Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° wolkig

Navigation:
Das geheimnisvolle Haus mit der Nummer 1

Minifachwerkhaus in Hohenofen wird gerettet Das geheimnisvolle Haus mit der Nummer 1

Einmal Vollgas mit dem Radlader voraus und das kleine, klapperige Häuschen wäre platt. Ein Raum mit seinen vier Wänden, Dach und Schornstein. Ein Wunder, dass dieses uralte Fachwerkgebäude am Rande des Geländes der einstigen Hohenofener Papierfabrik überhaupt noch steht. Jetzt wird es sogar wieder hergerichtet.

Voriger Artikel
Tanzen bis der Boden wackelt
Nächster Artikel
Alles startklar im Klostergarten

Der Anfang ist gemacht. Im Herbst sollen die Bauarbeiten beginnen, sodass das geheimnisvolle Haus zum Winter hin gesichert ist.

Quelle: Privat

Hohenofen. "Es muss auf dem verwilderten Teil des Areals vergessen worden sein und so überlebt haben. Bis zu den 1970er Jahren wohnten darin wohl sogar noch Leute", erfuhr Bernd Henning von älteren Hohenofenern über diese Hausnummer 1.

Henning arbeitet beim Berlin-Brandenburger Landesverein des Internationalen Jugendgemeinschaftsdienstes als Träger der sogenannten Jugendbauhütten. Sie werden gefördert vom Europäischen Sozialfonds des Landes Brandenburg, vom Bundesjugendministerium und kofinanziert von Projektpartnern. Initiiert von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, wurde damit an die Tradition mittelalterlicher Bauhütten angeknüpft und eine Sonderform des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) geschaffen.

Eine Hand voll solcher 16- bis 26-jährigen "FSJler" deckte in Hohenofen dieser Tage nun das Dach des Fachwerkhäuschens mit einer Plane ab, fertigte ein Aufmaß an und kartierte die Schäden. Bis zum Winter wollen sie das Kleinod gesichert haben.

"Vermutlich handelt es sich um ein Kolonistenhaus noch aus der Zeit weit vor der Entstehung der Papierfabrik", schätzt Ute Fürstenberg vom Vorstand des Vereins Patent-Papierfabrik: "Es befindet sich außerhalb der Produktionsgebäude auf dem westlichen Gelände." Die Fabrik entstand Anfang des 19. Jahrhunderts, dort, wo an der Dosse im ausgehenden 17. Jahrhundert schon ein sogenanntes Seigerhüttenwerk arbeitete. Der Raseneisenstein aus der Region wurde zur Schmelze zu diesem "Hohen Ofen" gebracht.

Den Kontakt zur Jugendbauhütte erhielt Ute Fürstenberg, als sie voriges Jahr die Stiftung Denkmalschutz um Hilfe bat. Denn während das kleine Fachwerkhäuschen jetzt ein "überschaubarer Fall" für die FSJler ist, ist das gesamte Fabrik-Ensemble schließlich noch zu retten. Eine erste Dachsanierung des Produktionsgebäudes für 50.000 Euro aus Mitteln des Denkmalschutzprogramms des Bundes und Eler-Mitteln wurde im Dezember 2013 abgeschlossen. Für dieses Jahr ist laut Fürstenberg neues Geld für weitere Gebäude beantragt.

Von Matthias Anke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg