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Ostprignitz-Ruppin Arbeiten bei Bälow dauern etwas länger
Lokales Ostprignitz-Ruppin Arbeiten bei Bälow dauern etwas länger
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00:18 11.03.2016
Die Kreisstraße K 7005 bei Bälow. Links und rechts des als Deich fungierenden Damms wurden bereits zahlreiche Bäume gefällt, um Platz für die Deichbauarbeiten zu schaffen. Quelle: Andreas König
Bälow

Wie von einer riesigen Hand beiseitegedrückt, liegen die Baumstämme links und rechts des Bälower Deichs auf der Erde. Trassierstangen mit leuchtend orange-farbenen oder neongelben Köpfen markieren eine Trasse. Man könnte denken, die Straßenbauarbeiten können gleich beginnen. In Wirklichkeit dauert es noch bis 2018, ehe die Kreisstraße K 7005 vollständig erneuert sein wird.

Steigt der Pegel, ist es mit der Idylle vorbei

In normalen Zeiten wirkt die in einer weitschweifenden Rundung gefertigte Straße wie ein gemütlich sich windender Damm, von dessen Krone aus die Elbe fern in der Sonne glitzert. Doch mit der Idylle ist es immer dann vorbei, wenn der Pegel der Elbe in Richtung Hochwasser steigt. Dann wird die sanft geschwungene Straße zum letzten Bollwerk gegen die Fluten. Exakt aus diesem Grund musste sie bereits mehrfach mit allen Mitteln verteidigt werden. Zuletzt verstärkten Einsatzkräfte des Landkreises Prignitz und der Bundeswehr die Straße mit einer zweiten Ebene im Hinterland, einer Berme. Doch das genügt nicht, um einen dauerhaften Hochwasserschutz zu erreichen.

Wasserbausteine und Erdtransporte für den Deichbau. Quelle: Andreas König

Daher wird der Deichabschnitt auf ganzer Länge zwischen Bälow und Sandkrug erneuert. Während der wasserseitige, hinter einem lichten Waldstreifen befindliche Deichabschnitt bereits seit vergangenem Jahr mit Hilfe von Vlies, Wasserbausteinen und Erde ertüchtigt wird, musste für den Kreisstraßenabschnitt zunächst Baufreiheit geschaffen werden.

Langwieriger Einigungsprozess

Bis sich das für den Hochwasserschutz zuständige Landesamt für Umwelt mit dem Landkreis Prignitz darauf einigte, den Deich auf der Straße zu bauen und nicht parallel zu ihr, verging ebenfalls einige Zeit. Nun ist man übereingekommen, diese raumsparende Variante zu wählen. Die eigentliche Ortsdurchfahrt Bälow wurde bereits im vergangen Jahr erneuert. Das geschah nicht allein, um den Anwohnern eine angenehmere Zufahrt zu ihren Grundstücken zu ermöglichen, sondern gleichfalls aus Gründen des Hochwasserschutzes. Nun ist sie so ausgelegt, dass auch schwere Fahrzeuge im Falle eines Falles passieren können.

Schwieriges Arbeiten n der Wasserkante

„Noch liegen wir im Zeitplan“, sagt Rainer Fritze vom Perleberger Planungsbüro Pöyry. Er betreut sowohl den jetzt im Bau befindlichen Deichabschnitt zwischen Sandkrug und Scharleuk, als auch den kommenden Abschnitt. „Die winterlichen Bedingungen, vor allem die stürmischen Winde haben unsere Zeitreserven allerdings so gut wie aufgebraucht“, erklärt er. Bei dem jetzt im Bau befindlichen Wall handelt es sich um einen Schardeich, also einen Deich, der direkt ans Wasser grenzt. Kein Vorland dient als Pufferzone. Eisgang und Wind haben leichtes Spiel, wenn man ihnen nichts entgegensetzt. Genau aus diesem Grund wird die elbseitige Böschung des Deichs mit Wasserbausteinen gesichert. Auf eine vertikale Wand, wie etwa am benachbarten Hinzdorfer Abschnitt, oder am Elbedeich bei Garsedow verzichten die Ingenieure hingegen.

Beraten den Bauablauf (v.l.): Siegfried Moog vom Landesamt für Umwelt, Helge Puchert und Klaus-Dieter Puchert von der Baufirma Westa aus Hagenow, Ole Olschewski von der Schweriner Niederlassung des Planungsbüros Pyöry und sein Perleberger Kollege Rainer Fritze Quelle: Andreas König

„Wir können mit unserem Part des Bauvorhabens erst beginnen, wenn das Landesumweltamt mit dem Deichbauteil fertig ist“, sagt Michael Becker. Der Werkleiter der Kreisstraßenmeisterei Prignitz rechnet damit, dass er frühestens 2017 mit dem Straßenbau beginnen kann. Fertiggestellt würde die K 7005 dann erst 2018. Ursprünglich sollte alles eine Jahr früher fertiggestellt sein.

Dorf wird länger als ein Jahr zur Sackgasse

Die Verzögerung ist zwar nicht gravierend, aber für die Anwohner von Bälow bringen die Arbeiten doch eine erhebliche Belastung mit sich. Das Dorf wird zur Sackgasse, der Verkehr kann lediglich von Süden aus hineinfließen, weiter in Richtung Wittenberge geht es auf geradem Weg nicht. Andererseits wünscht sich wohl niemand ähnlich nervenaufreibende Einsätze wie den von 2013, als in mehrere Häuser in Bälow Wasser eindrang und der Deich zu überströmen drohte. Mit Nachtschichten und großem Kraftaufwand hatten die Feuerwehrleute seinerzeit noch Schlimmeres verhindern können. Angesichts solch schlimmer Erfahrungen nehmen die Bälower sicher kleinere Unannehmlichkeiten in Kauf.

Problemzone Bälow

Bei den Hochwasserereignissen der jüngeren Vergangenheit galt dem zur Gemeinde Rühstädt gehörenden Dorf Bälow immer wieder die gesteigerte Aufmerksamkeit der Fachleute.

Vor allem die Kreisstraße 7005 galt als problematisch, weil sie auf rund 950 Metern auf dem Deich verläuft.

Ungefähr ab Mitte Juni sollen die Arbeiten am Deich beginnen. Dazu muss zunächst die alte Kreisstraße abgebrochen werden. Für zwölf bis 14 Monate, so lautet der Plan, soll der Deich erneuert und auf die Höhe des Bemessungshochwassers von 7,99 Meter am Pegel Wittenberge (inklusive einem Meter Freibord) angehoben werden.

Für den Hochwasserfall gilt ein gesonderter Abwehrplan. Der durch die Bauarbeiten geschwächte Deich würde dann verstärkt. Nach dem Deich soll die Kreisstraße erneuert werden. akö

Auch der jetzt in Bau befindliche Abschnitt bis Sandkrug ist bereits jetzt sicherer als bei der Elbeflut 2013. Damals hatten Bundeswehrsoldaten den Wall mit Strohballen und Folie verstärkt. Das Provisorium sah seltsam aus, aber es funktionierte. Aus dieser Zeit stammt auch die jetzt hinter der Deich-Kreisstraße befindliche Berme. Spätestens 2018 soll die Zeit der Provisorien in Bälow vorbei sein.

Von Andreas König

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