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Ostprignitz-Ruppin Auf der Suche nach Aufmerksamkeit
Lokales Ostprignitz-Ruppin Auf der Suche nach Aufmerksamkeit
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18:58 22.11.2016
Mit 400 Fontanefiguren vor der Neuruppiner Pfarrkirche machte die Stadt in diesem Jahr deutschlandweit auf sich aufmerksam. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Wie kann man Großstädter, die täglich zwischen schier unendlich vielen Angeboten wählen können, in eine brandenburgische Kleinstadt locken? Mit sogenannten großen Events oder eher mit kleinen, aber feinen Veranstaltungen? Vor diesen Fragen stehen derzeit die Neuruppiner. Schließlich soll die Stadt 2019 im Mittelpunkt der Feiern zum 200. Geburtstag von Theodor Fontane stehen. Immerhin wurde der große Dichter am 30. Dezember 1819 in Neuruppin geboren.

Das Stadion ist zu groß

Ryszard Kessler ist skeptisch, wenn es um große Events geht. „Man muss das fördern, was vor Ort entsteht, was die Leute vor Ort machen“, sagte der Politologe am Montagabend bei einer Diskussionsrunde in der Neuruppiner Klosterkirche. Dorthin hatten die SPD-Landtagsabgeordnete Ulrike Liedtke und die Friedrich-Ebert-Stiftung eingeladen, um über Kulturfeste und ihre Folgen zu diskutieren. Kessler schien dabei ein idealer Gast zu sein. Stammt der Politologe doch aus Wroclaw (Breslau). Die polnische Metropole ist neben San Sebastian in Spanien eine der diesjährigen europäischen Kulturhauptstädte und wartete mit vielen Ausstellungen, Konzerten und Galerien auf. Wichtig sei, dass etwas in der Stadt bleiben müsse, wenn das Kulturfest vorbei ist. Kessler verwies auf das Stadion, dass für die Fußball-Europameisterschaft 2012 in Wroclaw für rund 211Millionen Euro errichtet wurde. Es verfügt über mehr als 42 000 Sitzplätze, doch zu den Spielen des heimischen Fußballvereins Slask Wroclaw kommen im Schnitt gerade mal 7000 Zuschauer. „Für die Leute bleibt nicht viel, trotz dieser Investition“, so Kessler. Der Politologe plädierte deshalb dafür, in Kulturstätten und Veranstaltungen zu investieren, die nachhaltig sind. Das gilt aus seiner Sicht ebenfalls für Fontane-Festjahr 2019. „Es muss in Neuruppin mehr als Kultur entstehen.“

Kontakt nach Buffalo?

Darüber würde sich auch Otto Wynen freuen, einer der Organisatoren der bisherigen Fontanefestspiele in Neuruppin. Allerdings bezweifelt Wynen, dass es ausreicht, viele kleine, feine Veranstaltungen anzubieten. „Wir müssen auch mit Events punkten. Sonst erregen wir nicht mal in Deutschland Aufmerksamkeit, geschweige denn darüber hinaus.“ Dass die Veranstaltungen auch über den Tag hinaus im Gedächtnis der Besucher bleiben und vielleicht sogar zu einem erneuten Besuch der Stadt anregen, dafür müssten die Organisatoren vor Ort sorgen. Einige Ideen dafür gibt es bereits, etwa die, dass sich in Neuruppin all die Orte mit ihrem Ortsschild präsentieren, die in Fontanes „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ erwähnt werden. Die Ortsschilder sollten dabei von Künstlern aus dem jeweiligen Ort geschaffen werden, sagte SPD-Frau Liedtke. Auch sollen sich die Partnerstädte von Neuruppin während des Fontane-Festjahres präsentieren. Möglich wäre zudem, Kontakt zu den amerikanischen Städten De­troit und Buffalo aufzunehmen, von denen in Fontanes berühmter Ballade „John Maynard“ die Rede ist. In Buffalo erinnert seit 1997 eine Bronzegusstafel an das Werk des deutschen Dichters.

In Wroclaw sind übrigens die mehr als 300 gusseisernen Zwerge, die an verschiedenen Orten stehen, zu einer Touristenattraktion geworden. Die 30 Zentimeter großen Figuren erinnern an eine besondere Geschichte der Stadt.

Mehr als 300 dieser knapp 30 Zentimeter großen Zwerge sind in Wroclaw zu entdecken. Quelle: Vogel

Von Andreas Vogel

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