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Ausschuss streitet über Integration

Ostprignitz-Ruppin Ausschuss streitet über Integration

Einigen Kreistagsabgeordneten dauert die Integration von Flüchtlingen zu lange. Doch innerhalb eines Jahres könne nur wenig bewegt werden, sagt Bernd Lüdemann, der Chef des Jobcenters. Die Behörde plant weitere Sprach- und Integrationskurse. Wie viele Flüchtlinge der Landkreis in diesem Jahr noch aufnehmen wird, das ist offen.

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Quelle: PeterGeisler

Neuruppin. Erregte Diskussionen hat eine Statistik ausgelöst, die Bernd Lüdemann, der Leiter des Jobcenters in Ostprignitz-Ruppin, beim Sozialausschuss des Kreistages in Neuruppin präsentierte. Demnach hatten im Oktober 2015 neun Menschen aus Syrien eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Landkreis, ein Jahr später, im Oktober 2016 waren es 23 Syrer. „Die Integration geht langsam voran“, fasste Lüdemann die Zahlen zusammen. Vor­aussetzung für die Integration seien das Erlernen der deutschen Sprache und die Akzeptanz der Region als Wohnort.

Die Integration dauert mindestens fünf Jahre

Mit seinem Resümee stieß der Amtsleiter sofort auf Widerspruch. „Das ist doch angesichts der Flüchtlingszahlen kein Erfolg, wenn im Landkreis nur 23 syrische Flüchtlinge eine Integration auf den Arbeitsmarkt geschafft haben“, sagte Freke Over (Linke). Schließlich hat der Landkreis seit Beginn der Flüchtlingswelle mehr als 2000 Menschen aufgenommen. Sowohl Amtsleiter Lüdemann als auch Sozialdezernentin Waltraud Kuhne warnten vor voreiligen Schlüssen. „Es ist allseits bekannt, dass die Integration von Menschen im Schnitt fünf bis zehn Jahre dauert“, sagte Kuhne. Bei den präsentierten Zahlen, die die Arbeitsagentur herausgegeben hat, handele es sich indes lediglich um einen Vergleich innerhalb eines Jahres. Hinzu komme, dass es zu jenem Zeitpunkt, als die Daten erhoben wurden, kaum Integrations- und Sprachkurse gegeben habe. Die ersten seien erst im Frühjahr 2016 gestartet und endeten im Herbst 2016 sowie Anfang 2017, sagte Lüdemann. Damit seien diese Flüchtlinge noch gar nicht in jener Statistik enthalten, betonte der Amtsleiter.

„Es gibt als vielleicht einen minimalen Erfolg“, sagte Frank-Rudi Schwochow (BVB-Freie Wähler). Unklar blieb, wie viele Flüchtlinge bisher einen Sprach- und Integrationskurs im Landkreis absolviert haben. Dazu hatte der Amtsleiter keine genauen Daten. Denn derartige Kurse werden nicht allein von der Arbeitsagentur angeboten, sondern auch von Vereinen. Doch plant das Jobcenter laut Lüdemann weitere Kurse, darunter einen, der die Teilnehmer nicht allein mit der deutschen Sprache und deren Tücken vertraut macht, sondern ebenfalls auf eine Ausbildung vorbereitet.

Die meisten Ausländer in der Region kommen aus Polen

Seit Jahresbeginn hat der Landkreis 148 Flüchtlinge aufgenommen – und damit vermutlich sein Soll für 2017 bereits erfüllt. Zwar sollte Ostprignitz-Ruppin laut einer Prognose des Landes vom Januar in diesem Jahr eigentlich 450 geflüchtete Menschen aufnehmen. Doch Ende März wurde diese Prognose, für die eigentlich das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zuständig wäre, vom Land auf 78 korrigiert.

Mit Stand Ende Mai lebten in Ostprignitz-Ruppin 3815 Menschen aus dem Ausland, die aus 113 Staaten kommen, sagte die Dezernentin Kuhne. Die meisten Ausländer stammen demnach aus Polen (736), Syrien (514), der Russischen Föderation (414), Afghanistan (395), Vietnam (125) und der Türkei (99). Von den knapp 800 Flüchtlingen, die Geld nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten, leben 490 in Wohnungen sowie in 308 in sogenannten Übergangsheimen.

Von Andreas Vogel

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