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Ostprignitz-Ruppin Armin Mueller-Stahl begeistert Neuruppin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Armin Mueller-Stahl begeistert Neuruppin
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00:30 15.03.2018
Ein Star, der in sich ruht: Armin Mueller-Stahl mit seinen Musikerkollegen auf der Bühne der Neuruppiner Kulturkirche. Quelle: Cornelia Felsch
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Neuruppin

Über Armin Mueller-Stahl und seine vielen Begabungen ist schon vieles geschrieben worden. Dennoch ist es immer wieder von Neuem beeindruckend, wie der in sich ruhende Weltstar seine Gedanken in Texte fasst, seinen Gefühlen mit Farben und großen Pinseln schwungvoll auf der Leinwand Ausdruck verleiht. Wie er den Bogen ganz sensibel über die Saiten seiner Geige gleiten lässt, auf die schließlich eine Explosion von Tönen folgt. Armin Mueller-Stahl scheinen alle Ausdrucksformen zur Verfügung zu stehen, aus deren Repertoire er je nach Lust und Laune seine Wahl trifft – und es scheint, als könne ihm nichts misslingen.

Begleitmusiker sind selbst Meister ihres Fachs

Am Sonntag war der Altmeister der großen Kino-Leinwand wieder einmal in der Neuruppiner Kulturkirche zu Gast. Die Musiker, die Armin Mueller-Stahl begleiteten, sind selbst allesamt geniale Meister ihres Faches und ebenso bekannt: sein bester Freund und gefeierter Filmkomponist Günther Fischer (Klavier, Saxofon, Flöte), die Akkordeon-Legende Tobias Morgenstern und am Bass und der Tuba Tom Götze.  Die Lieder, die vor mehr als 45 Jahren in der DDR entstanden, sind mehr als eine Reise in die Erinnerung. Sie sind Inszenierungen mit atmosphärischer Nähe, die von Beginn an fesseln.

Armin Mueller-Stahl als Musiker und Maler in der Neuruppiner Kulturkirche Quelle: Cornelia Felsch

Mueller-Stahl scheute sich lange, diese Songs überhaupt zu veröffentlichen, und trug all diese Lieder und Gedanken Jahrzehnte mit sich im Kopf herum. „Bevor ich 1979 die DDR verließ, machte ich im Garten ein Feuer und verbrannte meine Habseligkeiten“, erzählt der 87-jährige Schauspieler. Die Zeugnisse übergibt er genüsslich den Flammen, es folgen die Liebesbriefe und die Fotos aus der Kinderzeit; schließlich der Hochzeitsanzug – etwas abgewetzt. „Weil ich mich zu oft zwischen die Stühle gesetzt habe“, sagt er. In der Wolke, die schließlich zum Himmel steigt, steckt ein wichtiger Teil seines Lebens.

Armin Mueller-Stahl pflegt die hohe Kunst des Sprechgesangs, bei dem die Gedanken und Beobachtungen wie perlende Tropfen das Publikum erreichen und nachdenklich machen – angemessen begleitet von den virtuosen, jazzigen Tönen in Basstonlagen und den klangschönen, französisch anmutenden Akkordeon-Klängen. Dennoch keine leichte Kost. Frenetischer Beifall folgt vom ersten bis zum letzten Titel, von dem Weltstar dankbar quittiert.

Er malt und zeichnet seit sechs Jahrzehnten

Der Mann auf der Bühne ist ein überragender Schauspieler, Musiker und Autor und hat sich als Maler einen herausragenden Namen gemacht. Er malt und zeichnet seit mehr als sechs Jahrzehnten. Fantasievoll, mit geschultem Auge und lockerer Hand porträtiert er Persönlichkeiten aus Musik, Literatur, Theater und Politik. Mit großzügiger Linienführung und beherztem Griff in die Farbtöpfe entstehen überaus lebendige Bilder.

Auch davon konnten sich die Besucher am Sonntag überzeugen. In Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus Lübeck entstand eine Ausstellung mit Werken des Künstlers. Die auf Leinwand und Papier geschaffenen Arbeiten – unter anderem ein Zyklus zu „Shakespeares Mädchen und Frauen“, entstanden zum großen Teil im vergangenen Jahr. Shakespeares Bühnenstücke begleiteten auch die Bühnenkarriere von Armin Mueller-Stahl und inspirierten ihn als Maler, so wie die gleichnamigen Texte von Heinrich Heine.

Armin Mueller-Stahl Quelle: Guido Werner

In seinem Mappenwerk, das neun Siebdrucke enthält, löst er Shakespeares Heldinnen in Farbflächen auf. So ist Isabella unter flirrenden Gelb- und Grüntönen nur noch zu erahnen, während die blaue Cleopatra vor orangefarbenem Hintergrund nicht mit Formen geizt – festgehalten in schwungvollen schwarzen Linien.

Publikum ist von den Malereien begeistert

Viele Konzertbesucher kamen am Sonntag vorzeitig in die Pfarrkirche, um sich die Bilder anzusehen. Auch in der Pause gab es angeregte Diskussionen zu den Kunstwerken. Die Begeisterung war nicht zu überhören. Viele Kunstliebhaber nutzten noch am Abend die Gelegenheit, eines der Werke zu bestellen.

Die Ausstellung ist bis zum Ostermontag, 2. April, täglich von 10 bis 16 Uhr geöffnet. In dieser Zeit können auch Bilder erworben werden.

Von Cornelia Felsch

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