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Ostprignitz-Ruppin Auf der Spur der Steine
Lokales Ostprignitz-Ruppin Auf der Spur der Steine
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11:19 05.09.2017
Ursula Miegel bei der Arbeit in ihrem Kyritzer Garten. Quelle: Renate Zunke
Kyritz

Raspel, Feile, Bohrer, Winkelschleifer – wenn Ursula Miegel diese Werkzeuge in ihrem Kyritzer Garten zur Hand nimmt, dann will sie nicht irgendetwas reparieren. Nein, da wo es so mächtig staubt, haucht die Künstlerin Steinen eine Seele ein. Die Frau, die sich seit Jahren der Malerei widmet, hat nun auch die Bildhauerei als Kunstform für sich entdeckt. Es war eine Malfreundin, die sie auf die „Spur der Steine“ brachte.

Ursula Miegel erinnert sich: „Da gab es einen Workshop ,Holz und Stein’ und die Freundin meinte, komm doch mit. Das macht Spaß.“ Dass aus einem rohen Stein etwas Besonderes entstehen kann, hat die Kyritzerin damals sehr fasziniert. Langsam tastete sie sich an das bisher für sie unbekannte Material Speckstein heran, entwickelte ein Gefühl dafür. Auch für die Werkzeuge, die sie benutzt. Dazu gehört ebenfalls eine Diamantfeile. Mit Schleifpapier der feinsten Körnung erfolgt der letzte Schliff. Er verleiht den Skulpturen einen seidigen Glanz. Sie heißen zum Beispiel „Fels und Welle“, „Seele des Steins“, „Anlehnend“, “Lebensfreude“, „Gesicht eines Mannes“. Manchmal will Ursula Miegel auch „einfach nur etwas Lustiges machen“. Dann greift sie zu einer Modelliermasse und formt daraus, je nach Laune, fantasievolle Kreationen wie die Badenixe oder eine Figur mit zwei überdimensionierten Ohren. Bunt bemalt strahlen die Plastiken viel Lebensfreude aus. Es sind Kreativität, Fleiß und Ausdauer, die die Autodidaktin in Sachen Kunst so weit gebracht haben.

Mit mehreren Malfreundinnen geht es alljährlich auf große Tour

In vielen Gemeinschafts- und Einzelausstellungen konnte man bisher Acryl- und Ölbilder von Ursula Miegel als einen Tanz der Farben bewundern. Und von Exposition zu Exposition registrierte man die künstlerische Weiterentwicklung – bis zum Abstrakten. Die Bilder zeugen von Stilsicherheit. Farbigkeit, Komposition und Ausdruckskraft sind stimmig. Ursual Miegel probiert gern Neues aus. So erlernte sie die Technik des Malens mit Marmor und Sand, arbeitet Fäden und Sackleinen in ihre Bilder ein. Sie sagt: „Zurzeit fahre ich zweigleisig, indem ich male und mich gleichzeitig mit der Bildhauerei beschäftige.“

Aus weichem Speckstein herausgearbeitete figürliche Formen. Quelle: Renate Zunke
Die Künstlerin ist offen für Neues und geht es gerne auch farbig an. Quelle: Renate Zunke

Seit dem Jahr 2000 widmet sich die 1938 in Rathenow geborene Künstlerin der Malerei. Damals veränderte sich ihr Leben: Sie zog zu ihrem Lebensgefährten nach Kyritz. Im Jahr 2003 begann sie in Darmstadt ein zweijähriges Fernstudium für freies und angewandtes Zeichnen. Regelmäßig besucht sie Workshops und Malkurse. Fachkompetente Kurse in Rambow (Prignitz), Brieselang und Gülpe (Havelland) sorgen für künstlerische Anregungen und das Erlernen neuer Techniken. Die meisten ihrer Motive findet die Künstlerin in der Natur. „Sie ist das beste Modell“, ist sich Ursula Miegel sicher. Ihre alljährliche einwöchige Reise mit fünf Malfreundinnen aus Perleberg und Pritzwalk führte dieses Jahr nach Eckernförde in Schleswig Holstein. Denn reizvolle Motive finden sich immer an der Ostseeküste. Die polnische war es voriges Jahr, davor der Darß und die Insel Rügen. Die Künstlerinnen reisten aber auch schon bis Italien, in die Toskana und an den Gardasee.

Zur Vernissage einer Ausstellung mit Bildern und Skulpturen von Ursula Miegel wird für Montag, 11. September, um 15 Uhr in die Kyritzer Stadtbibliothek, Marktplatz 17, eingeladen.

Von Renate Zunke

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