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Auktion für einen guten Zweck

Neuruppin Auktion für einen guten Zweck

Wer immer am 25. Juni eines der handgefertigten Sitzmöbel ersteigert, kann sicher sein: sie sind nicht nur schön und bequem sondern dienen auch einem guten Zweck. Die Teilnehmer der Neuruppiner „Werkstatt Südstadt“, die die Möbel herstellten, haben sich so einige Kompetenz erarbeitet, um vielleicht demnächst wieder in Lohn und Brot zu kommen.

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Bequeme Angelegenheit: Stefan Fulz und Sebastian Eggers (vorn v. l.) sowie Sebastian Maihs und Auktionator Mirko Bickel (stehend v. l.)

Quelle: Regine Buddeke

Neuruppin. Sie sehen solide und sehr bequem aus. Und gleichzeitig auch recht innovativ in ihrer Form, die vier Gartensitzmöbel, die am Sonntag, 25. Juni, unter den Hammer kommen. Nicht wörtlich natürlich. Ein Exemplar – eine Sitzbank mit Doppellehne, auf der locker drei, vier Leute lümmeln können – stand am Sonntag schon probehalber im Neuruppiner Tempelgarten und zahlreiche Flaneure ließen sich auf ein paar entspannte Minuten darauf nieder – zu einladend wirkt das handgearbeitete Stück aus Lärchenholz.

Entstanden sind die Möbel in der Werkstatt Südstadt – einem „Soziale Stadt“-Projekt Neuruppins in Kooperation mit dem Mehrgenerationenhaus Krümelkiste, dem Internationalen Bund, dem Beruflichen Qualifizierungszentrum BQZ und Esta Ruppin, das darauf zielt, Menschen mit erschwertem Arbeitsmarktzugang zu helfen, wieder in Lohn und Brot zu kommen. „Menschen mit gebrochenen Biografien“, nennt Projektleiter Stefan Fulz seine Teilnehmer – 52 sind es seit dem Projektstart gewesen, zwölf von ihnen haben bisher einen festen Job gefunden. Einige von ihnen haben an besagten Möbelstücken mitgearbeitet. „Sechs Leute, jeweils hundert Stunden“, hebt Fulz hervor. Das Holz habe 400 Euro gekostet. „Ich bin sehr gespannt, was die Möbel bei der Auktion bringen“, sagt Stefan Fulz, der schon erste Anfragen auf dem Tisch hat, was die Möbel in normaler Produktion kosten würden. Neben der Adirondack-Bank mit Fußstützen und Tischchen ist das auch noch eine superbreite Wipp-Bank für bis zu vier Personen: Neben Gartenbesitzern könnten durchaus auch Hotels und Gastronomen interessiert sein.

600 Stunden Arbeit stecken in den Möbelstücken

Die Versteigerung selbst findet beim großen Wunderlandfest statt, einer von vielen Veranstaltungen im Neuruppiner Tempelgarten zu den „Wunderlandtagen“. Der Name passt – immerhin hat der Tempelgarten gerade eine umfassende Erneuerung erfahren und steht seit Neuestem quasi als „Wunderland“ den Besuchern wieder offen. Tempelgarten-Vereinschef Peter Neiß hat sich auf die gute Zusammenarbeit mit dem Theater Redux besonnen, das 2015 gemeinsam mit Akteuren der Jugendkunstschule und dem Märkischen Jugendchor die „Tempelgarten-Revue“ auf die Bretter brachte. Die Redux-Crew, Sebastian Eggers und Sebastian Maihs, organisieren also das Wunderlandfest, bei dem Musik und Tanz, Literatur und Theater und einiges mehr ganztags die Besucher unterhalten sollen. Und nicht zuletzt die Auktion der besonderen Möbel. Als Mann am Hammer hat Peter Neiß einen Profi engagiert: Mirko Bickel ist hauptberuflicher Auktionator – genauer: vereidigter und öffentlich bestellter Versteigerer. „Ich bin hocherfreut, dass er sich bereit erklärt hat, ehrenamtlich die Möbel zu versteigern“, sagt Stefan Fulz, denn der Erlös der Auktion fließt in die Werkstatt Südstadt sowie ins Montage-Café des Bauspielplatzes. „Ich finde das Projekt gut“, erklärt Bickel. „Und als ich erst gesehen habe, was ich da versteigere, freue ich mich doppelt. Das ist schon was anderes als eine verranzte Bohrmaschine.“ Klar, die Teile sind ausschließlich in Handarbeit hergestellt, die Kanten zu Handschmeichlern geschliffen, das Tischchen ist aus wasserfest verleimten Birkensperrholz. „Tischlermeister Malte Krohn vom BQZ hat das Aufmaß gemacht und die Arbeiten angeleitet“, erzählt Ideengeber Fulz. Das Design sei interaktiv entstanden.

Die Auktion leitet ein Profi: der vereidigte Versteigerer Mirko Bickel

Bickel und Fulz wünschen sich eine rege Teilnahme. „Wir wollen Spaß und einen guten Erlös“, sind sich beide einig. „Es wird eine klassische Versteigerung“, erklärt der Auktionator. „Mit einem Startgebot, dann geht es in Zehn- oder Zwanzig-Euro-Schritten weiter.“

Natürlich dürfen alle Interessierten auf den guten Stücken vorab probesitzen: Zeit dafür ist vom 23. bis zum 25. Juni – bis dahin stehen die Sitzgelegenheiten im Tempelgarten bereit. Auch beim Wunderlandfest selbst werden sie als Teil der Lese-Lounge gute Dienste leisten. Sebastian Eggers und Sebastian Maihs haben schon einmal Platz genommen: „Super bequem“, loben beide.

Die Versteigerung findet am Sonntag, 25. Juni, ungefähr ab 20 Uhr im Tempelgarten statt. Das Wunderlandfest selbst dauert von 10 bis 22 Uhr. Es gibt Musik, Tanz, Literatur, Theater für Groß und Klein, Leselounge und mehr.

Von Regine Buddeke

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