Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Auf der Spur der ersten Einwohner
Lokales Ostprignitz-Ruppin Auf der Spur der ersten Einwohner
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:15 18.06.2017
Der Archäologe Olaf Brauer dokumentierte die rund 800 Jahre alte hölzerne Entwässerungsrinne und die Reste des zeitgleich entstandenen Bohlenweges. Quelle: André Reichel
Anzeige
Kyritz

Meter für Meter schreitet der Bagger in der Kyritzer Johann-Sebastian-Bach-Straße täglich voran. Seit Baubeginn vor drei Wochen ist die knapp zwei Meter breite und bis zu 1,7 Meter tiefe Baugrube für den künftigen Regenwasserkanal schon fast 100 Meter lang geworden.

Vom ersten Tag an dabei waren auch Fachleute einer archäologischen Grabungsfirma aus der Hauptstadt Berlin. Olaf Brauer ist einer von ihnen. Der 51-jährige Archäologe ist ein alter Hase in diesem Geschäft, denn schließlich betreut er seit über 20 Jahren Baustellen wie diese.

Mittelalterlicher Wegehorizont

Interessante Befunde entdeckte Olaf Brauer in Kyritz bereits beim allerersten Spatenstich. Nicht einmal einen Meter unter dem heutigen Pflaster kam an der Ostwand der Baugrube eine tiefdunkelbraune Erdschicht zu Tage. „Dabei handelt es sich um einen mittelalterlichen Wegehorizont, der im Laufe der Jahre durch Aufschüttung immer mehr anwuchs“, berichtet Olaf Brauer. In Kyritz kann der Archäologe anhand dieser Erdschicht die Geschichte der Stadt bis zu seinen Anfängen zurückverfolgen und sogar einige Schlussfolgerungen daraus ziehen, wie die ersten Knatterstädter beim Aufbau ihres Heimatortes vorgingen. „Als erstes planierten sie das Areal, was man an der geraden Unterkante der dunklen Erdschicht gut erkennen kann“, sagt Olaf Brauer. Dabei jedoch zerstörten die ersten Kyritzer aber auch alle darunter liegenden, also älteren Kulturschichten, bedauert der Archäologe.

Der mittelalterliche Wegehorizont zeichnet sich als dunkles Band ab. Quelle: André Reichel

Für diesen Verlust entschädigten die mittelalterlichen Funde, die er und seine Kollegen dafür dort entdecken könnten. Besonders hervorzuheben ist hierbei eine die Straße querende Entwässerungsrinne. Diese war aus Eichenholzbohlen gefertigt und auf Grund der Feuchtigkeit im Boden extrem gut erhalten. Brauer konnte ein paar Proben aus den Hölzern schneiden, bevor der Bagger diese aus der Grube beförderte. An Hand der Jahresringe kann im Labor schließlich das Fälldatum der Hölzer ermittelt werden. Jetzt schon kann Olaf Brauer aber mit einiger Gewissheit sagen, dass diese Leitung aus der Zeit der Stadtgründung kurz nach 1200 stammt, also 800 Jahre alt ist.

Proben fürs Labor herausgeschnitten

Dies dürfte auch auf die dicken Balken unmittelbar darüber zutreffen, die von den Archäologen auf der gesamten Strecke im Graben immer wieder angetroffen und freigelegt wurden. „Es handelt sich hierbei um die untere Lage eines befestigen Weges. Die Laufbohlen sind wahrscheinlich der Straßenpflasterung im 19. Jahrhundert zum Opfer gefallen“, vermutet Olaf Brauer. Auch von diesen Balken wurden Proben fürs Labor herausgeschnitten.

Fakt ist also, die Bach-Straße war von Anfang an befestigt und auch an die Straßenentwässerung wurde damals gedacht. „Der Befund ist eindeutig und eine neue Erkenntnis“, sagte Olaf Brauer. Wenige Meter neben der hölzernen Leitung legten die Archäologen eine ganz ähnliche aus Feldsteinen gepackte Anlage frei. Diese ist jünger und stammt nach Meinung der Fachleute aus der Zeit um 1600. Unterhalb der steinernen Rinne fanden sich sogar noch Reste einer älteren Anlage.

Von André Reichel

Sie können saftig und lecker, aber auch eklig und giftig sein. Einige Pilze sind bei Verzehr sogar lebensbedrohlich – obwohl sie ihren genießbaren Artgenossen manchmal sehr ähnlich sehen. Wie man Pilze unterscheiden kann, wo man sie findet und wann sie wachsen, darüber informierte am Mittwoch der Wittstocker Pilzexperte Reinhard Symandera in Herzsprung.

18.06.2017

Die 24. Seniorenwoche hat am Donnerstag offiziell ihren krönenden Abschluss in Wittstock gefunden. Für musikalische Unterhaltung auf dem Amtshof sorgte das Duo „Paul Schunkel und Mia Munkel“, das mit seinen „Herzensmelodien“ das Publikum bezauberte. Natürlich waren die Senioren auch dazu angehalten, fleißig mitzusingen und zu tanzen.

18.06.2017

Über mehrere Wochen meldeten sich MAZ-Leser in der Redaktion, um die schlechtesten Straßen in den Landkreisen Ostprignitz-Ruppin und der Prignitz zu benennen. Dabei haben sich nun die „Spitzenreiter“ herauskristallisiert. Welche Straße gehört mit ihrem desolaten Zustand auf das „Siegertreppchen“?

15.06.2017
Anzeige