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„Ausloten“: Uschi Jung präsentiert Ausstellung

Neuruppin „Ausloten“: Uschi Jung präsentiert Ausstellung

In Uschi Jungs Atelier in der Neuruppiner Bilderbogenpassage sind schon viele Werke entstanden – gerade wieder hängen, stehen, liegen die neuesten herum und laden die Besucher ein, in die Themenwelt der Künstlerin einzutauchen. „Ausloten“ heißt die neue Schau – am Sonnabend wurde sie mit einer Vernissage eröffnet.

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Uschi Jung (Mitte) im Gespräch mit Besuchern.

Quelle: Buddeke

Neuruppin. Ein paar Bilder hängen an den Wänden, ein paar liegen am Boden, andere stehen an die Wand gelehnt. Das wirkt auf den ersten Blick lässig, ungeordnet, chaotisch – so, als habe Uschi Jung gerade erst begonnen, die Bilder in die richtige Ordnung zu bringen, bevor sie sie für die Ausstellung aufhängt. Etliche Formate hängen als Doppelbilder am Fenster – man kann sie von innen und außen betrachten und beide Seiten sind anders. Das hereinfallende Licht lässt tief blicken – etwa dass die bunten Farben auf eine Zeitungsseite gemalt sind, deren Layout durchschimmert. Ein Mobile-ähnliches Ei aus ineinander verschlungenem Drahtgeflecht baumelt von der Decke – genau über einer auf dem Boden stehenden Packpapiertüte, deren umgestülpter, verknitterter Rand mit lackschwarzer Farbe wild bemalt ist. „Die Welt ist keine Scheibe“ – steht es ein Stück daneben auf dem Schildchen zu lesen: das kann man sowohl auf das hängende Objekt als auf das stehende beziehen. Oder beides? „Das Aufhängen, Stellen und Legen ist ganz und gar nicht beliebig“, erklärt Laudator Johannes Bunk, der die Ausstellung mit dem feinsinnigen Titel „Ausloten“ vorstellt – gut ein Dutzend Gäste sind am Sonnabend zur Vernissage gekommen. Im Gegenteil, die Anordnung der Bilder sei eine künstlerische Inszenierung. Und diese Inszenierung ist ein Akt des Auslotens zwischen Objekt und Raum, wobei die Werke ihre Eigenständigkeit behalten. „Ein dialogisches Vorgehen“, lobt Bunk.

Uschi Jungs Bilder strahlen oft in allen Farben

Uschi Jungs Bilder strahlen oft in allen Farben.

Quelle: Regine Buddeke

Die Künstlerin selbst erklärt, sie habe in ihrer Zeit in der Forschung gelernt, dass eine starre Zielsetzung oft mit sich bringe, an den Dingen vorbei zu forschen, die man eigentlich entdecken möchte. Das sei auch in ihrer Kunst so. Sie finde ein Thema, das sie interessiere – das setze dann einen künstlerischen Prozess in Gang – das Ausloten. Was als Fotografie anfange, werde später manchmal malerisch umgesetzt. Überhaupt zieht Uschi Jung keine klaren Grenzen zwischen den Genres – für sie sind Fotografie, Malerei, Grafik und Objektkunst nur Werkzeuge für ihre Ideen. „Achten sie auf die Titel“, rät sie – auch wenn sie sonst oft keine vergebe, würden sie für diese Ausstellung wichtig sein.

Leicht macht es einem Uschi Jung nicht unbedingt mit ihren vielfach in wunderbaren Farben leuchtenden Werken – aber das ist auch nicht ihr Ziel. „Ich möchte nichts vorgeben – sondern anregen, über meine Sachen nachzudenken. Oder mit mir darüber zu reden“, sagt sie. Etwa über die Fotoserie der Rasierpinsel – ironischerweise rund um eine Steckdose gruppiert. Unter den Fotos steht wie zufällig ein zerborstener Stein auf einer Kiste mit dem Siemens-Logo. „Was steht mehr für Männlichkeit als ein Rasierpinsel“, fragt sie. Ob Siemens Rasierapparate herstelle? „Ja, aber auch Waffen“, sagt Uschi Jung und überlässt die Vernissage-Besucher ihren Betrachtungen.

Von Regine Buddeke

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