vordergrund, dass sind Begegnung, Bildung, Begrüßung, Bewegung und Begleitung wobei natürlich die Wertschätzung an erster Stelle steht. Hier treffen sich Familien und tauschen sich aus. Ich freue mich über jede Veranstaltung, die so gut angenommen wird wie diese.“

Die nächsten zwei Stunden verbrachte man damit, die Blüten vom Stengel zu trennen und zusammen mit den Blättern der Schafgarbe zu einem Brei zu mörsern, bis die Struktur möglichst zerstört ist. Danach wurde der Brei in einem bestimmten Verhältnis mit Olivenöl gemischt und köchelte unter gleichmäßigem Rühren 20 Minuten. Die ganze Gruppe stand um den Herd herum und wechselte sich mit dem Rühren ab. „Die Herstellung der Salbe erfüllt einen meditativen Zweck und kann durchaus beruhigend wirken“ sagte Kristin Peters, die den Prozess der Herstellung kontollierte. Unter der Zugabe von Bienenwachs und Kakaobutter entstand die Salbe, die zum Schluss, nachdem sie abgekühlt war, in einzelne kleine Gläschen gegossen und an alle fleißigen Sammler verteilt wurde. Die jungen Besucher präsentierten stolz ihr Ergebnis.

Wer sich für Pflanzenheilkunde interessiert, kann im Internet unter https://www.kristin-peters.de/pflanzenheilkunde weitere Informationen finden. Ebenso findet man das Programm des Familienzentrums unter https://www.kyritz.de.

Von Sandy Kersting

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