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Ostprignitz-Ruppin Geschichte ist dünn gesät
Lokales Ostprignitz-Ruppin Geschichte ist dünn gesät
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13:25 07.01.2016
Archäologe Thomas Scheibner dokumentiert akribisch jeden Fund auf Millimeterpapier. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Was das für eine Grube ist, in der er da gerade steht, kann Archäologe Thomas Scheibner nicht sagen. Das Oval wurde offensichtlich einmal mit gewisser Sorgfalt in den Boden eingelassen. Es ist vielleicht einen Meter lang, etwas schmaler und rund 40 Zentimeter tief. Wände und Boden bestehen aus roten Ziegelsteinen. Angesichts des Alters und der Lage der Grube so kurz unter der Erdoberfläche ist sie in bemerkenswert gutem Zustand. Für einen Laien sieht sie aus, als wäre sie höchstens 150 Jahre alt.

Scheibner geht da - trotz aller Unsicherheit - etwas weiter: "Das könnte aus dem späten Mittelalter stammen oder dem Beginn der Neuzeit", schätzt er ganz grob. Damit wäre sie irgendwann im 15. oder 16. Jahrhundert entstanden - lange, bevor der große Stadtbrand von 1787 einen Großteil des alten Neu-Ruppin zerstört hat.

Entdeckt wurde das Oval jetzt dort, wo die neue Neuruppiner Friedrich-Engels-Straße entsteht. Sämtliche Bauarbeiten müssen von Archäologen begleitet werden, das ist eine Auflage des Denkmalamtes. Die Forscher sollen vor allem aufzeichnen, was sich in der Erde befindet und nicht ohne Weiteres ausgegraben und sichergestellt werden kann.

Erkenntnisse zur Stadtgeschichte aus der Zeit vor dem großen Brand gibt es nicht allzu reichlich. Eines weiß Thomas Scheibner aber sicher: "Früher verliefen die Straßen hier anders." Da, wo bis vor einem Jahr eine Fahrbahn lag, standen einst Wohnhäuser. Feldsteinsockel und andere Funde bestätigen das. Einen gemauerten Bogen haben die Forscher entdeckt, vielleicht eine Fensteröffnung oder ein Lichtschacht, außerdem ein großer Ofen.

Ansonsten sind die Funde unter der Friedrich-Engels-Straße eher spärlich. "Ich hatte eigentlich mehr erwartet", räumt Scheibner ein. Natürlich könnten viele Fundstücke bei früheren Bauarbeiten schon zerstört oder ausgegraben worden sein - etwa beim Verlegen von Leitungen oder beim Anlegen der Straße. Aber daran glaubt Scheibner in diesem Falle nicht. Dafür scheinen die Schichten im Boden noch zu gut erhalten. Allerdings gehen die Straßenbauer nicht besonders tief in die Erde - und die Archäologen damit auch nicht. Vielleicht liegt die Neuruppiner Geschichte ja noch tiefer vergraben? Dann bleibt sie es auch. Sobald die Archäologen alles dokumentiert haben, was sie sehen können, kommt wieder Sand drüber. Größere Forschungen bleiben der Nachwelt überlassen.

Von Reyk Grunow

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