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Ostprignitz-Ruppin Auch für Lehrer eine „Herausforderung“
Lokales Ostprignitz-Ruppin Auch für Lehrer eine „Herausforderung“
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00:30 23.10.2015
Für Flüchtlingskinder ist der Schulalltag nicht immer leicht. Quelle: dpa
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Wittstock

Kinder aus Flüchtlingsfamilien gehören in den Wittstocker Schulen mehr und mehr zum alltäglichen Bild. Denn mittlerweile gibt es an fast allen Einrichtungen jeweils einige Schüler, die aus aktuellen Kriegsgebieten stammen. Für die Kinder heißt das: neue Sprache, neue Umgebung, neue Gewohnheiten. Doch auch die Lehrer müssen sich auf die veränderte Situation einstellen. Eva-Maria Vanino, Leiterin der Pol-thier-Oberschule in Wittstock, beschreibt die Situation als „eine Herausforderung“ für die Pädagogen. Schließlich solle den Kindern der Einstieg in ihr neues Leben so leicht wie möglich gemacht werden.

So seien nicht nur Wörterbücher angeschafft worden, sondern Aufgabenstellungen würden mitunter auch in der Weltsprache Englisch verfasst. „Die Fachlehrer lassen sich die Aufgaben dafür vor Unterrichtsbeginn vom Englischlehrer übersetzen“, berichtet Eva-Maria Vanino. Den Flüchtlingskindern bescheinigt sie andererseits eine „hohe Motivation“. Sie seien sehr eifrig bei der Sache. „Ich habe bisher nur positive Erfahrungen mit ihnen gemacht.“ An der Polthier-Oberschule gebe es zurzeit insgesamt fünf Flüchtlingskinder, vier in der 7. und eines in der 10. Klasse.

Schulübergreifender Grundkurs Deutsch

Eine entscheidende Rolle bei der möglichst reibungslosen Eingliederung in die Klassenverbände spielt die Waldring-Grundschule in Wittstock. Denn dort findet ein schulübergreifender Grundkurs Deutsch statt. Das heißt, alle Flüchtlingskinder der Klassen 3 bis 6 aus den Schulen in Wittstock und Heiligengrabe bekommen dort montags bis mittwochs grundlegende Kenntnisse der für sie fremden Sprache vermittelt. Jüngere Kinder müssten nicht daran teilnehmen, weil davon ausgegangen wird, dass sie die deutsche Sprache im täglichen Umgang mit Lehrern und Schulkameraden erlernen, wie mehrere Schulleiter berichten. An der Waldring-Grundschule selbst gebe es laut Schulleiterin Ute Lehms derzeit zwölf Flüchtlingskinder in verschiedenen Klassen. Auch sie berichtet, dass die möglichst rasche Verbesserung der Sprachkenntnisse eine wichtige Grundlage seien. Außerdem sei sie froh, dass nun endlich auch die Fahrkarten-Frage für den Busverkehr geklärt sei und die Kinder inzwischen ein Linienticket bekämen, um zum Sprachunterricht zu gelangen. Denn eigentlich hätten sie nur Anspruch auf eine Fahrt zu ihrer zuständigen Schule.

Kapazität der Diesterweg-Grundschule ausgereizt

In der Diesterweg-Grundschule gebe es laut Schulleiterin Kerstin Knacke fünf Flüchtlingskinder. Sie geht aber davon aus, dass demnächst drei weitere hinzukommen. Die Lehrer stellten sich der Aufgabe, die Kinder vor allem beim Erlernen der deutschen Sprache zu unterstützen. Die Räumlichkeiten der Schule seien jedoch nahezu ausgereizt. Mehr als 25 oder 26 Kinder könnten aus Platzgründen kaum gleichzeitig unterrichtet werden.

Am Gymnasium lernten zurzeit zwei syrische Mädchen, eines in der 11., eines in der 7. Klasse, so Schulleiter Helmut Kühn. Vor allem die Elftklässlerin habe sehr schnell Deutsch gelernt. Kühn gibt zu bedenken, dass die Anzahl von 51 Schülern, die im jüngsten Jahrgang ans Gymnasium wechselten, einen quantitativen „Tiefpunkt“ darstellten. Denn für den Erhalt des bestehenden Kurssystems seien mindestens 40 Schüler nötig.

Zwei Migrantenkinder aus Tschetschenien

An der Nadelbachgrundschule in Heiligengrabe seien in diesem Jahr keine Flüchtlingskinder eingeschult worden, sagt Schulleiterin Elke Drews. Es gebe lediglich zwei Migrantenkinder aus Tschetschenien, die bereits Ende 2014 an die Schule kamen. Die beiden Schüler hätten sich jedoch rasch integriert und Freundschaften geschlossen. Ob oder wie viele Flüchtlingskinder künftig an die Schule wechseln werden, darüber habe Elke Drews keine Information. Das berichten auch die anderen Schulleiter.

Von Björn Wagener

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