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Ausflug nach Berlin endet mit Ärger im Regionalzug

Bahn Ausflug nach Berlin endet mit Ärger im Regionalzug

Der Ausflug, den Therese Aniol (64) am Reformationstag von Neuruppin nach Berlin machte, um Bekannte zu treffen, war nett. Doch er endete bei der Rückfahrt mit viel Ärger. Denn als die Frau in Hennigsdorf in den Prignitzexpress RE 6 stieg, stieß sie dort auf eine Zugbegleiterin, die eine seltsame Auffassung von ihrer Arbeit hat.

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Bei der Fahrt mit dem Prignitzexpress kann man so einiges erleben.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Diesen Ausflug nach Berlin wird Therese Aniol nicht so schnell vergessen. Die 64-jährige Neuruppinerin hatte den Reformationstag genutzt, um sich in der Hauptstadt mal wieder mit Bekannten zu treffen und mit ihnen durch Berlin zu bummeln.

Wie einen Hund angeblafft

Alles war gut – bis sich ihre Wege am späten Abend nach der gemeinsamen Fahrt mit der S-Bahn nach Hennigsdorf wieder trennten. Dort stieg die Neuruppinerin in den Regionalexpress RE 6, ihre Bekannten in einen Bus, der sie nach Hause brachte. Therese Aniol wandte sich an die Zugbegleiterin, die ihr beim Einsteigen geholfen hatte. Denn der Fahrkartenautomat im Zug funktionierte nicht. Also wollte sie bei der Zugbegleiterin eine Fahrkarte für 6,90 Euro lösen – für die Strecke von Hennigsdorf nach Neuruppin. Doch die Schaffnerin ignorierte diesen Wunsch. Stattdessen habe sie gefragt, wie die Neuruppinerin denn nach Hennigsdorf gekommen sei. Therese Aniol war sprachlos. „Was geht es die Schaffnerin an, wie ich nach Hennigsdorf gekommen bin?“ Sie fragte nach dem Namen der Zugbegleiterin. Doch statt einer Antwort habe diese zu ihr nur im barschen Ton „Hinsetzen“ gesagt. „Wie zu einem Hund“, sagt Aniol.

Dann stellte die Schaffnerin ihr ein Ticket für 8,50 Euro aus. So viel kostet eine Einzelfahrt für die Strecke von Berlin in die Fontanestadt. Mitbekommen hat das die Neuruppinerin erst, als sie auf die 10 Euro lediglich 1,50 Euro als Wechselgeld zurückbekommen hat. Ihr Protest half nichts. „Ich fahre oft mit der Bahn nach Berlin. Aber so etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagt Therese Aniol. Sie empfindet das Verhalten der etwa gut 30 Jahre alten Zugbegleiterin als unverschämt. „Der Ton macht doch die Musik.“

Die Bahn findet an dem Verhalten nichts Anstößiges

Die Bahn kann an dem Verhalten ihrer Zugbegleiterin nichts Anstößiges finden. „Bestehen Zweifel am genannten Einstiegshalt des Kunden kann der Zugbegleiter durchaus die gesamte Strecke abkassieren“, teilte Bahnsprecher Holger Auferkamp mit. Dass das im Fall von Therese Aniol kaum zutreffen dürfte, da ihr die Schaffnerin ja beim Einsteigen in den Zug in Hennigsdorf sogar geholfen hatte, darauf geht der Bahnsprecher nicht ein. Vielmehr verweist er darauf, dass prinzipiell alle Kunden vor Fahrtantritt verpflichtet seien, sich ein Ticket für die gesamte Strecke zu besorgen. Therese Aniol hätte also schon in Berlin einen Fahrschein von Hennigsdorf nach Neuruppin erwerben können.

Einen Verhaltenskodex für Mitarbeiter der Bahn gibt es übrigens nicht. Jedoch würden von den Kundenbetreuern, die ein Namensschild tragen, „natürlich höfliche Umgangsformen“ verlangt, so der Bahnsprecher.

Von Andreas Vogel

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