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Ostprignitz-Ruppin Auf dem Oldiemarkt wieder Schätze ergattern
Lokales Ostprignitz-Ruppin Auf dem Oldiemarkt wieder Schätze ergattern
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17:44 08.11.2017
Tims Schätzchen: Ein 30 Jahre alter Trabant, den der Hobbybastler eigens aus Anklam geholt und nach und nach aufgemotzt hat. Es ist sein Sommer-Auto. Quelle: Anja Reinbothe-Occhipinti
Neuruppin

Delfinblau ist sein Baby, der Trabant von Tim Berndt. Der ist sein ganzer Stolz und steht im Carport auf dem elterlichen Hof in Gottberg. Tim hat ein Faible für alte DDR-Fahrzeuge. Er ist zwar erst 22 Jahre, wenn es aber beispielsweise um Simson-Mopeds geht, ist er so etwas wie ein alter Hase. Seit er 14 ist, schraubt er daran herum. Auch wenn er anfangs noch nicht damit fahren durfte.

Abgeschaut hat der junge Mann sich die Handgriffe von seinem Bruder – und sich vieles selbst beigebracht durch Ausprobieren. „Diese Simson ist meine siebte“, erklärt Tim und zeigt auf das metallicblaue Zweirad. „Ich habe sie seit drei Jahren.“ Etliche Teile für seine Zweiräder hat der Hobbybastler auf dem Oldiebasar in Neuruppin gefunden. „Auspuff, Krümmer, Zündspule, Kolben“, erzählt er. „Es lohnt sich hinzufahren. Neue Ware ist oft nicht so robust wie gebrauchte und vor allem teurer.“ Aktuell bräuchte Tim neue Felgen für seine jetzige Simson. Er hofft, auf dem Oldiebasar am Wochenende günstige zu ergattern.

Händler auf mehr als 20 Hektar

Zum 34. Mal findet dieser nun statt. Tausende Oldtimer-Fans aus halb Europa pilgern dafür einmal jährlich nach Neuruppin. „Der Markt ist immer gut besucht“, weiß auch Tim Berndt. „Viele gehen gleich morgens hin.“ Was vor über 30 Jahren klein begann, ist heute die vielleicht größte Oldie- und Teilebörse für Kraftfahrzeuge in Ostdeutschland, organisiert von der Entwicklungs- und Arbeitsfördergesellschaft Neuruppin (EAN). Auf mehr als 20 Hektar breiten Händler im Neuruppiner Ortsteil Wulkow ihre Ware aus, betagte Schönheiten der Marken Simson, MZ, Wartburg, Trabant oder MZ.

Strahlende Gesichter, hauptsächlich männliche, kommen einem an diesen Tagen entgegen. Über der Schulter tragen die Käufer rostige Schutzbleche, Kotflügel, Alt-Motoren, in den Händen Beutel voller Eisenteile. Wieder andere ziehen vollbepackte Handwagen hinter sich her. Oftmals sind die Waren Raritäten, die der Laie nicht erkennt. Was für den einen nach Schrott aussieht, lässt wiederum geschulte Augen aufleuchten. Experten kennen eben die wahren Werte und zahlen gerne auch fünf Euro Eintrittsgebühr, gesteht Tim Berndt: „Die tun nicht weh.“

Auf der Suche nach einer Sonnenschute

Neben Felgen ist er auf der Suche nach einer Sonnenschute für seinen Trabbi. Pabbin, wie Tim Modelle dieser Automarke grundsätzlich nennt und auch auf dem Schild hinter der Windschutzscheibe steht. „Abgeleitet von Pappe und Trabbi“, grinst Tim Berndt. Vor zwei Jahren hat er das Schmuckstück gekauft, sein Herzblatt, wie er sagt. 98 000 Kilometer hat es runter, fährt aber wie geschmiert. Den hellblaugrauen Originalton hat er gelassen, den Wagen tiefer gelegt, neue Felgen drauf gezogen: „Alles im Carport gemacht. Ich habe leider keine Werkstatt oder kleine Halle. Zwar suche ich danach, bisher habe ich aber nichts gefunden. Die Mieten sind zu hoch.“

Im Winter ruht Tims Trabbi meist im Carport, im Sommer fährt er täglich mit seinem „Pabbin“ durch die Lande und zur Arbeit ins Holzwerk nach Werder. Natürlich erregt er Aufsehen. Auch wegen der alten Schätze, die auf dem Dachträger befestigt sind, Koffer, Kinderroller, ein altes DDR-Nummernschild. Alles Deko, schmunzelt Tim:„Macht man so als Fan.“ Für sein Baby auf vier Rädern sucht er noch eine Original-Sonnenschute. Der Spaß kostet normalerweise ein paar Hundert Euro, erklärt er. Nun hofft er, auf dem Oldiebasar fündig zu werden und ein Schnäppchen zu ergattern.

Verabredung auf dem Oldiemarkt

Rund sechs Mal war Tim Berndt schon auf dem Markt: „Drei bis vier Stunden bin ich meistens dort, stöbere in Kartons, gucke, handle.“ Für diesen Samstag hat er sich schon mit Freunden in Wulkow verabredet. Die teilen seine Leidenschaft und sind auch Mitglieder in seiner Facebookgruppe „Simsonfreunde Ostprignitz Ruppin“. „Die habe ich hauptsächlich für Ausfahrten ins Leben gerufen. Wir treffen uns oft im Sommer für Touren auf unseren Simsons. Meist sind wir um die 30 bis 40 Leute, an manchen Herrentagen sogar über 100 Fahrer“, erzählt Tim und strahlt auch aus Vorfreude auf den Oldiebasar. Er hofft sehr, einen seiner Wünsche dort erfüllt zu bekommen. Über den Winter möchte er an seiner Simson schrauben, den Motor regenerieren, sie ein wenig aufpeppen. Da wären neue Felgen nicht schlecht.

Der 34. Oldiebasar Neuruppin findet im Wuthenower Weg in Wulkow statt. Samstag ist er von 7 bis 22 Uhr geöffnet, Sonntag von 4 bis 18 Uhr.

Von Anja Reinbothe-Occhipinti

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