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Ausstellung beleuchtet Flugplatzhistorie

Wittstock Ausstellung beleuchtet Flugplatzhistorie

Eine Ausstellung zur Konversion und der Geschichte des ehemaligen Flugplatzes bei Alt Daber wurde am Mittwoch in Wittstock eröffnet. Der Platz hat nicht nur eine wechselvolle Vergangenheit, sondern ist auch mit prominenten Namen verbunden.

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Markus Hennen beim Vortrag zum Thema am Dienstagabend im Wittstocker Rathaus. Es kamen rund 50 Gäste.

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. Der ehemalige Flugplatz bei Alt Daber begleitet Wittstocks Stadtgeschichte seit Jahrzehnten. Heute bestimmen dort Freiflächen-Photovoltaikanlagen das Bild. Zurzeit werden die bestehenden Flächen durch weitere Anlagen ergänzt.

Am Mittwoch wurde im Foyer des Rathauses eine Ausstellung eröffnet, die sich der wechselvollen Geschichte des Areals widmet. Unter dem Titel „Konversion in Alt Daber – vom ehemaligen Flugplatz zum Solarkraftwerk“ wird bis zum 12. Oktober die Historie auf Schautafeln dargestellt. Bereits am Abend zuvor sprach Markus Hennen als Vertreter des Forums für Konversion und Stadtentwicklung (Fokus) vor rund 50 Gästen über die Geschichte des Platzes.

Es begann 1936

Sie begann 1936/37. Damals entstand dort die erste Fallschirmjägerschule der Wehrmacht. Sie besaß eine architektonische Besonderheit: Der militärische Bereich sei in sehr moderner Bauweise errichtet worden, während bei Verwaltungs- und Wohnkomplexen der volkstümliche Stil bevorzugt wurde. Das sei sehr bewusst so gemacht worden, sagte Hennen. Denn damit habe man zeigen wollen, dass Deutschland fortschrittlich und zugleich traditionsbewusst sei. Auch prominente Namen sind mit der Fallschirmjägerschule verbunden. Allen voran Boxer Max Schmeling, der dort Fallschirmsprünge absolvierte. „Mein Großvater, Fritz Hintze, sah ihn noch persönlich springen“, sagt die SPD-Landtagsabgeordnete Ina Muhß (SPD). Hennen bescheinigt Schmeling „Mut, Rückgrat und Charakterstärke“, denn er habe in der Nazi-Zeit viele jüdische Bürger geschützt. Trotzdem habe sich das Nazi-Regime „nicht recht an ihn heran getraut“, was vermutlich mit seiner Prominenz zusammenhing. Auch der spätere Fernsehmoderator Joachim Fuchsberger sei dort zum Fallschirmjäger ausgebildet worden. Das gilt als sicher, auch wenn Fuchsberger zwei diesbezügliche schriftliche Anfragen nie beantwortet habe, wie Historiker Wolfgang Dost sagt.

Stalins Sohn war Kommandeur

Außerdem sei ein Sohn Stalins als Kommandeur auf dem Platz eingesetzt gewesen. Er habe als Lebemann gegolten. Nicht zuletzt verunglückte der österreische Fallschirmspringer Herbert Freiherr von Grazie im Januar 1940 bei einem Sprung auf dem Platz tödlich. Am 3. Mai 1945 eroberte die Rote Armee den Platz. Am 19. Juni 1994 stiegen letztmalig 24 MIG-Kampfflugzeuge auf. Bereits 1990 durfte sich ein deutsches Fernsehteam für Aufnahmen auf dem Patz „frei bewegen“, was als bemerkenswert galt, so Hennen. Mitte der 1990er-Jahre war daran gedacht worden, ein Fahrsicherheitszentrum auf dem Platz zu errichten. Aber dazu kam es nie. Heute ist das Areal weitgehend beräumt. Für die verbliebenen Hallen werden Nachnutzer gesucht.

Von Björn Wagener

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