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Ostprignitz-Ruppin Männerchor Rheinsberg wird 95
Lokales Ostprignitz-Ruppin Männerchor Rheinsberg wird 95
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15:37 23.06.2015
Der Arbeitergesangverein Rheinsberg um 1922. Quelle: privat
Rheinsberg

Das Volkslied hat in Deutschland eine große Tradition. Ende des 19. Jahrhunderts entdeckte die aufstrebende Arbeiterbewegung das Kulturgut für sich. Um 1920 hatte der „Deutsche Arbeiter-Sängerbund“ als Zusammenschluss der lokalen proletarischen Gesangsvereine 225 000 Mitglieder. In jenem Jahr gründete sich auch der Arbeitergesangverein Rheinsberg. Am 26. Juni kamen zwölf Sänger der damaligen Steingutfabrik zusammen und bildeten den neuen Chor. Sie gaben sich den Namen „Vorwärts“ und legten sich ein rotes Banner zu.

Dass dieses Banner noch heute im Original erhalten ist, ist nur dem Mut eines Sängers zu verdanken, so will es die Überlieferung. In der NS-Zeit waren die Gesangsvereine verboten und wurden gleichgeschaltet, das Rheinsberger Banner aber überstand das Dritte Reich gut versteckt hinter einer Schrankwand. Die Faktenlage zu den frühen Jahren ist jedoch schwierig, wie Heinz Karwath erklärt; Karwath kümmert sich seit vielen Jahren um die Pressearbeit des Chores.

Der Rheinsberger Arbeitergesangverein bei einem Auftritt im Jahr 2011. Quelle: Peter Geisler

Bemerkenswert ist, so Karwath, dass die Rheinsberger den Chor 1946 neu gründeten und den in der DDR verpönten Begriff „Verein“ weiter verwenden durften. „Die Sänger hatten das durchgedrückt“, sagt Karwath. In der Folge sang der Chor viel in Ferien- und Kur-Einrichtungen, der gewerkschaftliche Feriendienst in Rheinsberg wurde 1979 zum Trägerbetrieb. „Zu DDR-Zeiten gab es fast zu viele Auftritte“, sagt Karwath, „Im Sommer waren nicht alle Stimmen besetzt.“ Klar, die Sänger wollten selbst schließlich auch mal Urlaub machen.

Heinz Karwath kümmert sich um die Pressearbeit für den Männerchor in Rheinsberg. Quelle: Frauke Herweg

Heute ist der Rheinsberger Chor deutschlandweit einer der letzten, der noch unter dem historischen Namen „Arbeitergesangverein“ firmiert. Dirigiert wird er von Siegfried Schweitzer, seit 2011 Ehrenbürger der Stadt Rheinsberg, und seinem Vertreter Wilfried Jäger. Das proletarische Erbe spielt unterdessen keine Rolle mehr, wie Karwath erklärt. Ohnehin hatte sich die Sängertruppe schon zu DDR-Zeiten auch für andere Berufsgruppen geöffnet. Inzwischen geht es für die Rheinsberger darum, als Chor fortzubestehen. Zwar zählt der Rheinsberger Männerchor noch immer 34 Sänger und 42 weitere Vereinsmitglieder, das Durchschnittsalter liegt aber inzwischen bei 71 Jahren. „Die jungen Leute arbeiten zum Teil außerhalb und kommen nur am Wochenende nach Rheinsberg“, liefert Karwath eine Erklärung für den Mitgliederschwund.

Und so sind die Auftritte wie zu den Pfingstmusiktagen und in der Weihnachtszeit immer auch ein bisschen Werbung für das Singen an sich. „Lieder leben. Wie in alten Zeiten werden Lieder gelernt, geübt und vorgetragen. Sie tönen durch die Jahreszeiten und besingen die Natur, erzählen von friedlicher Arbeit, von inniger Liebe, von Abschied und Tod, begleiten in Festesfreude“, gibt sich „Vorwärts“ zum Motto. „Liedschatz ist kein totes Erbe, auf die Lust am Singen kommt es an, auf die lebendige Aneignung beim gemeinsamen Musizieren.“

Von Mischa Karth

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