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Auch Tierschützer sorgen sich um Edeka

Neustadt Auch Tierschützer sorgen sich um Edeka

Mit der drohenden Schließung des Neustädter Edeka-Marktes verlöre auch die letzte verbliebene Futterspendenbox des Tierschutzvereins „Tapsi“ Gnadenhof Kolrep ihren Standort. Die Erfahrung der ehrenamtlichen Tierschützer zeigt: Nicht viele Einzelhändler sind bereit, so einer Vorrichtung Obdach zu bieten.

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Ilona Paschen schaut im Auftrag des Tierschutzvereins regelmäßig nach der Spendenbox in Neustadt.

Quelle: Alexander Beckmann

Neustadt. Die drohende Schließung des Neustädter Edeka-Marktes zieht Kreise. Nicht nur Mitarbeiter und Kunden sorgen sich, wie es ab dem Jahreswechsel weitergehen soll, auch der Tierschutzverein „Tapsi“ Gnadenhof Kolrep, der sich im gesamten Altkreis Kyritz für den Tierschutz engagiert.

Im Neustädter Edeka steht nämlich die letzte Sammelbox des Vereins für Futterspenden. Ursprünglich gab es noch eine weitere im Kyritzer Supermarkt Kersten. Doch dieses Unternehmen machte bereits zur Jahresmitte zu.

Deutlich weniger Futterspenden

„Schon, dass die Box in Kyritz weg ist, spüren wir deutlich sagt die Sprecherin des Tierschutzvereins, Ilona Paschen. „Jetzt fehlt Futter an allen Ecken und Enden.“ Die Spenden kämen sowohl den Tieren auf dem Gnadenhof als auch jenen zugute, die bei ehrenamtlichen Pflegestellen auf die Vermittlung an ein neues Zuhause warten. Seit sechs, sieben Jahren seien die Boxen im Einsatz. Die Leerung erfolge alle zwei Wochen. „Und dann waren sie auch meistens voll“, sagt Ilona Paschen. Das Angebot, beim Einkauf nebenbei gleich noch etwas für herrenlose Haustiere zu tun, kam offenbar gut an.

Der junge Jack-Russel-Terrier profitiert derzeit von den Spenden

Der junge Jack-Russel-Terrier profitiert derzeit von den Spenden.

Quelle: Alexander Beckmann

Neue Standorte für die Spendenboxen zu finden, ist aber gar nicht einfach. Der Verein braucht für das Aufstellen natürlich das Einverständnis des jeweiligen Einzelhändlers. „Lidl und Aldi haben mir schon vor Jahren zu verstehen gegeben, dass sie so was gar nicht machen“, berichtet die Tierschützerin. Auch andere zeigten bislang wenig Bereitschaft. Ilona Paschen hat dafür wenig Verständnis: „Das kann ich nicht begreifen. Das bringt den Händlern doch zusätzlichen Umsatz.“ Schließlich würden die Futterspenden in aller Regel direkt am Standort gekauft. Auch handle es sich bei den Boxen um ansehnlich gestaltete Objekte.

Der Tierschutzverein will nun gezielt weitere potenzielle Partner ansprechen. Händler mit Tierbedarf im Sortiment gibt es schließlich noch einige. „Es soll aber auf jeden Fall hier im Umfeld sein.“ Zum einen, so Ilona Paschen, sei der Verein nun einmal nur regional aktiv. Zum anderen dürfe der Aufwand für die regelmäßige Leerung nicht zu groß werden. Schließlich geschehe all dies ausnahmslos ehrenamtlich. Der Bedarf sei auf jeden Fall nach wie vor gegeben. „Die paar Pflegestellen, die wir haben, sind voll besetzt.“

Schwarz-weißer Kater sucht ein neues Zuhause

Einer der Schützlinge ist beispielsweise ein vermutlich gut ein Jahr alter schwarz-weißer Kater, der vor einiger Zeit in Wusterhausen zulief. Das Tier sei sehr zutraulich. „Nachfragen in der Nachbarschaft haben aber keinen Hinweis auf seine Herkunft gebracht“, berichtet Ilona Paschen. Derzeit werde das Tier bei einer Pflegestelle betreut. Dort habe sich gezeigt: „Das ist ein Traum von einem Kater. Der verträgt sich mit allen.“ Dessen ungeachtet sucht der Tierschutzverein aber dringend neue Halter für das Tier.

Gleiches gilt auch für den etwa zweijährigen Jack-Russel-Terrier „Otto“, der derzeit vorübergehend in Neuendorf untergekommen ist. Seine ehemaligen Halter kamen mit dem Energiebündel nicht zurecht. Doch inzwischen füge er sich ganz gut ein, berichtet Petra Seipel, die den Rüden derzeit betreut. Mittlerweile jagt er auch keine Hühner mehr.“ Im Grunde sei der Hund bei aller Lebhaftigkeit gut erzogen. „Und geimpft, entwurmt und kastriert wie fast alle unsere Tiere“, betont Ilona Paschen.

Die Zeit für eine Vermittlung dränge: „Ab 1. Dezember vermitteln wir bis Mitte Januar keine Tiere mehr. Tiere sollten nicht als Weihnachtsgeschenk herhalten.“

Von Alexander Beckmann

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