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Ostprignitz-Ruppin Arbeit 4.0: Herausforderung an Jobcenter
Lokales Ostprignitz-Ruppin Arbeit 4.0: Herausforderung an Jobcenter
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00:31 03.03.2018
Auch das Jobcenter von Ostprignitz-Ruppin muss sich auf eine digitalisierte Arbeitswelt einstellen. Quelle: Björn Wagener
Neuruppin

Ein Dachdecker braucht solides handwerkliches Können. Doch nicht nur das. Mehr und mehr sind auch digitale Kompetenzen gefragt. Er muss etwa eine Drohne bedienen und ihre Bilder auswerten können, um die Schäden an einem Kirchturm zu bewerten.

Welche Herausforderungen stellt Arbeit 4.0 an die Jobcenter? Was bedeutet die Digitalisierung der Arbeit für ihre Kunden? Diese Fragen haben sich die Teilnehmer einer eineinhalbtägigen Konferenz in dieser Woche in Neuruppin gestellt. Vertreter von acht Landkreisen, die Jobcenter in Eigenregie betreiben – so genannte Optionskommunen – kamen zusammen. Erstmals tagte die Gruppe, die sich sonst in Berlin trifft, in Neuruppin.

Geringqualifizierte haben weiter Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Die gute Nachricht vorweg: Auch in einem digitalisierten Arbeitsmarkt wird es noch Beschäftigungen für Geringqualifizierte geben. „Es ist nicht automatisch so, dass einfache Tätigkeiten wegfallen“, sagte der Leiter des Jobcenters von Ostprignitz-Ruppin, Bernd Lüdemann. Gleichwohl werde es immer wichtiger, dass Jobcenterkunden Offenheit im Umgang mit neuen Medien mitbrächten. „Für die Arbeit 4.0 zählt nicht primär der Berufsabschluss, sondern die Kompetenzen, die jemand mitbringt.“

Wer sich künftig auf dem Arbeitsmarkt behaupten will, muss lernbereit sein und digitale Kompetenzen ausbauen. Mehr als bisher werden Jobcentermitarbeiter ihre Kunden in den ersten Wochen an einem neuen Arbeitsplatz betreuen und im Umgang mit neuer Technik unterstützen. „Wir werden die Begleitung auch der Vermittlung fortsetzen müssen“, sagte Lüdemann.

Jobcenter müssen neue Kommunikationswege entwickeln

Die Digitalisierung der Arbeit stellt auch die Jobcenter selbst vor große Herausforderungen: Sie müssen ihre Kommunikationswege anpassen. Terminvergaben oder Terminerinnerungen über Portale, Sicherheit beim Datentransfer oder eine komplett elektronische Akte – „einige Jobcenter sind da schon sehr weit, andere noch ganz am Anfang“, sagt Lüdemann.

Wann das Jobcenter von Ostprignitz-Ruppin komplett papierfrei arbeiten wird, ist nach Einschätzung von Landrat Ralf Reinhardt „nicht seriös zu beantworten“. Noch fehle es an einem rechtlichen Rahmen, mit dem die Jobcenter eine elektronische Akte einführen könnten. Technisch gebe es noch einige Risiken.

Auch Unternehmen arbeiten noch an ihrer digitalen Zukunft

Auch die Unternehmen selbst sind nicht immer auf die digitale Zusammenarbeit mit dem Jobcenter vorbereitet. „Wir haben da eine große Bandbreite von Unternehmen“, sagt Michael Steffen, Leiter des Jobcenters Uckermark und zugleich Sprecher der Gruppe von Landkreisen, die sich in Neuruppin traf. „Wir haben noch immer Anbieter, die keine E-Mail-Adresse und kein Smartphone haben.“

In Deutschland gibt es derzeit 104 Landkreise und Städte, die Jobcenter in Eigenregie betreiben. Um Erfahrungen auszutauschen, treffen sich die Optionskommunen etwa dreimal jährlich in festen Gruppen. Ostprignitz-Ruppin gehört zum so genannten Vergleichsring 1, einer Gruppe aus ländlich geprägten Optionskommunen.

Weiteres Treffen in Neuruppin ist geplant

Unter den acht Teilnehmern sind etwa die Landkreise Anhalt-Bitterfeld, Görlitz oder Uckermark. „Wir sind vergleichbare Partner mit unterschiedlichen Erfahrungshorizonten“, sagt Reinhardt. „Das macht einen Austausch sehr fruchtbringend.“ Ein weiteres Treffen ist in Neuruppin bereits geplant. 2019 – zum Fontanejahr.

Von Frauke Herweg

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