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Auftakt zur 24. Brandenburgischen Seniorenwoche

Meyenburg/Kyritz Auftakt zur 24. Brandenburgischen Seniorenwoche

Im Land Brandenburg leben zurzeit 562000 Menschen, die über 65 Jahre alt sind. Das entspricht etwa 22 Prozent der Gesamtbevölkerung. Dem wachsenden Anteil an Senioren müssten auch die Kommunen Rechnung tragen, hieß es bei den Eröffnungsveranstaltungen zur Seniorenwoche in Kyritz und Meyenburg.

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Eröffnung der Ostprignitz-Ruppiner Seniorenwoche in Kyritz.

Quelle: Alexander Beckmann

Kyritz/Meyenburg. Zur Eröffnung der 24. Seniorenwoche des Landkreises Ostprignitz-Ruppin präsentierte sich die Stadt Kyritz gestern im örtlichen Kulturhaus Besuchern aus dem ganzen Landkreis hanseatisch. Der Kyritzer Shantychor „De goode Winds“ sorgte für maritime Unterhaltung. Die Stadt feiere demnächst schließlich ihr Hansefest. Da dürfe ein bisschen Werbung sein, meinte die Vorsitzende des Kreisseniorenbeirates Sigrid Schumacher und freute sich: „Unser Schiff ist voll. Wir sind fast 240 Personen hier.“

Landrat Ralf Reinhardt vermutete sogar einen Besucherekord und zollte den Anwesenden vor allem Respekt. Schließlich sei inzwischen fast ein Drittel der Einwohner im Landkreis über 60. Umso wichtiger werde die ehrenamtliche Arbeit dieser Gruppe: „Bei den Seniorenbeiräten möchte ich mich ganz besonder bedanken.“ Die Sparkasse Ostprignitz-Ruppin habe gerade zugesagt, diese Gremien in den nächsten drei Jahren mit jeweils 7000 Euro zu unterstützten.

Wandel der Altersstruktur ist eine Herausforderung

Den Wandel in der Altersstruktur der Bevölkerung hält Landrat Reinhardt für eine Herausforderung. Mobilität, Gesundheitsversorgung, Bildung und Freizeit hießen die Themengebiete. Aktuell schicke sich der Landkreis vor allem bei der Mobilität an, eine Vorreiterrolle zu übernehmen, indem er sich am Bundesprogramm „Mobil Dasein“ beteiligt. Es gehe um die Ermittlung von Bedürfnissen und Möglichkeiten für Mobilität auf dem Lande. „Wir sind da in diesem Jahr eine Runde weitergekommen“, berichtete Reinhardt. Demnächst wolle man sich an die Realisierung eines der Projektvorschläge machen.

Wichtig sei es aber auch, vorhandene Strukturen wie beispielsweise im Busverkehr zu erhalten und auszubauen. „Und im Bereich Bahn werden wir noch einige Kämpfe auszutragen haben.“ Ein erster Erfolg sei die Sicherung der Bahnlinie Neustadt–Meyenburg. „Wir hoffen, dass hier einige der angekündigten Investitionen umgesetzt werden.“

Hoffnung auf medizinische Hochschule

Hoffnungen setzt der Landrat auch in die vor drei Jahren eröffnete medizinische Hochschule in Neuruppin. „Das soll in ein Projekt münden, das die ärztliche Versorgung auf dem Lande mit unterstützt.“ So werde den Studenten ein Teil der Studiengebühren erlassen, wenn sie ihre Facharztausbildung in der Region absolvieren. „Wir hoffen, dass sich einige der jungen Mediziner hier niederlassen.“

Zugleich kritisierte Reinhardt die Verteilung von Arztpraxen durch die Kassenärztliche Vereinigung. Die Folgen in dünn besiedelten Gegenden, wie unzumutbare Entfernungen zwischen Arzt und Patient, würden viel zu wenig berücksichtigt. Der Landrat forderte alle Betroffenen auf, diesen Punkt bei jedem Gespräch mit Politikern anzusprechen.

Meyenburger Grundschüler führen für die Senioren im Schloss Meyenburg die „Bremer Stadtmusikanten“ auf

Meyenburger Grundschüler führen für die Senioren im Schloss Meyenburg die „Bremer Stadtmusikanten“ auf.

Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Als positiv bewertete der Landrat die Arbeit der Kreisvolkshochschulen und das Kulturangebot in der Region. „Das unterstützen wir gern mit der kreislichen Kulturförderung.“ Damit die Angebote erhalten bleiben, sei allerdings reger Besuch unverzichtbar. Reinhardts Fazit: „Vieles kann noch besser werden. Vieles ist auf einem guten Weg.“

Als Vertreter seiner Stadt warb auch der Kyritzer Stadtverordnetenvorsitzende Thomas Setgast dafür, die Bedingungen für ein gutes Leben aller Menschen zu schaffen. Dazu brauche es auch auf lokaler Ebene Engagement.

Denjenigen, die sich besonders engagiert für diese Zukunft einsetzen, galt gestern in Kyritz eine Reihe von Auszeichnungen. Auf Vorschlagen von Gruppen und Vereinen, verlieh der Kreisseniorenbeirat Ehrenurkunden, bevor der Nachmittag mit Shantys an der Kaffeetafel ausklang.

OPR-Landrat Ralf Reinhardt zeichete verdiente Senioren aus

OPR-Landrat Ralf Reinhardt zeichete verdiente Senioren aus.

Quelle: Alexander Beckmann

Mit einem Festakt im Schloss Meyenburg wurde am Montag auch in der Prignitz der Reigen der Seniorenwochen-Veranstaltungen erhöffnet. „Wir leben in einem soldiarischen Brandenburg, indem wir aktiv mitbestimmen können“, sagte Amtsdirektor Matthias Habermann.

„Vor einiger Zeit haben wir eine Umfrage zur aktuellen Lebendbedingung in der Region durchgeführt. Das Ergebnis ist eindeutig, sie leben gerne hier. Doch es gab auch Kritikpunkte. Das Vorhandensein von Ärzten und altersgerechtem Wohnen sind in der heutigen Zeit schwierige Themen. Doch wir werden uns dem annehmen.“ Die Zeit geht in seinen Augen schnell vorbei. Doch die Senioren sind wichtig für die Region. Sie haben Lebenserfahrung, die sie in kommende Generationen weitergeben können.

Zu der Auftaktveranstaltung im Schloss Meyenburg zählten viele kulturelle Programmpunkte. Neben einem Klavierkonzert der Pianistin Christiane Klonz, die in den Räumen des Schlosses zudem Musikunterricht gibt, präsentierten die Schüler aus der zweiten Klassen der Meyenburger Geschwister-Scholl-Grundschule ihr Theaterstück „Die Bremer Stadtmusikanten“.

Der Shanty-Chor „De goode Wind“ unterhielt die Besucher in Kyritz

Der Shanty-Chor „De goode Wind“ unterhielt die Besucher in Kyritz.

Quelle: Alexander Beckmann

Bevor es für die zahlreichen Gäste an die gedeckte Kaffee- und Kuchentafel ging, stellte Birgit Schnell von der Firma Pusteblume ihr soziales Projekt „Meyenburger Villa Leest“ der Öffentlichkeit vor.

„In der Plauer Straße soll in der Stadtvilla ein Tages-, Verhinderungs- sowie Pflegedienst entstehen. Erste Umbaumaßnahmen laufen bereits“, so die Inhaberin. „Der demografische Wandel ist deutlich spürbar, so sind individuelle Versorgungsangebote auch in der Region Meyenburg wichtig“. Im Jahr 2011 gründete Birgit Schnell die „Pusteblume“ und ist seit 2015 in der Region unterwegs. „Es soll eine ganzheitliche pflegerische Versorgungseinrichtung mit mehreren Modulen entstehen. Diese bietet neue Arbeitsplätze und Komfort für die Senioren wie in Hotels und anderen Pflegeeinrichtungen“, führt Birgit Schnell fort.

„Wir in Meyenburg sind mit dem Bürgerhaus vom DRK schon sehr gut aufgestellt. Doch es gilt auch hier die freie Wahl des Pflegedienstes“, ergänzt Diether Pickel, Vorsitzender des Seniorenbeirats des Amtes Meyenburg. „Unsere Stadt und deren Umgebung ist vielseitig und bietet bereits zahlreiche Angebote. Doch dieses Projekt wäre eine weitere Bereicherung.“ Die zentrale Festveranstaltung für die Seniorenwoche in der Prignitz findet am Donnerstag in Wittenberge statt.

Von Alexander Beckmann und Marcus J. Pfeiffer

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