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Auf dem Dorf wird Strom noch teurer

Neuruppin Auf dem Dorf wird Strom noch teurer

Der Strompreis in den Neuruppiner Ortsteilen wird 2017 wohl deutlich steigen, in der Stadt selbst könnte er nahezu unverändert bleiben. Davon gehen die Stadtwerke aus. Schuld seien Abgaben, auf die das Unternehmen gar keinen Einfluss hat, sagt Geschäftsführer Thoralf Uebach.

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Die Kosten für die Nutzung der überregionalen Hoch- und Mittelspannungsleitungen steigen immer weiter.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Die schlechte Nachricht trifft vor allem die Neuruppiner Ortsteile und auch die Orte rundherum: Die meisten Haushalte müssen damit rechnen, dass ihr Strom im nächsten Jahr deutlich teurer wird. Die gute Nachricht für Neuruppin und Alt Ruppin: Dort fällt die Erhöhung nur gering aus; im besten Fall könnte der Preis auch so bleiben wie bisher. Ganz genaue Zahlen können die Stromanbieter erst in einigen Tagen nennen. Die grobe Tendenz steht aber fest.

Viele Kunden müssen mehr bezahlen, obwohl Strom an der Börse oft sogar billiger geworden ist. „Aber die Ware Strom macht inzwischen nur noch einen kleinen Teil des gesamten Strompreises aus“, sagt der Neuruppiner Stadtwerke-Geschäftsführer Thoralf Uebach. Der weit überwiegende Teil entfällt auf Steuern und Abgaben. „Und auf die haben wir keinen Einfluss“, sagt Uebach.

Preistreiber im nächsten Jahr sind vor allem die sogenannten Netznutzungsentgelte. Die werden von den Betreibern der Stromnetze dafür in Rechnung gestellt, dass die Energieversorger ihren Strom durch deren Leitungen zum Kunden bringen. Rund ein Drittel des gesamten Strompreises machen diese Netznutzungsentgelte inzwischen aus, in manchen Regionen auch mehr.

Jeweils Mitte Oktober geben die Betreiber der Stromnetze bekannt, wie viel Geld sie im kommenden Jahr verlangen. Besonders drastisch fällt in unserer Region die Steigerung bei der Edis aus. Sie erhöht die Netzentgelte um fast 17 Prozent, von 15,037 Cent je Kilowattstunden im Jahr 2016 auf 17,555 Cent je Kilowattstunde im kommenden Jahr, so die Stadtwerke. Zahlen müssen diese Abgabe jene Kunden, die an das Netz der Edis angeschlossen sind. Betroffen sind im Altkreis Neuruppin fast alle Haushalte außerhalb von Neuruppin.

Verschiedene Stromnetze – verschiedene Preise

In der Fontanestadt wird der Strompreis im kommenden Jahr weiter auseinanderdriften, fürchtet Guido Gerlach, der Vertriebschef der Stadtwerke. In der Stadt selbst zahlen Stadtwerkekunden schon seit Jahren weniger für Elektroenergie. In den Dörfern liegt der Preis deutlich höher und wird wohl weiter steigen.

Hauptgrund: Das Stromnetz in den meisten Ortsteilen gehört der Edis, das Netz in Neuruppin den Stadtwerken selbst. Auch die erhöhen im nächsten Jahr ihre Netznutzungsentgelte, aber viel weniger als es die Edis gerade angekündigt hat. Die Stadtwerke rechnen mit einer Steigerung von etwa sechs Prozent oder umgerechnet 0,7 Cent je Kilowattstunde.

Vor Jahren hatten die Stadtwerke versucht, das Edis-Netz in den Neuruppiner Ortsteilen zu übernehmen. Dann hätte in der Stadt und den Neuruppiner Dörfer ein einheitlicher Strompreis gelten können. Doch Edis und Stadtwerke konnten sich nicht einig werden. Schließlich kippte ein Gericht den Beschluss der Stadtverordneten, die an ihre eigenen Tochter die Konzession fürs Stromnetz in den Dörfern vergeben wollten. Durch das Stromnetz in Neuruppin fließen pro Jahr etwa 120 Millionen Kilowattstunden, durch die Netze in den Ortsteilen etwa ein Zehntel davon.

Stadtwerke wollen bald auch eigene Windräder betreiben

Inzwischen hat Neuruppin das Stromlieferrecht erneut ausgeschrieben. Wieder haben sich Edis und Stadtwerke dafür beworben. Wer am Ende den Zuschlag bekommt, ist aber noch offen.

Die Netzentgelte werden von den Betreibern der Stromnetze festgesetzt, sie müssen sie aber von der Bundesnetzagentur absegnen lassen. Absehbar ist, dass dieser Anteil am Strompreis weiter steigen wird. Die Stadtwerke versuchen gegenzusteuern. „Einen Großteil unseres Stromes erzeugen wir inzwischen selbst“, sagt Gerlach. Blockheizkraftwerke und Solaranlagen auf den Dächern der NWG-Wohnblocks liefern etwa 45 Prozent der Energie, die das Unternehmen verkauft. Der Anteil des selbst erzeugten Stroms soll weiter steigen.

Auch durch den Einstieg in die Windkraft. Demnächst könnten die Stadtwerke eigene Windräder betreiben – möglichst nahe an Neuruppin und damit nahe an den Kunden, sagt Thoralf Uebach: „Andere Stadtwerke machen das schon länger.“ Ein halbes Dutzend Windkraftanlagen könnte sich Uebach vorstellen: „Wir wollen hier keinen riesigen Windpark.“ Zum möglichen Standort wollen sich die Stadtwerke noch nicht äußern – zu groß ist die Konkurrenz.

Von Reyk Grunow

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