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Auf Veränderungen eingeschworen

Heiligengrabe Auf Veränderungen eingeschworen

Rund 30 Senioren nahmen an einer Gesprächsrunde mit Holger Kippenhahn, dem Bürgermeister der Gemeinde Heiligengrabe, teil. Es ging um aktuelle Entwicklungen und Ausblicke. Der anhaltende Einwohnerschwund werde auf kommunale Strukturen Einfluss haben, sagte er.

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Seniorenrunde beim Bürgermeister Holger Kippenhahn (l.).

Quelle: Björn Wagener

Heiligengrabe. Das wird ein buntes Wochenende. Noch bis zum Sonntag ist eine Gruppe von Gästen aus der Heiligengraber Partnergemeinde Fahrenbach zu Besuch; die Blandikower Feldlerchen feiern am Samstag ihr 25-Jähriges Bestehen in Blandikow; die Firma Swiss Krono lädt am Samstag zum Tag der offenen Tür mit Sommerfest und erwartet mehrere Tausend Gäste. Auf diese und andere bevorstehende Veranstaltungshöhepunkte machte Holger Kippenhahn jüngst Lust, als er sich Senioren in die Verwaltung eingeladen hatte, um mit ihnen auf aktuelle Entwicklungen und Aussichten näher einzugehen.

Runden mit Tradition

Diese Runden werden jedes Jahr in Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Seniorenbeirat ermöglicht und haben bereits Tradition. Sie gehören längst zur aktuell stattfindenden Seniorenwoche dazu. Diesmal waren rund 30 Teilnehmer bei der Gesprächsrunde samt Kaffee und Kuchen dabei, um sich von Kippenhahn auf den neuesten Stand der Dinge bringen zu lassen oder Fragen zu stellen. So informierte der Bürgermeister zum Beispiel darüber, dass er für den Ausbau des Pavillons auf dem Gelände der Nadelbachgrundschule in Heiligengrabe noch in diesem Jahr einen Zuwendungsbescheid erwarte. Der Flachbau soll zu einem Multifunktionshaus ausgebaut werden. Beim Bau des neuen Netto-Marktes in Heiligengrabe befinde man sich auf der Zielgeraden. In Blumenthal werde ein sogenannter Kümmerer gesucht, ein Einwohner, der sich für seine Mitmenschen engagiert.

Immer weniger und immer ältere Menschen

Es werde viele Veränderungen geben, kündigte Kippenhahn an und führte als Grund den voranschreitenden Rückgang Einwohnerzahlen an. Laut Angaben des Landkreises lebten in Ostprignitz-Ruppin 2015 rund 32 000 Menschen, die über 60 Jahre alt sind, fast ein Drittel der Gesamtbevölkerung. Auch die Gemeinde habe seit 2005 etwa 1800 Einwohner verloren. Die aktuelle Zahl liege bei rund 4400. Prognosen gingen davon aus, dass im Jahr 2030 nur noch 3500 Menschen in der Gemeinde leben und 40 Prozent davon über 67 Jahre alt sein werden – vorausgesetzt, die Gemeinde existiert dann noch. Denn auch kommunale Strukturen stünden auf dem Prüfstand. Der Schwund werde seine Spuren hinterlassen und viele Bereiche beeinflussen. Dennoch wollte Kippenhahn keine Ängste schüren: Veränderungen habe es zu jeder Zeit gegeben. „Ich freue mich auf die Herausforderungen und lade Sie ein, diesen Weg mitzugehen“, sagte er.

Fragen hatten die Senioren nur wenige. Karin Köhn wollte unter anderem wissen, weshalb mit dem Geld für den Sieg der Tour de Prignitz immer nur Spielplätze gebaut würden. „Eine kleine Finanzspritze für die Volkssolidarität wäre schön“, sagte sie. Schließlich würden regelmäßig Angebote für Senioren organisiert, wofür diese auch sehr dankbar seien. Kippenhahn antwortete, dass Kinder und Senioren nicht gegeneinander ausgespielt werden sollten. „Es lässt sich nun einmal nicht alles finanzieren“, meinte er und wies in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass noch bis in den Juli der Haushalt der Gemeinde für 2018 diskutiert werde und schon jetzt klar sei, dass „80 Prozent der Wünsche nicht zu realisieren sein werden“.

Von Björn Wagener

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