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Großes Chortreffen in Rheinsberg

95 Jahre Arbeitergesangverein Rheinsberg Großes Chortreffen in Rheinsberg

Mehrfach wurde das Sängerfest von Regengüssen unterbrochen, aber das tat der Freude von Sängern und Zuhörern keinen Abbruch. Zum 95. Geburtstag des Arbeitergesangvereins Rheinsberg gaben sich die Chöre von nah und fern in Rheinsberg ein Stelldichein der Extraklasse.

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Der Rheinsberger Arbeitergesangverein im Schlosstheater.

Quelle: Jürgen Rammelt

Rheinsberg . Am Ende gingen die Meinungen auseinander. War nun der Gesang der Chöre aus Anlass des 95-Jährigen Bestehens des Arbeitergesangsvereins (AGV) Rheinsberg auf dem Hof der Musikakademie der Höhepunkt oder der zweite Teil, der wegen des regnerischen Wetters ins Schlosstheater verlegt werden musste? Auf alle Fälle saßen die Zuhörer im vom Preußenprinzen Heinrich errichteten Theater trocken, und die Sänger freuten sich über eine deutlich bessere Akustik.

Doch erst einmal wurde das Festkonzert am Sonnabend auf dem Hof der Musikakademie eröffnet. Neben Rheinsbergs Bürgermeister Jan-Pieter Rau beglückwünschten der Ortsvorsteher Sven Alisch und der Vorsitzende des Sängerkreises Prignitz-Ruppin, Hans-Hermann Litzenberg, den Jubiläumschor, der mit dem Lied „Freunde lasst uns singen“ die Festveranstaltung eröffnet hatte.

Ihre Fahne halten die Rheinsberger in Ehren

Ihre Fahne halten die Rheinsberger in Ehren.

Quelle: Jürgen Rammelt

Dann kündigte Ulrike Liedtke, die die Moderation übernommen hatte, mit dem Männerchor 1848 Mirow den ersten musikalischen Gratulanten an. Vielstimmig sangen die Männer aus Mecklenburg-Vorpommern, die mit dem Schiff angereist waren, das bekannte „Ein Heller und ein Batzen“ sowie weitere Lieder aus ihrem Repertoire. Auch der anschließende Gemischte Chor aus dem mecklenburgischen Schwarz hatte sich mit „Tanzen und Springen“, dem „Kleinen Kuckuck“ und „Das Leben bringt groß Freud“ bekannte Volkslieder ausgesucht.

Die weiteste Anreise hatten die Mitglieder der Chorgemeinschaft Hoffnung-Holsatia 1880 aus Bergedorf. Mit dem von Claudia Schneider geleiteten Chor pflegt der Rheinsberger AGV seit vielen Jahren eine enge Freundschaft. Mehrfach waren die Hamburger in Rheinsberg und die Rheinsberger an der Waterkant zu Gast. Doch der Auftritt sollte kurz werden. Über dem Kavalierhaus fielen aus dicken Wolken die ersten Regentropfen, so dass erst einmal eine Pause eingelegt werden musste.

Obwohl Minuten später der Regen etwas nachgelassen hatte, war die Freude von kurzer Dauer. Es begann immer heftiger zu regnen, so dass sich die Organisatoren entschlossen, die Veranstaltung in das Schlosstheater zu verlegen. Dort war es zumindest warm und trocken, und die Sänger des Städtischen Männerchores 1836 Wittstock überreichten mit „La Pastorella“, „Komm in die Gondel“, der „Berliner Luft“ und weiteren Liedern einen musikalischen Blumenstrauß der Extraklasse.

Bevor der Männerchor 1854 Flecken Zechlin seine musikalischen Glückwünsche überbringen durfte, gehörte die Aufmerksamkeit noch einmal den „Hamburger Jungs“, deren Auftritt durch den Regen unterbrochen wurde. In ihren blau gestreiften T-Shirts und mit roten Halstüchern singen die Holsatianer von Wolken, Wind und Meer und auch der Schifferklavier spielende Hein kommt neben der Fischverkäuferin Anna zu musikalischen Ehren.

Dann betreten 16 farbenfroh gekleidete Frauen die Bühne. Es sind die Damen vom Rheinsberger Frauenchor. Ulrike Liedtke verrät, dass der einst von Gabriele und Herbert Pieper gegründete Chor mit 37 Jahren das jüngste Ensemble im Reigen der Gratulanten ist. Die Frauen verbindet eine enge Freundschaft mit dem AGV und weil Sänger meist nach der Probe oder einem Auftritt trockene Kehlen haben, gibt es sieben Fünf-Liter-Fässchen Bier als Geburtstagsgeschenk.

Blumen und eine Ehrenmitgliedschaft

Beim Sängerfest wurden mehreren verdienten Chormitgliedern Ehrungen zu teil. So wurden für 40-und 20-jährige Mitgliedschaft im Arbeitergesangsverein Rheinsberg (AGV) Klaus Bleihöfer und Wolfgang Tralles mit der Ehrennadel des brandenburgischen Chorverbandes geehrt.

Blumen und Urkunden gab es auch für Joachim Ludwig, Heinz Freund, Bernd Zöhn, Günter Kohlmetz und weitere Mitglieder des Jubiläumschores, die seit 55 und 45 Jahren Mitglied im AGV sind.

Eine Überraschung hatte zudem der Vorsitzende des Rheinsberger Chores, Siegfried Gawlick, parat. Ulrike Liedtke, der langjährigen Direktorin der Musikakademie Rheinsberg und jetzigen Landtagsabgeordneten der SPD, wurde die Ehrenmitgliedschaft im AGV verliehen.

Die anschließenden Auftritte des Frauenchores und des Arbeitergesangsvereines gehören zweifelsohne zu den Höhepunkten des Festkonzerts. Lieder wie „Dreaming“, die „Irischen Segenswünsche“ und der Gospelsong „Soon an very soon“, gesungen von den Rheinsberger Frauen, kommen beim Publikum genauso gut an wie der Gesang der Jubilare, die mit dem Puhdys-Song „Alt wie ein Baum“, mit einem Wanderlieder-Medley und den „Alten Kameraden“ vom Publikum mit Beifallsstürmen überhäuft werden.

Doch es gibt noch eine Steigerung: Gemeinsam singen die beiden Rheinsberger Chöre den „Zigeunerchor“ aus Verdis Oper „Der Troubadour“, bei dem Frank Schwiesow mit zwei Hämmern einen Amboss zum Klingen bringt, und den bekannten „Freiheitschor“ aus der Oper „Nabucco“, bevor mit Unterstützung des Publikums mit der „Märkischen Heide“ ein Konzert der Extraklasse zu Ende geht.

Von Jürgen Rammelt

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