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Ostprignitz-Ruppin Ausbildungsoscar für Hotelier aus Alt Ruppin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Ausbildungsoscar für Hotelier aus Alt Ruppin
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02:15 10.03.2016
Von Detlef Baer erhielt Bert Krsynowski (M). die Urkunde, die als Ausbildungsoscar gilt. Quelle: Foto: Andreas Vogel
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Neuruppin

So viel Aufmerksamkeit hatte Bert Krsynowski eigentlich gar nicht gewollt. Doch für sein jahrelanges Engagement, im von seiner Frau geführten Restaurant und Hotel „Am Alten Rhin“ in Alt Ruppin stets Nachwuchs auszubilden, erhielt der Hotelier am Montag in der Neuruppiner Arbeitsagentur den sogenannten Ausbildungsoscar – genau an dem Tag, als sich Krsynowski vor 25 Jahren selbstständig gemacht hat.

Je besser ich ausbilde, desto besser werde ich es später selbst haben

„Vielleicht habe ich ein großes Herz“, sagte Krsynowski. Doch denke er bei der Ausbildung von jungen Leuten auch an sich selbst. „Je mehr und je besser ich ausbilde, desto besser werde ich es selbst später haben.“

Im „Alten Rhin“ wird seit mehr als 20 Jahren ausgebildet. Im Gegensatz zu vielen anderen Hoteliers hat das Familienunternehmen auch kaum Probleme, seine Lehrstellen zu besetzen. Laut Stefan Dierkes, Vizechef der Neuruppiner Arbeitsagentur, liegt das nicht zuletzt daran, dass Krsynowski ein unglaublich umtriebiger, kreativer und engagierter Mensch ist. So war das Hotel in Alt Ruppin Vorreiter für Austauschprojekte auf europäischer Ebene und bietet seit Längerem ebenfalls Jugendlichen mit Migrationshintergrund Praktika und Ausbildungen an.

Vorurteile einfach durch die Praxis widerlegt

Letzteres macht ebenfalls das Hotel „Deutscher Kaiser“ in Perleberg. Dabei gestand Geschäftsführer Steve Hausmann, dass er zunächst durchaus einige Vorurteile gehabt habe. Doch so höflich und zuvorkommend wie sein Mitarbeiter aus Pakistan selbst noch morgens um 3 Uhr die Gäste bedient, das habe er selten erlebt.

Der „Deutsche Kaiser“ wurde am Montag ebenso vom Arbeitsamt geehrt wie die Holzwerke Bullinger, die seit 1993 vor den Toren Neuruppins in Werder eine Fabrik betreiben. Die Holzwerke bilden seit Kurzem einen Syrer zum Mechatroniker aus. „Er hat in seiner Heimat drei Jahre Mathematik studiert, bis die Bomben fielen“, sagte die Firmenchefin. Dann flüchtete er und fand schließlich bei den Holzwerken einen Ausbildungsplatz. Für den Betrieb ist das durchaus eine Herausforderung. Ist doch Ali ein bekennender Moslem. Gleichwohl denkt das Unternehmen im Traum nicht daran, ihn wieder ziehen zu lassen. „Wenn er bei uns arbeitet, sitzt er nicht im Heim und kann womöglich auf dumme Gedanken kommen.“ Zudem helfe es dem Betrieb, Vorurteile abzubauen, wenn Ali von den plötzlichen Bomben in seiner Heimat erzählt. „Das ist was ganz anderes, als wenn man es in den Fernsehnachrichten sieht“, betonte Bullinger. Die Familie von Ali sitzt in der Türkei und in Syrien fest.

Wichtig sind nicht die Zensuren, sondern der Wille

Die Neuruppiner Arbeitsagentur, die für die Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Oberhavel und das Havelland zuständig ist, zeichnete insgesamt zehn Unternehmen für ihre langjähriges Engagement beim Ausbilden aus. „Sie sind Leuchttürme in ihrer Region“, betonte Gerhard Ringmann vom Wirtschaftsministerium. Das gelte insbesondere deshalb, weil die Unternehmen auch Jugendlichen eine Chance geben, die nicht so gute Noten haben oder mit einer Behinderung leben. Für Detlef Peter, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Rhinluch in Dreetz, sind gute Zensuren auf dem Zeugnis sowieso nicht so wichtig. „Es kommt darauf an, dass die Jugendlichen den ausgewählten Beruf auch wirklich erlernen wollen und dahinter stehen. Das ist die halbe Miete“, betonte Peter.

Von Andreas Vogel

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