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Ostprignitz-Ruppin Aufräumen nach dem Sturm dauert noch viel länger
Lokales Ostprignitz-Ruppin Aufräumen nach dem Sturm dauert noch viel länger
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00:20 05.11.2017
Etwa 170 Jahre war diese Eiche alt, die der Sturm am Sonntag bei Gnewikow umgerissen hat. Quelle: Peter Geisler
Neuruppin

Die Eiche, die es diesmal erwischt hat, stand etwa 170 Jahre sicher und fest – dann kam Herwart. Der Sturm am Sonntag war zu viel für den alten Baum. Eine starke Böe hat ihn regelrecht aus dem Boden gerissen und quer über die Straße Zu den Eichen in Gnewikow geworfen. Stumpf, Stamm und Äste liegen noch neben Fahrbahn, in mehr oder weniger handliche Stücke zersägt.

Herwart war bei Weitem nicht so heftig wie das Orkantief Xavier drei Wochen zuvor. Und doch hat auch dieser Sturm schwere Schäden in der Region hinterlassen. Das Aufräumen wird noch länger dauern, als zuletzt ohnehin befürchtet.

„Wir waren gerade mit dem Gröbsten durch“, sagt Simone Deter, die den Stadtbauhof in Neuruppin leitet. Seit Xavier waren ihre Mitarbeiter jeden Tag unterwegs, um umgestürzte Bäume zu entfernen, abgerissene Äste aus Baumkronen zu schneiden und Wege wieder frei zu machen. Nach dem erneuten Sturm vom Sonntag fangen sie jetzt von vorn an.

Sturmschäden in Alt Ruppin, Zermützel, Stendenitz ...

Auch wenn Herwart weitaus schwächer war, hat auch dieser Sturm wieder etliche Bäume entwurzelt oder abgebrochen. Diesmal scheint es wieder vor allem den Nordwesten von Neuruppin getroffen zu haben: Alt Ruppin, Zippelsförde, Stendenitz ... Entlang des Radwegs zwischen Alt Ruppin und Krangen wurden dutzende Kiefern aus dem Boden gerissen. „Wir konnten noch überhaupt nicht überall hin“, sagt Simone Deter. Manche Wege sind noch von abgerissenen Ästen blockiert. Auch auf einigen Friedhöfen hat Herwart gewütet. Andere Arbeiten muss der Bauhof deshalb oft liegen lassen.

Der Tierpark Kunsterspring hatte wegen des Sturms am Sonntag vorsorglich für Besucher geschlossen. Inzwischen ist er wieder geöffnet – wenn auch eingeschränkt. Rund um die Gehege der Wölfe und Wildschweine ist es zum Beispiel noch zu gefährlich für Besucher. Dort kämpfen die Mitarbeiter noch mit den schweren Schäden, die Xavier hinterlassen hat.

Die Waldarbeitsschule hilft mit schwerer Technik

Immerhin kämpft der Tierpark nicht mehr allein. „Wir haben Hilfe von der Waldarbeitsschule bekommen“, sagt Tierparkleiter Peter Mancke. Die angehenden Forstwirte sind Experten im Aufarbeiten von umgestürzten Bäumen. Mit schwerer Technik sind sie angerückt und helfen dabei, Ordnung ins Chaos zu bringen.

Die umgestürzten Bäume im Freigehege der Wölfe werden wohl liegen bleiben; in der Natur passiert so etwas schließlich auch. Doch die Wege für die Besucher müssen sicher und frei zugänglich sein, da macht Peter Mancke keine Kompromisse. „Wenn alles klappt, können wir vielleicht Mitte kommender Woche wieder das gesamte Gelände öffnen“, hofft er. Die Herbstferien, in denen erfahrungsgemäß besonders viele Besucher kommen, sind dann allerdings vorbei. Wegen der Vogelgrippe hatte der Tierpark schon im Winter und Frühjahr erhebliche Einbußen.

Von Reyk Grunow

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