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Aus Heilbrunn in den ganzen Landkreis

Stephanus-Werkstätten feiern 25-jähriges Bestehen Aus Heilbrunn in den ganzen Landkreis

Neben der Arbeit steht bei den Beschäftigten der Stephanus-Werkstätten Ostprignitz-Ruppin dieser Tage auch viel Feiern auf dem Plan. Die mittlerweile auch in Neuruppin, Kyritz und Wittstock ansässigen Einrichtungen für Behinderte erinnern an ihre Gründung vor 25 Jahren in Heilbrunn.

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Zum Auftakt des Jubiläumsjahres hatten sich in der vergangenen Woche rund 100 Beschäftigte nach einer Fahrradsternfahrt in Heilbrunn getroffen.

Quelle: André Reichel

Heilbrunn. Mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen feiert die Stephanus-Stiftung derzeit ein kleines Jubiläum in der Region: Seit 25 Jahren betreibt sie im Landkreis Ostprignitz-Ruppin Werkstätten für Behinderte. Den Anfang machte in der vergangenen Woche eine Sternfahrt aller Beschäftigten aus den Betriebsstätten in Kyritz, Neuruppin und Wittstock nach Heilbrunn. Dort hatte die Stiftung 1991 ihre erste Werkstatt für Behinderte im Landkreis eröffnet. Im Grunde ist die Geschichte allerdings viel länger. Die Stephanus-Stiftung übernahm die Einrichtung in Heilbrunn bereits 1973. Ihre Wurzeln reichten da schon über 100 Jahre in die Vergangenheit.

 Heute verfügen die Stephanus-Werstätten Ostprignitz-Ruppin über vier Standorte – seit 1993 auch über einen in Wittstock

Heute verfügen die Stephanus-Werstätten Ostprignitz-Ruppin über vier Standorte – seit 1993 auch über einen in Wittstock..

Quelle: Björn Wagener

Am 28. März 1852 gründete sich der Verein zur Rettung „sittlich verwahrloster Knaben”. Freiherr Max von Romberg stellte auf seinem Gut in Tornow kostenlos ein Wohnhaus mit Stall sowie einige Morgen Ackerland für ein Rettungshaus zur Verfügung. 1855 erwarb der Verein ein Grundstück nahe Brunn. Im November 1855 zogen 15 Jungen in das hier neu entstandene Haus ein. Drei Jahre später erhielt die Einrichtung den Namen „Heilbrunn”.

1958 wurde auf staatlichen Druck hin die Arbeit als Kinder- und Jugendheim beendet. Die Kinder und Jugendlichen wurden in staatlichen Heimen untergebracht. In Heilbrunn zogen 15 Jugendliche mit geistiger Behinderung aus Brandenburg-Görden ein.

1973 übernahm die Berliner Stephanus-Stiftung das Heim in Heilbrunn als diakonische Einrichtung für Männer mit geistiger Behinderung. Der bestehende arbeitstherapeutische Bereich wurde 1991 in eine Werkstatt für behinderte Menschen umgewandelt. Dieses Ereignis ist der Anlass für das in diesem Jahr gefeierte Jubiläum.

Während in Heilbrunn Feldwirtschaft und Tierzucht sowie eine eigene Fleischerei mit einem Hofladen betrieben wurden, entstand in Kyritz eine weitere Werkstatt mit eher technischer Ausrichtung. Sie erhielt 1995 einen Neubau und wurde der Hauptsitz der Stephanus-Werkstätten im Landkreis. Weitere Betriebsstätten bestanden zu der Zeit bereits in Neuruppin (seit 1992) und in Wittstock (seit 1993). Die vier Standorte bieten aktuell rund 580 Menschen mit Behinderung Arbeit. Sie sind vor allem als Zulieferer für verschiedene Gewerbezweige tätig, befassen sich mit Recycling oder auch mit der Produktion eigener Kreationen beispielsweise aus der Näherei.

Die Stephanus-Stiftung

Ihren Ursprung hat die Stephanus-Stiftung in der 1878 von Pfarrer Ernst Berendt in Berlin-Weißensee gegründeten „Bethabara-Stiftung für strafentlassene Frauen und Mädchen“.

Die Stiftung betrieb Wohnheime für straffällige Frauen, Alkoholkranke, Prostituierte und schwangere Minderjährige und ab 1902 auch ein Krankenhaus.

In der Nachkriegszeit und in der DDR übernahm die Stiftung den Betrieb einer zunehmenden Anzahl von Einrichtungen: Alten- und Pflegeheime, Behindertenheime und -werkstätten – auch über die Grenzen Berlins hinaus.

Den Namen Stephanus-Stiftung trägt die Stiftung seit 1963.

Heute zählt sie mit rund 100 Standorten sowie mit ihren 3600 Mitarbeitern zu den großen Unternehmen innerhalb des Diakonischen Werkes. Auch in der Prignitz ist die Stiftung präsent: seit 1992 mit dem Seniorenzentrum in Stepenitz und seit 1997 mit dem Seniorenzentrum Pritzwalk.

All das können Besucher am Freitag von 10 bis 16 Uhr bei einem Tag der offenen Tür in der Kyritzer Werkstatt (Leddiner Weg 17) erleben. Sie haben Gelegenheit, mit Beschäftigten und Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen oder Produkte der Werkstatt zu kaufen. Betreuer und Eltern können sich bei Gesprächen über die Arbeit und Angebote der Betriebsstätte informieren. Es gibt außerdem die beliebten Bratwürste und andere frische Wurstwaren aus Heilbrunn. Die Kita aus Holzhausen bietet zudem einen Kuchenbasar an. An diesem Tag wird auch das traditionelle Fußballturnier zwischen den Mannschaften der Berliner Stephanus-Werk­stätten, der Wohnstätte Heilbrunn und der Betriebsstätten Kyritz, Wittstock, Heilbrunn und Neuruppin ausgetragen. Die Gäste können weiterhin alle Modelle der in den Werkstätten produzierten „Ruppi-Bags“, Taschen aus wiederverwendeten Lkw-Planen, ansehen und kaufen.

Am 24. Juni feiern die Stephanus-Werkstätten Ostprignitz-Ruppin dann ihr großes Sommerfest für alle Beschäftigten und Mitarbeiter. Schauplatz ist wieder Heilbrunn. Besonderer Höhepunkt wird der Besuch des Zirkus Ascona sein: mit Lama, Esel, Pony, Hunden und Tauben, Artistik und Clownerie.

Von Alexander Beckmann

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