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Ostprignitz-Ruppin Auf dem Weg zu einer Uni-Klinik
Lokales Ostprignitz-Ruppin Auf dem Weg zu einer Uni-Klinik
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02:16 07.12.2015
In den Ruppiner Kliniken wird viel untersucht und operiert. Das Krankenhaus darf aber längst nicht alle Behandlungen übernehmen, die möglich sind. Quelle: Peter Geisler
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Neuruppin

Patienten aus Neuruppin und dem Umland werden auch im kommenden Jahr mitunter wochenlang warten müssen, bis sie einen Termin für eine MRT-Untersuchung in den Ruppiner Kliniken erhalten. Wegen der langen Wartezeit weichen derzeit schon viele nach Plau am See in Mecklenburg-Vorpommern oder nach Berlin aus, ärgert sich Hannelore Gußmann.

Die SPD-Abgeordnete, die lange Jahre Betriebsrätin im Neuruppiner Krankenhaus war, fragte deshalb am Donnerstag beim Kreistag in Neuruppin, ob sich das Krankenhaus nicht einen weiteren Magnetresonanztomographen (MRT) zulegen könne. In der von vielen einfach Röhre genannten Anlage können Struktur und Funktion von Gewebe und Organen der Patienten unter die Lupe genommen und inzwischen sogar dreidimensional dargestellt werden. Das erleichtert die Diagnose, woran der Patient leidet, ungemein. Allerdings hat die Technik auch ihren Preis. Ein MRT kostet mehr als eine Million Euro.

Der Preis ist aber gar nicht der entscheidende Grund, warum sich die Ruppiner Kliniken kein weiteres MRT zulegen. Vielmehr bekommt das Neuruppiner Krankenhaus die MRT-Untersuchungen nur bei Patienten erstattet, die sowieso bei ihnen in der Klinik liegen. Schickt indes ein Hausarzt seinen Patienten zu einer MRT-Untersuchung ins Neuruppiner Krankenhaus, ist Warten angesagt.

„Wir können den ambulanten Auftrag nicht erfüllen“, bedauerte Klinikchef Matthias Voth. Dafür fehle den Kliniken der von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) zu erteilende Versorgungsauftrag. Darum bemüht sich das Neuruppiner Krankenhaus zwar bereits seit Jahren, aber erfolglos. Denn im Gesundheitswesen wird auf vielen Gebieten streng darauf geachtet, wofür die Krankenhäuser (das stationäre System) und die niedergelassenen Ärzte (ambulantes System) verantwortlich sind. Die Folge: Im Ernstfall müssen die Ruppiner Kliniken die Kosten für die MRT-Untersuchung eines Patienten, der von seinem Hausarzt überwiesen wurde, übernehmen. Das kann sich das Krankenhaus kaum leisten. Immerhin kostet so eine Untersuchung in der Röhre zwischen 300 und 1000 Euro.

Die Ruppiner Kliniken wollen ein Universitätskrankenhaus werden

Klinikchef Voth sieht derzeit etwas anderes als die „größte“ Herausforderung. „Wir wollen aus einem kleinen Krankenhaus am Rande einer kleinen Stadt ein Universitäts-Krankenhaus entwickeln.“ Davon werde auch die Region profitieren, so Voth.

Der erste Schritt in Richtung Universitäts-Krankenhaus ist getan: Die Medizinische Hochschule Brandenburg (MHB), für die die Ruppiner Kliniken jahrelang gekämpft haben, wurde im Oktober 2014 gegründet, im April nahmen die ersten 48 Medizinstudenten in Neuruppin ihr Studium auf. Die Nachfrage ist riesig. Für die 48 Studienplätze im nächsten Jahr gab es rund 600 Bewerbungen aus dem gesamten Bundesgebiet. „Darauf sind wir furchtbar stolz“, betonte Gunnar Pietzner, der kaufmännische Geschäftsführer der Ruppiner Kliniken. Das Neuruppiner Krankenhaus ist neben dem Städtischen Klinikum in Brandenburg (Havel) und dem Herzzentrum Bernau (Barnim) einer der Gesellschafter der MHB. „Wir wollen Mediziner ausbilden, die was können und die in Brandenburg zur Verfügung stehen“, sagte Pietzner. Bis Ende Januar will die MHB entscheiden, welche 48 Bewerber am 11. April mit dem Medizinstudium in der Fontanestadt beginnen können. Zwar gibt es bereits erste Überlegungen, neben Medizin und Psychologie weitere Studienrichtungen anzubieten. Doch bevor die junge Hochschule ihr Angebot erweitert, will sie sich erst mal stabilisieren. Immerhin finanziert sich die MHB weitgehend durch Studiengebühren. Das Regelstudium der Humanmedizin kostet für rund sechs Jahre 115 000 Euro. Allerdings wird jedem Studenten ein Darlehen in Höhe von 80 000 Euro von Partnerkliniken angeboten. Das Darlehen müssen die Studenten nicht zurückzahlen, wenn sie ihre Facharzt-Ausbildung in dem Krankenhaus absolvieren, welches das Darlehen gewährt.

Von Andreas Vogel

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