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Ausschüsse für höhere Friedhofsgebühren

Wittstock Ausschüsse für höhere Friedhofsgebühren

Sterben könnte künftig in Wittstock und seinen Ortsteilen richtig teuer werden. Die bislang besonders in den Ortsteilen heftig umstrittenen Entwürfe für eine neue Friedhofs- und Friedhofsgebührensatzung passierten am Dienstag im gemeinsam tagenden Ordnungs- und Finanzausschuss eine weitere Hürde – Freilich nicht ohne kontroverse Diskussionen.

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Ordnungsamtsleiter Holger Schönberg (r.) erklärte das Problem.

Quelle: Christian Bark

Wittstock. Sie erhitzen seit Monaten die Gemüter. Besonders in Wittstocks Ortsteilen sind die Entwürfe für die neue Friedhofs- und Friedhofsgebührensatzung heftig umstritten. Besonders die geplante drastische Gebührenerhöhung – in einzelnen Positionen um bis das Dreifache – rief in den Ortsteilen Empörung hervor. Bis Ende August hatten die Ortsbeiräte Gelegenheit, schriftlich Stellung zur Problematik zu beziehen sowie Verbesserungs-oder Änderungswünsche zu formulieren.

Am Dienstagabend befassten sich dann die Mitglieder des Ordnungs- und Finanzausschusses in gemeinsamer Sitzung mit der Problematik und den Positionen aus den Ortsteilen. Um diese erneut deutlich zu machen, waren auch Vertreter einiger Ortsbeiräte erschienen. Zum Beispiel Andreas Frölich aus Freyenstein, der die Zeitbegrenzung der Trauerfeiern auf 60 Minuten kritisierte. Die Ausschussmitglieder rangen daraufhin um eine Umformulierung in der Friedhofssatzung.

Schließlich einigte man sich darauf, dass die Nutzungszeit der Trauerhallen durch die Friedhofsverwaltung festgelegt wird. Auch die Grabpflege an Sonn- und Feiertagen soll nicht länger als Ordnungswidrigkeit gelten.

Nur bedingt Zugeständnisse gemacht

Den Vorschlägen der Ortsbeiräte, Kernstadt und Ortsteile bei den Gebühren getrennt zu betrachten, standen einige Ausschussmitglieder wohlwollend gegenüber – auch mit Blick auf die unterschiedlichen Standards der Trauerhallen. Für eine schrittweise Erhöhung der Gebühren fand sich allerdings wenig Zustimmung. „Damit helfen wir nur denen, die heute sterben und deren Angehörige morgen zahlen müssen“, so Finanzausschussmitglied Günter Lutz. Lediglich bei der Gebühr für die Trauerhallennutzung konnten die Ortsbeiräte ein Zugeständnis erringen. Sie soll mit künftig 100 Euro, ohne Reinigungskosten 70 Euro, günstiger werden. Damit wollten die Gremien auch den vielen Ehrenamtlichen, die sich um die Friedhöfe kümmerten und so noch höhere Kosten verhinderten, entgegenkommen. Mit besagten Änderungen stimmten beide Ausschüsse einstimmig für die Satzungsvorlagen.

Enttäuscht zeigte sich nach der Sitzung Groß Haßlows Ortsvorsteher, Wolfgang Ramin. Dem unter anderem von ihm geforderten „Masterplan“ zur zügigen Sanierung einzelner Friedhöfe, als Zeichen für die Bürger, dass sich durch höhrer Gebühren auch etwas tut, erteilte Ordnungsamtsleiter Holger Schönberg eine Absage. „Wir werden den Instandhaltungsstau nicht in wenigen Jahren bewältigen können“, warb er für einen ehrlichen Kompromiss. Andernfalls fielen erneut höhere Kosten an. „Bei uns wollen einige Leute schon in die Kirche eintreten“, sagte Gadows Ortsvorsteher Wilfried Havemann. Nur, weil sie dann die Trauerfeier im Gotteshaus und nicht in der maroden Trauerhalle abhalten könnten.

Die Satzungen werden im nächsten Hauptausschuss am 21. September erneut Thema sein, bevor sich die Stadtverordnetenversammlung am 12. Oktober damit auseinandersetzt.

Weitere Informationen hier.

Von Christian Bark

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