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Ostprignitz-Ruppin Astrid Wittkopf hat die Farben von Fretzdorf
Lokales Ostprignitz-Ruppin Astrid Wittkopf hat die Farben von Fretzdorf
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00:18 09.04.2016
Astrid Wittkopf mit einem mittelalterlichen Gewand. Quelle: Claudia Bihler
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Fretzdorf

Das Auto hat Astrid Wittkopf schon beladen, am nächsten Tag fährt die Familie los: wieder einmal. Denn über mangelnde „Bewegung“ kann sich die Künstlerin aus Fretzdorf kaum beklagen. Diesmal geht es zwar nach Schweden, aber auch ansonsten ist sie viel unterwegs, auf Mittelaltermärkten im gesamten Bundesgebiet. „Ich bin auch in diesem Jahr wieder auf der Plattenburg mit einem Stand“, sagt die Fretzdorferin, „und natürlich auch mit meinem 300 Jahre alten Webstuhl.“

Mittelalterliche Gewänder in traditioneller Handarbeit

Die mittelalterlichen Gewänder, die sie dort und auf den übrigen Märkten anbietet, sind traditionelle Handarbeit: Die Fasern, die sie verwendet, färbt sie nach alten Methoden mit Pflanzenfarben. Und für die ist sie auch in der Umgebung von Fretzdorf unterwegs: Sie sammelt Kräuter, die mitunter erstaunliche Nuancen an natürlichen Farben verursachen, aber auch Pilze: „Es gibt hier in der Gegend einen Pilz, der erzeugt ein wunderschönes, leuchtendes Rot“, sagt die Künstlerin. Die Fasern werden dann gesponnen, verwoben oder verstrickt – natürlich alles in Handarbeit. Bei ihren Ausflügen in die Umgebung fallen ihr viele Details auf. Mitunter sind die Gemälde, die sie daraus entstehen lässt, bildliche Tagebücher ihres Dorfes. Während die schmucke Fachwerkkirche in der Dorfmitte auch heute noch so aussieht, hat sie Spuren am Wegesrand aufgenommen, die es heute nicht mehr gibt: Etwa der Ast, der sich über den Totwasserarm der Dosse streckt: „Der ist heute weg, damit ein Grundstücksbesitzer in der Dosse baden kann.“

Pflanzengefärbte Wollstränge hängen in Fretzdorf im Freien zum Trocknen. Quelle: Claudia Bihler

Sich selbst bezeichnet die Fretzdorfer Künstlerin als „vielfältig“, ihr Atelier nennt sie „Rainfarn und Johanniskraut“ – nicht nur in Anlehnung an ihre Pflanzenfärberei, sondern auch um ein wenig neugierig auf ihr Geschäft zu machen.

Auf Schweden freut sie sich besonders in diesem Jahr, denn für sie ist eine ungewöhnliche Jahreszeit für einen Ausflug nach Skandinavien. „Aber ich liebe das land, es ist fast wie ein kleines Kanada.“

Auf Schwedisch hat die vielfältige Fretzdorferin sogar bereits ein Kinderbuch geschrieben: Eine deutsche Familie verliert in Schweden eine Plastikschüssel, die dann von den unterschiedlichsten Tieren genutzt wird: Als Napf, als Behausung, von einem Fuchs, einem Dachs. Schließlich kehrt die Schüssel auf verschlungenen wegen wieder zu ihrer ursprünglichen Urlauberfamilie zurück. Veröffentlicht ist das Buch bisher nicht. Aus Zeitmangel einerseits. Und: „In Deutschland ist es schwer, einen Verlag zu finden, wenn man selbst illustrieren will.“

Von Claudia Bihler

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