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Ostprignitz-Ruppin Arbeitslosenzahlen: Rekord im Nordwesten
Lokales Ostprignitz-Ruppin Arbeitslosenzahlen: Rekord im Nordwesten
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08:08 31.07.2015
Die Agentur für Arbeit in Neuruppin. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Der Arbeitsmarkt hat sich in der Region im Juli „weiter stabil gezeigt“. Mit diesen zurückhaltenden Worten beschrieb Stefan Dirkes, operativer Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Neuruppin, am Donnerstag die aktuellen Arbeitsmarktzahlen. Tatsächlich konnte die Behörde im Agenturbezirk erneut die niedrigsten Zahlen für einen Juli seit der Wende präsentieren. Die Veränderungen gegenüber dem Vormonat waren allerdings gering.

Demnach waren im Landkreis Ostprignitz-Ruppin zuletzt 4579 Menschen arbeitslos gemeldet, was einem Minus von 23 gegenüber dem Juni entspricht. Die Arbeitslosenquote ist um 0,1 Prozentpunkte auf 8,8 Prozent gesunken. In der Prignitz sind aktuell 4569 Arbeitslose registriert. Im Juni waren hier noch 57 Menschen mehr ohne Job. Demzufolge liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 11,2 Prozent (minus 0,2 Prozentpunkte).

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Der im Vormonat noch erwartete leichte Anstieg der Arbeitslosigkeit sei damit im Nordwesten des Landes ausgeblieben, so Dirkes. Die Jugendlichen, die sich nach dem Ende der Schullaufbahn arbeitslos gemeldet hätten, seien besser als erwartet vom Arbeitsmarkt aufgenommen worden.

Der Agenturbezirk Neuruppin, dem die Landkreise Ostprignitz-Ruppin, Prignitz, Oberhavel und Havelland angehören, konnte als einziger einen leicht positiven Trend in Berlin-Brandenburg verzeichnen, sagte Dirkes. Für August sei mit einer weiteren geringfügigen Entspannung zu rechnen.

Der Baubereich stellt verstärkt ein

Gut sehe es zwischen Elbe und Havel insbesondere in der Baubranche aus. „Der Baubereich stellt aktuell verstärkt ein“, so Dirkes. Gefragt seien zudem Arbeitskräfte im medizischen Bereich, Mechatroniker und im Hotel- und Gaststättengewerbe.

Der Aspekt Mindestlohn spielt laut Agentur bislang keine signifikante Rolle. So seien von den Menschen, die sich im vergangenen Monat neu arbeitslos meldeten, beispielsweise nur ganz vereinzelt Vermutungen geäußert worden, dass ihre Entlassung mit der Einführung des Mindestlohns zu tun haben könnte, sagte Dirkes. Belastbare Zahlen gebe indes noch nicht.

Dauerthema bleibt unterdessen der Ausbildungsmarkt. Unter den Schulabgängern gebe es immer noch einige, die sich nicht entschieden hätten, welche Ausbildung sie anstreben sollen. An sie appellierte Dirkes, sich möglichst rasch bei der Agentur für Arbeit zu melden. „Es sind noch attraktive Ausbildungsstellen frei“, sagte Dirkes. Die jungen Leute könnten persönlich oder telefonisch einen Termin vereinbaren, dann sei ein Gespräch möglicherweise sogar noch am selben Tag möglich.

Handwerksbetriebe suchen Azubis

Auch den Bewerbern für das kommende Jahr riet Dirkes, sich bereits mit der Agentur in Verbindung zu setzen. Für besonders begehrte Ausbildungsplätze wie beispielsweise bei den Banken seien die Vorlaufzeiten entsprechend groß.

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In vielen anderen Bereichen – insbesondere im Handwerk – sind die Probleme für die Unternehmen hingegen nicht kleiner geworden, geeignete Bewerber einzustellen. So gebe es derzeit beispielsweise große Probleme in der Prignitz, Auszubildende zum Bäcker zu finden, sagte Dirkes. „Die Alt-Gesellen beenden ihre berufliche Laufbahn und es ist schwierig, die Stellen wieder zu besetzen.“ Insbesondere die Arbeitszeiten seien oft abschreckend. Hier werde mit individuellen Vereinbarungen wie zum Beispiel geteilten Schichten versucht, den jungen Leute den Beruf schmackhaft zu machen, sagte Dirkes.

Von Mischa Karth

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