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Auf Streifzug durch die Tuchmacherstadt

Wittstock Auf Streifzug durch die Tuchmacherstadt

Während der Stadtrundgänge mit Bürgermeister Jörg Gehrmann ist in Wittstock anlässlich der Seniorenwoche immer ein Blick hinter die Kulissen einiger Gebäude möglich. Am Dienstag erkundeten die Senioren die alte Tuchfabrik am Dosseteich sowie die alte Tuchfabrik am Rosenwinkel. Deren Zukunft ist nicht weniger spektakulär als ihre Vergangenheit.

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Bürgermeister Jörg Gehrmann (l.) nahm die Senioren mit auf einen Rundgang über das Geländer der alten Tuchfabrik am Dosseteich.

Quelle: Christian Bark

Wittstock. Sie ist ein unübersehbares Stück Wittstock, auch wenn ihr Antlitz in den vergangenen 25 stark gelitten hat. Die alte Tuchfabrik am Dosseteich war am Dienstag eine Station des Stadtrundgangs mit Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann. Dieser fand anlässlich der 24. Brandenburgischen Seniorenwoche statt und ermöglichte den Teilnehmern einen Streifzug durch Orte der Stadt, wo sie sonst so nicht hingelangen würden.

Die Senioren besuchten auch die alte Tuchfabrik am Rosenwinkel

Die Senioren besuchten auch die alte Tuchfabrik am Rosenwinkel.

Quelle: Christian Bark

„Das ist bestimmt über 40 Jahre her, als ich das letzte Mal hier war“, schwelgte Erwin Hentschke vom Seniorenverband Wittstock in Erinnerungen. Bis 1957 habe er seine Ausbildung im ehemaligen Möbelkombinat absolviert, das sich in der Nachkriegszeit auf dem Gelände der alten Tuchfabrik befand. Auch Waltraud Prüter erinnerte sich noch gut an die Zeit, als in den Gebäuden noch produziert wurde. Ihr Mann habe dort gearbeitet. Gemeinsam mit Erwin Hentschke rätselte sie während des Rundgangs, in welchem der Gebäude sich der Kraftfahrzeug-Instandsetzungsbetrieb (KIB) befunden hätte.

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Gemeinsam mit Wittstocks Bürgermeister Jörg Gehrmann erkundeten Senioren der Dossestadt die alten Tuchfabriken am Dosseteich sowie im am Rosenwinkel.

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Die aus Herzsprung stammende Gisela Zerler hingegen kannte das Gebäude erst aus der Zeit, als sie vor acht Jahren nach Wittstock gezogen war. Am Stadtrundgang während der Seniorenwoche nehme sie jedes Jahr teil, wie sie sagte. Es gebe so viel in Wittstock zu entdecken und auch die Zukunft mache neugierig.

Die alte Wegner’sche Tuchfabrik

1905 wurde die Wegner’sche Tuchfabrik vor den Toren der Dossestadt errichtet. Die Fabrikantenvilla bestand bereits vor 1900, der Sechsgeschosser kam 1914 hinzu.

1993 wurde das in den Gebäuden untergebrachte Möbelwerk endgültig geschlossen. Seitdem stehen sie leer. 3,3 Hektar umfasst das Areal insgesamt. Das Gebäudeensemble steht unter Denkmalschutz.

Für 320 000 Euro hat die Stadt Wittstock das Areal gekauft. 1,3 Millionen Euro werden derzeit in die Sicherung investiert. Rund 30 Millionen Euro sollen in die Umgestaltung des Areals in ein Schulzentrum fließen, das 2025 fertiggestellt sein soll.

Die Neugier befriedigte Jörg Gehrmann mit Informationen über das geplante Schulzentrum, das bis 2025 in die Gebäude einziehen soll. „Baukultur und Bildung, daraus erwächst eine gewisse Identität“, sagte er. Der Standort werde, wenn er fertiggestellt sei, sowohl Schüler als auch Lehrer begeistern. Gleichzeitig rette man dieses Denkmal vor dem Verfall. Mit den Senioren warf der Bürgermeister einen Blick auf die Produktionsräume des ehemaligen Möbelkombinats im Sechsgeschosser. Vandalismus und Witterung hatten dem Gebäude stark zugesetzt, die Grundsubstanz sei aber solide. Bevor die Arbeiten zum Schulzentrum beginnen, muss laut Jörg Gehrmann aber erstmal die Landesgartenschau 2019 über die Bühne gehen. Dafür entstehe ab Oktober hinter der Tuchfabrik ein provisorischer Parkplatz, den Touristen und Einheimische kostenlos nutzen könnten.

Dass aus ehemaligen Industriebauten etwas Zukunftsfähiges entstehen kann, zeigte Jörg Gehrmann beim zweiten Objekt der Tour, der ehemaligen Tuchfabrik am Rosenwinkel. Dort sind in den vergangenen Monaten Mietwohnungen entstanden, die sich gerade so großer Beliebtheit erfreuten, dass alle bereits vergeben seien. Die Rundgangteilnehmer hatten dann auch die Möglichkeit, eine der Wohnungen zu besichtigen.

Von Christian Bark

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