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Ostprignitz-Ruppin Architektonisch geprägte Skulpturen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Architektonisch geprägte Skulpturen
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05:19 28.08.2017
Die Bildhauerin und Grafikerin Anna Arnskötter stellt Skulpturen aus hoch gebranntem Ton her. Die Künstlerin aus Lentzke hat sich ursprünglich mit dem Figürlichen beschäftigt, nun ist es die Architektur. Quelle: Peter Geisler
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Lentzke

Keramiken zu brennen, ist für Künstlerin Anna Arnskötter wie Weihnachten. „Man erlebt immer Überraschungen“, sagt sie. Die erlebt auch der Betrachter ihrer Skulpturen. Je nach Sichtweise eröffnen sich neue Perspektiven, beispielsweise durch den Lichteinfall der teilweise durchbrochenen Kunstwerke. Mit ihren Objekten will die Bildhauerin und Grafikerin, die seit zehn Jahren in Lenzke (Gemeinde Fehrbellin) lebt und arbeitet, ausdrücken, was sie bewegt.

„Mein Thema ist nicht die Figur“, sagt sie. Das war sie einmal. Über die Figur kam sie zur Architektur. Zu Beginn hat sie das Figürliche in Zusammenhang mit Architektur gebracht und sie irgendwann einmal ganz weg gelassen. Die Arbeiten sprachen für sich. Sie formt Türme, Hochhäuser, Kathedralen, Speicher. Ihre Werke erreichen eine Höhe von bis zu 2,40 Meter.

„Ein Haus oder ein Turm hat viel Menschliches, auf der einen Seite Festigkeit, auf der anderen Zerbrechlichkeit.“ Diese Gegensätze reizen Anna Arnskötter. Das Material, mit dem sie arbeitet, ist hochgebrannter Ton. „Damit kann man ganz fragile Sachen machen“, sagt sie. „Und das Material versinnbildlicht, auf welchen tönernen Füßen wir stehen.“

Die Skulpturen tragen keine Namen. Quelle: Peter Geisler

„Die Gefährdung von allem wird immer mehr mein Thema“, sagt die gebürtige Westfälin. Als im vergangenen Jahr in Mali ein wertvolles Kulturerbe zerstört wurde, war sie erschüttert. „Alles, die Wiege der Menschheit wird zerdöppert.“ Das beschäftigt sie und treibt sie um.

Genauso wie das Thema Wasser, mit dem sie sich intensiv befasst hat. „Das Sammeln und Umleiten von Wasser hat man in Indien vor Tausenden von Jahren gemacht, bis westliche Ingenieure Brunnen bohrten“, sagt sie.

Das hat sie zu ihrer Arbeit „Gewächsturm“ inspiriert: Zwei Formen, in denen innen etwas fließt oder wächst. Das Werk „Sammeln“ erinnert an einen Wasserspeicher. Es gibt daneben noch einen Turm- und einen Schattenspeicher. Das Bewahren ist auch so eines ihrer Themen. Ein Werk, obwohl architektonisch, erinnert an eine Dame mit Reifrock und Perlenhaarnetz. So erscheint es dem Laien. Das engobierte Oberteil, das einer Haube ähnelt, könnte Schwalbennest oder Ameisenbau sein.

Mittlerweile hat Anna Arnskötter in Lentzke einen eigenen Brennofen, in dem sie Stücke bis zu 1,50 Meter brennen kann. Früher war ihr bevorzugtes Material Beton. Den verarbeitet sie heute nur noch im Kleinformat. Sie hat sich auf Keramik verlegt. „Damit bin ich noch ganz am Anfang“, sagt sie.

Weitere Arbeiten von Anna Arnskötter. Quelle: Peter Geisler

Es geht bei ihr nur um Skulpturen. Gebrauchsgegenstände herzustellen wäre technisch möglich, das ist aber nicht ihr Ding. Sie verwendet eine andere, hochprozentigere Schamottierung. Durch den Zusatz von Schamotte, gebrannten Ton, wird die Formstabilität verbessert. Der erhöhte Anteil ermöglicht ihr, schneller weiter arbeiten zu können. Immerhin braucht sie für ihre großen Skulpturen zwei bis drei Monate.

Ein Werk der Lentzker Künstlerin, das auch weniger Kunstinteressierte kennen, ist die Kunstbank aus Beton, die am alten Bahnhof in Fehrbellin aufgestellt ist und deren Lehne die Silhouette des alten Bahnhofs zeigt. Das war noch eine große Arbeit aus Beton von ihr.

Dass Gegensätze auf sie anziehend wirken, zeigt sich auch an ihrem anderen Kunstbereich: Sie macht neben den Skulpturen Holzschnitte. „Sie sind leicht und filigran gegenüber der schweren Form.“

Ihr Lebensgefährte Lothar Seruset ist ebenfalls Bildhauer

Das Unterschiedliche scheint sie auch im privaten Leben anzuziehen. Ihr Lebensgefährte Lothar Seruset ist ebenfalls Bildhauer. Er arbeitet vorwiegend mit Holz. „Das ist mit viel Krach und Dreck verbunden. Ich bin ganz still“, sagt Anna Arnskötter.

Beide haben viele Jahre in der Großstadt Berlin gelebt, nun sind sie im ländlichen Brandenburg. Beide stellen teilweise gemeinsam aus. So wie 2014 im Haus Peters in Schleswig-Holstein unter dem Titel „Wechselspiel“, in Leipzig oder in diesem Jahr in Fürstenwalde und bei der „Aquamediale 12“ in Lübben, um nur einige zu nennen.

Sie studierte Bildhauerei an der Freien Akademie Nürtingen

Das alles ist der 1961 geborenen Arnskötter nicht in den Schoß gefallen. Sie hat ihr Handwerk von der Pike auf gelernt. Sie studierte Bildhauerei an der Freien Akademie Nürtingen (Baden-Württemberg) und der Kunsthochschule Weissensee in Berlin, besucht regelmäßig Bildhauersymposien. Sie wurde für ihre Arbeit mehrfach ausgezeichnet.

Ein kleiner Ausschnitt des Schaffens von Anna Arnskötter ist in Kürze in der Galerie am Bollwerk in Neuruppin zu sehen. Innerhalb der Reihe „Künstlerfreundschaften“ stellen Arnskötter und Katharina Fischborn (Hochdruck, Zeichnungen, Installationen) vom 1. September bis 15. Oktober dort aus. Die Ausstellungseröffnung ist am Donnerstag, 31. August, um 19 Uhr.

Von Dagmar Simons

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